Schweiz
Wirtschaft

Nun ruft auch Danone Babymilch zurück

Giftige Babymilch: Danone ruft auch in der Schweiz Produkte zurück

05.02.2026, 17:2105.02.2026, 17:57
Milchpulver fuer Babys, aufgenommen am Samstag, 31. Januar 2026, in Valens. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
In Babymilch-Nahrung kann der Giftstoff Cereulid vorkommen. (Symbolbild)Bild: keystone

Die Produkte-Rückrufe wegen möglichen Gifts in Babynahrung weiten sich immer mehr aus: Der Nestlé-Konkurrent Danone muss nun auch in der Schweiz bestimmte Chargen aus dem Verkauf nehmen.

Betroffen sind verschiedene Aptamil-Produkte, wie der französische Nahrungsmittelkonzern am Donnerstag mitteilte. Diese sollten nicht verwendet werden. Sie stehen im Verdacht, das Bakteriengift Cereulid zu enthalten. Es kann Durchfall und Erbrechen auslösen.

Danone hat in den letzten Tagen in mehreren Ländern Babymilchprodukte vom Markt genommen. Der Konzern hatte bislang erklärt, die in der Schweiz verkaufte Ware seien von der Rücknahme nicht betroffen.

Grund für den jetzigen Rückruf sind die neuen Leitlinien der EU, wie es in der Mitteilung heisst. Am Montag hatte die EU-Lebensmittelbehörde EFSA einen Grenzwert für Cereulid vorgeschlagen und für Säuglinge eine tolerierbare Tagesdosis festgelegt. In Frankreich war der Grenzwert bislang höher.

«Die Gesundheit und Sicherheit von Säuglingen sowie die Einhaltung der lokalen regulatorischen Vorgaben haben für Danone zu jeder Zeit die höchste Priorität», schreibt das Unternehmen. Daher begrüsse Danone die Klarheit durch die neuen Leitlinien.

Rückruf in mehr als 60 Ländern

Mehrere Hersteller von Säuglingsnahrung, neben Nestlé und Danone auch Lactalis oder das Schweizer Unternehmen Hochdorf, haben seit Ende 2025 aufgrund eines Risikos von Cereulid-Kontamination in mehr als 60 Ländern Rückrufe von Säuglingsmilch durchgeführt. Hintergrund ist gemäss der Industrie ein in den Milchpulvern als Zutat verwendetes und verschmutztes Öl eines Zulieferers aus China.

Aus mehreren Ländern gibt es Berichte über erkrankte Kinder, darunter Frankreich, Belgien und Grossbritannien. In Frankreich ermitteln die Behörden nach zwei Todesfällen von Babys, die kontaminierte Babymilch getrunken haben sollen. Ein Zusammenhang mit der verunreinigten Nahrung wurde bislang nicht nachgewiesen.

In der Schweiz sind laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen keine Krankheitsfälle bekannt, die auf den Konsum der betroffenen Produkte zurückzuführen sind. Cereulid-Erkrankungen sind allerdings nicht meldepflichtig. (awp/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Sabeth testet den viralen Taxiteller
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
8 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
8
Sunrise entlässt 147 Angestellte
Sunrise baut um und wird 147 Personen entlassen. Dies sind etwas weniger als die ursprünglich geplanten 190. Die Kündigungen sollen im Februar und März erfolgen. Betroffen seien Führungskräfte und normale Mitarbeitende, teilte die Firma am Donnerstag mit. (sda/awp)
Zur Story