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Wirtschaft

Wieso SGB-Ökonom Daniel Lampart keine Angst vor Löchern in der AHV hat

Wieso SGB-Ökonom Daniel Lampart keine Angst vor Löchern in der AHV hat

04.04.2016, 10:1604.04.2016, 15:43

Der Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes SGB, Daniel Lampart, warnt vor Panik bei der Altersvorsorge. «Vor einigen Jahren wurde für 2015 ein Minus von 4,5 Milliarden prognostiziert. Das jetzige Minus entspricht gerade mal 0,1 Lohnprozent und ist zu bewältigen», sagte Lampart in einem Interview mit dem «Blick» vom Montag.

Würden die Löhne wie dieses Jahr steigen, seien die Fehlbeträge bereits wieder wettgemacht. Die Panikmache der Politiker hingegen führe dazu, «dass die Leute das Gefühl haben, die AHV-Finanzen seien in ernsthafter Schieflage. Das stimmt nicht», so Lampart.

«Nicht in ernsthafter Schieflage»: SGB-Ökonom über die AHV-Finanzen.
«Nicht in ernsthafter Schieflage»: SGB-Ökonom über die AHV-Finanzen.
Bild: KEYSTONE

Was die Pensionierung der Generation der Babyboomer angeht, werde es eines Ausgleichs bedürfen. Das koste aber nur 0,7 zusätzliche Mehrwertsteuer-Prozent und zeige, wie stabil die AHV trotz demografischer Alterung sei. «Und klar ist auch: Die Babyboomer-Phase geht vorbei.»

Problem der Geldanlage

Bei den Pensionskassen ortet Lampart derzeit das Problem, dass sie ihr Geld nicht gewinnbringend anlegen können: Doch das könne sich rasch ändern: «Wenn der Franken schwächer wird oder der Ölpreis steigt, gibt es Inflation. Dann steigen die Zinsen.» Eine Erhöhung des Rentenalters sieht er beim Volk als chancenlos. (kad)

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Jacques Moretti wurde auch in der Schweiz bereits verurteilt – die Sonntagsnews
Mängel bei den Ermittlungen zur Brandkatastrophe in Crans-Montana, eine Verurteilung des Barbetreibers im 2016 und die Walliser Staatsanwaltschaft an der Kapazitätsgrenze: Das findet sich in den Sonntagszeitungen.
Akten zur Strafuntersuchung zum Brand von Crans-Montana VS haben laut der «NZZ am Sonntag» grosse Mängel bei den Ermittlungen aufgezeigt. Unter anderem seien die Smartphones der Betreiber der Bar erst acht Tage nach der Katastrophe beschlagnahmt worden, wie die Zeitung gestützt auf Ermittlungsakten schrieb. Die Staatsanwaltschaft habe die Mitglieder der Walliser Behörden zudem mit Samthandschuhen angefasst, urteilte die Zeitung. Der Sicherheitschef der Gemeinde habe zwei Tage nach dem Brand persönlich Dokumente zur Bar bei der Staatsanwaltschaft abliefern dürfen – obschon er sich in einem Interessenskonflikt befinde. Die Akten bestätigen laut der Zeitung zudem, dass die Staatsanwaltschaft offenbar die Autopsie der Opfer vergessen hatte. Die Dokumente lassen laut der «NZZ am Sonntag» weiter darauf schliessen, dass die Wohnung der Barbetreiber nicht durchsucht worden ist. Die Staatsanwaltschaft und die Anwälte der Barbetreiber nahmen demnach keine Stellung.
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