bedeckt, wenig Regen
DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Wirtschaft

Millionen-Betrug: Prozess gegen Ex-Chefin der Maschinenfirma Fera

Millionen-Betrug: Prozess gegen Ex-Chefin der Maschinenfirma Fera

30.06.2021, 05:49
Vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona hat der Bundesstaatsanwalt am Mittwoch die Verwahrung des 52-j
Das Bundesstrafgericht in Bellinzona.Bild: sda

Vor dem Bundesstrafgericht beginnt heute Mittwoch der Prozess gegen die frühere Geschäftsführerin der luzernischen Maschinen-Handelsfirma Fera. Mit Scheingeschäften soll die Angeklagte den Banken Millionen entlockt haben. Die Schadenssumme beträgt mehr als 400 Millionen Franken.

Urkundenfälschung in über 100 Fällen und gewerbsmässiger Betrug - so lauten die wesentlichen Anklagepunkte gegen die heute 71-jährige Angeklagte. Sie soll gemäss der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft (BA) von 2002 bis 2010 als Geschäftsführerin der Fera unzählige Urkunden gefälscht und damit Scheingeschäfte vorgetäuscht haben, um von Banken Kredite in Millionenhöhe zu erhalten.

Dabei hat sie laut BA ein aufwändiges Lügengebilde aufgebaut, um die Banken von der Echtheit der Geschäfte zu überzeugen. So soll die Angeklagte die einzelnen Geschäfte tatsächlich versichert haben. In Tat und Wahrheit gab es nur wenige, tatsächlich existierende Maschinen und noch weniger abgeschlossene Geschäfte.

Die 71-Jährige und ihr Ehemann sollen Gelder aus den Firmen abgezogen haben. Die BA führt aus, dass die Angeklagte in den Jahren 2002 bis 2009 allein in der Boutique Akris in Frankfurt für rund eine Million Franken einkaufte. Etwa in der gleichen Zeit wurden Bargeldbezüge von 9.4 Millionen Franken getätigt.

Dreistellige Millionen-Forderungen

Hauptgeschädigte unter den Banken ist die damalige Skandifinanz Bank (heute Skandifinanz). Sie fordert von der Angeklagten 134 Millionen Euro zurück, abzüglich rund 10 Millionen Franken, die vor dem Bezirksgericht Zürich eingeklagt wurden.

Drei weitere Banken fordern Beträge von über 22 Millionen Franken. Und auch die Konkursmassen der Fera und deren Muttergesellschaft Blue Steel Holding (BSH) haben gemäss Anklageschrift Zivilforderungen von rund 206 Millionen beziehungsweise 123 Millionen Franken gestellt. Die BSH wurde vom Ehemann der Angeklagten beherrscht.

Neben der Hauptangeklagten ist ein früherer Vizedirektor der Skandifinanz Bank wegen Gehilfenschaft in lediglich einem Geschäft im Jahr 2009 angeklagt.

Ein Teil der Urkundenfälschungen kann aufgrund der Verjährungsfrist von 15 Jahren strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden. Die BA hat deshalb nicht alle zur Anklage gebracht. Weitere werden bis zum erstinstanzlichen Urteil verjähren.

Die BA hat ihre Strafanträge noch nicht bekannt gegeben. Sie will dies anlässlich der Hauptverhandlung machen. (Fall SK.2020.57) (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Kollision der Galaxien: Milchstrasse und Andromeda

1 / 10
Kollision der Galaxien: Milchstrasse und Andromeda
quelle: nasa
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch noch interessieren:

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Alles eitel Sonnenschein bei der UBS? Der Jahresgewinn in 5 Punkten

Januar und Februar sind die Zeit der Jahreszahlen. Und zumindest diejenigen der ganz grossen Unternehmen werden jeweils mit Spannung erwartet. Am Dienstagmorgen präsentierte die UBS ihre Zahlen des vierten Quartals und somit ihr Jahresergebnis 2022. Eine der Fragen war: Konnte die Krise der Konkurrentin Credit Suisse der UBS einen Schub verleihen?

Zur Story