Schweiz
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ARCHIV - Daniel May, stellvertretender Fahnenverwalter des Bundes, beflaggt am Donnerstag, 31. Juli 2003, in Bern, den Staenderatsbalkon des Bundeshauses mit den Kantons- und der Schweizerfahne fuer den Bundesfeiertag. - Der Staenderat bleibt dabei: Die Geberkantone sollen gleich viel in den Nationalen Finanzausgleich (NFA) einzahlen wie bisher. Bereits zum zweiten Mal hat die kleine Kammer am Dienstag eine Senkung der Beitraege abgelehnt. Damit stellt sich der Staenderat gegen den Nationalrat und den Bundesrat, welche die Geberkantone entlasten wollen. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Bild: KEYSTONE

Finanzausgleich: So viel zahlt oder erhält dein Kanton



Der Kanton Zürich muss kommendes Jahr mehr zum Finanzausgleich beitragen als im laufenden Jahr, der Kanton Bern erhält weniger. Insgesamt steigen die Zahlungen gegenüber dem Vorjahr um 61 Millionen auf knapp 5.3 Milliarden Franken an.

Die Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV) hat die Ausgleichszahlungen der Kantone für das Jahr 2020 ermittelt. Die Berechnung berücksichtigt die vom Parlament beschlossenen Anpassungen, wie sie in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt.

Am stärksten belastet wird wie üblich der Kanton Zürich mit 516.9 Millionen Franken. An zweiter und dritter Stelle folgen Zug mit 329.7 Millionen und Genf mit 274.9 Millionen.

Genf und Basel-Stadt zahlen weniger

Zürich zahlt 29.8 Millionen Franken mehr als im Vorjahr. Auch der Kanton Schwyz muss rund 20 Millionen mehr beitragen und kommt auf 220 Millionen Franken. Zug trägt ungefähr gleich viel bei. Genf und Basel-Stadt zahlen dagegen weniger als 2019 - Genf rund 24.9 Millionen, Basel-Stadt 16.8 Millionen.

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Quelle: admin.ch

Der grösste Nehmerkanton bleibt Bern. Er erhält 1.101 Milliarden Franken, 85.8 Millionen weniger als 2019. St. Gallen erhält mit knapp 440 Millionen Franken 28.3 Millionen Franken weniger. Aargau dagegen erhält 59.8 Millionen mehr und kommt auf 460.6 Millionen Franken. Der Kanton Wallis erhält 28.7 Millionen mehr und kommt auf 760 Millionen Franken.

10 Kantone verbessern sich

Der Ressourcenausgleich ist das wichtigste Gefäss des Finanzausgleichs. Er hat zum Ziel, ressourcenschwache Kantone mit genügend Mitteln auszustatten. 2020 nehmen die Ausgleichszahlungen an die ressourcenschwachen Kantone um 1.7 Prozent zu.

In 10 Kantonen hat sich die Lage verbessert, der Ressourcenindex stieg. In 16 Kantonen ist der Index gesunken. Die grössten Zunahmen weisen die Kantone Schwyz, Appenzell Innerrhoden und Zug auf. Am stärksten sank der Ressourcenindex in den Kantonen Neuenburg, Obwalden und Basel-Stadt.

Mechanismus angepasst

Das Parlament hat vor kurzem eine Reform des Finanzausgleichs verabschiedet. Die Anpassungen werden ab 2020 umgesetzt. Das zentrale Element ist die garantierte Mindestausstattung im Ressourcenausgleich in Höhe von 86.5 Prozent des schweizerischen Mittels. Im Jahr 2020, dem ersten Jahr der Übergangsphase, beträgt der Zielwert 87.7 Prozent. Dies betrifft die Kantone Jura und Wallis, die nach dem Ressourcenausgleich auf diesen Wert kommen.

So funktioniert's:

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Bild: KEYSTONE

Mit der Reform spart der Bund ab 2021/2022 rund 280 Millionen pro Jahr. Diese Einsparungen fliessen vollumfänglich den Kantonen zu. Im Jahr 2020 werden aber noch keine Bundesmittel frei, weil der Bundesbeitrag auf dem verfassungsmässigen Maximum fixiert wird. Dies ist mit einer Mehrbelastung des Bundes verbunden.

Künftig mehr für Zentrumslasten

Neben dem Ressourcenausgleich gibt es die beiden Lastenausgleichsgefässe: Entlastet werden Kantone, die durch ihre Zentrumsfunktion oder durch ihr Gelände übermässig belastet sind.

Der Beitrag des Bundes an den Lastenausgleich beträgt im Jahr 2020 rund 729 Millionen Franken, je 364 Millionen für den geografisch-topografischen und den soziodemografischen Lastenausgleich. Ab 2021 werden die Mittel für den soziodemografischen Lastenausgleich erhöht.

Die Berechnungen werden nun den Kantonen zur Stellungnahme unterbreitet. (aeg/sda)

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Avenarius 03.07.2019 10:45
    Highlight Highlight Also, der Finanzausgleich ist etwas, was mich als Schweizer stolz macht. Ein gutes Mittel, ein Land vereint voran zu bringen. Super.
  • Fairness 02.07.2019 18:34
    Highlight Highlight Mich würde mal interessieren, wieso so viele Zürcher Unternehmen, grössere und kleinere, in SZ und ZG für den Briefkasten Steuern zahlen anstatt in Zürich, wo die Geschäfte gemacht werden.
  • wolge 02.07.2019 17:31
    Highlight Highlight Ich sage nur: Bitte Bern...
  • CH-Bürger 02.07.2019 16:43
    Highlight Highlight Schade nur, dass die Geberkantone in der Minderheit sind oder nicht mitbestimmen können, wenn sich Nehmerkantone grosse teils unsinnige Projekte leisten wollen. Vielleicht sollte man fairerweise die Geberkantone mitbestimmen lassen damit das Geld auch dort eingesetzt wird wo es nötig ist.
  • MacB 02.07.2019 16:09
    Highlight Highlight Der nationale Finanzausgleich ist ein bewährtes und gutes Mittel. Ich bin ein Fan davon, egal wer nun zahlt und wer nicht. Letztlich profitieren die Geberkantone aus verschiedenen Gründen (Steuerwettbewerb, geographische Lage, etc.), manchmal "zu Lasten" anderer Kantone. Da sich die Kantone aber nicht bekämpfen sollten, ist der NFA ein gutes Mittel, um die Nation zusammenzuhalten.

    Eine Frage aber aus Interesse: Wo liegen eigentlich die strukturellen Schwächen von Bern?
    • wolge 02.07.2019 17:36
      Highlight Highlight Kleiner Scherz:

      Probier's mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit
      jagst du den Alltag und die Sorgen weg.
      Und wenn du
      stets gemütlich bist und etwas appetitlich ist, dann nimm es dir egal von welchem Fleck.

      Was soll ich woanders, wo's mir nicht gefällt?
      Ich gehe nicht fort
      hier, auch nicht für Geld.
      Die Bienen summen in der Luft, erfüllen sie mit Honigduft,
      und schaust
      du unter den Stein, erblickst du Ameisen, die hier gut gedeih'n.
      Probier mal zwei, drei, vier.
      Denn mit Gemütlichkeit kommt auch das Glück zu dir!
      Es kommt zu dir!

      Probier's mal mit Gemütlichkeit...
    • Corahund 02.07.2019 19:28
      Highlight Highlight links, grün, fertig
    • Ueli der Knecht 02.07.2019 21:19
      Highlight Highlight Bern ist zweisprachig, das kostet,
      mit Haslideutsch dreisprachig,
      hat Stadt und Land,
      Mittelland, Jura und viel Alpen,
      Verkehrsinfrastruktur kreuz und quer,
      Bahninfrastruktur aus Urzeiten,
      BLS, RBS, SBB,
      deshalb sind der Bahnhof Bern drei Bahnhöfe,
      Biel ist freie Stadt, multikulti,
      Haslital quasi autonom, monokulti,
      und
      kommt noch dazu der Berner Beitrag zur Kultur in der Reithalle, Anarchie, und das Katz-Maus-Ergotherapie mit der Police Bern,
      hohe Steuern schreckt die Wirtschaft ab,
      ausser reiche Steuerflüchtlinge in Gstaad.
      (nicht vollständig)
    Weitere Antworten anzeigen
  • tinu77 02.07.2019 16:04
    Highlight Highlight Wieso bin ich nicht erstaunt über den Kanton Bern. Nix leisten, die hohle Hand machen aber sich immer schön über Zürich und die anderen Geber beklagen. Momoll, beeindruckend!
    • dan2016 04.07.2019 09:55
      Highlight Highlight ich bin immer wieder über die Unwissenheit, welche oft zu Arroganz führt, erstaunt. Macht Ihr Zürcher die hohle Hand bei der Arbeitslosenversicherung (da findet ein Transfer von Uri in den Kanton Zürich statt)? Kann ich draus schliessen, dass ihr Arbeitsscheuer seid als die Urner? Oder ist es schlicht und einfach so, dass die Urner ihre Solidarität in dieser Frage still leben währendem Ihr es permanent rausschreien müsst?

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