Schweiz
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ARCHIV --- ZUM REFERENZZINSSATZ ALS BERECHNUNG DER MIETEN STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- View of the residental estate Le Lignon with 2'700 flats in Vernier near Geneva, Switzerland, pictured on October 25, 2013. The estate has a length of more then 1 kilometer and is said to be one of the longest buildings worldwide. Two multistory buildings with 26 and 30 floors are also part of Le Lignon. Designed for 10'000 residents, now approximately 6'000 people live there. The percentage of young residents is much above average, and many inhabitants come from low-income backgrounds. The canton of Geneva plans to put a preservation order and a monumental protection on the architectonic complex. (KEYSTONE/Martial Trezzini) Die Ueberbauung Le Lignon in Vernier bei Genf, aufgenommen am 25. Oktober 2013. Mit ueber einem Kilometer Laenge gilt der Komplex als eines der laengsten Gebaeude der Welt. 2700 Wohnungen gibt es hier, zum Hauptgebaeude gehoeren auch zwei Hochhaeuser, je 26 und 30 Etagen hoch. Konzipiert fuer 10 000 Menschen, wird Le Lignon heute von knapp 6000 Personen bewohnt. Der Anteil der Jungen ist ueberdurchschnittlich hoch, viele Mieter stammen aus sozial schwaecheren Schichten. Jetzt will der Kanton Genf dieses architektonische Ensemble unter Denkmalschutz stellen. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Bild: KEYSTONE

Die gute Nachricht: 2016 sinken die Mieten. Die schlechte Nachricht: Nur um 0,3 Prozent



Bei den angebotenen Mietwohnungen und den Eigentumswohnungen zeichnet sich im nächsten Jahr eine Trendwende ab: Beides soll erstmals seit der Jahrtausendwende günstiger werden, wobei die Preisrückgänge vorerst nur gering sind.

So prognostiziert das Beratungsunternehmen Wüest & Partner für 2016 einen Rückgang der Mieten für angebotene Wohnungen um 0.3 Prozent. Eigentumswohnungen sollen um 0.6 Prozent günstiger werden. Wenn dies eintrifft, wäre die Entwicklung hin zu immer höheren Preisen auf dem Wohnungsmarkt gestoppt. Von 2005 bis 2015 sind die Angebotsmieten im Durchschnitt jährlich um 2.8 Prozent angestiegen. Die Preise für Eigentumswohnungen haben sich in diesem Zeitraum jährlich um 3.7 Prozent erhöht.

Zur Begründung der Trendwende verweist Wüest & Partner auf vier Faktoren. So wirke sich bei den Mietwohnungen die intensive Neubautätigkeit insbesondere im Segment der kleineren und günstigeren Wohnungen preisdämpfend aus. Dazu komme, dass aus dem Ausland Zugezogene nicht mehr bereit seien, jeden Mietpreis zu bezahlen. Bei den Eigentumswohnungen dagegen lasse die Nachfrage nach, weil viele Haushalte ihren Wunsch nach Wohneigentum bereits erfüllt haben oder durch die Verschärfung der Eigenmittelanforderungen nicht mehr erfüllen können.

Preisrückgang auch in den kommenden Jahren

Robert Weinert von Wüest & Partner geht davon aus, dass diese Faktoren auch über das Jahr 2016 hinaus preisdämpfend wirken werden. Auch in den kommenden Jahren ist demnach mit rückläufigen oder stagnierenden Preisen für Eigentums- und Mietwohnungen zu rechnen. Der Trendbruch wäre damit eine tatsächliche Trendwende.

Diese wirkt sich jedoch nicht in allen Regionen gleich stark aus. So sagt das Beratungsunternehmen den Kantonen Wallis und Graubünden bei den Mietwohnungen deutliche Rückgänge von 2.1 respektive 1.7 Prozent aus. Im Kanton Zürich und im Tessin dagegen sollen die Angebotsmieten auch im nächsten Jahr noch leicht steigen.

In der Region Zürich ist der Grund dafür laut Weinert die nach wie vor starke Zuwanderung. Im Tessin stütze die bevorstehende Eröffnung des NEAT-Basistunnels die Preise. Dazu komme, dass aktuell der Ausbaustandard vieler Mietwohnung im Tessin auf das übliche Schweizer Niveau angehoben werde. Südlich des Gotthards sind demnach steigende Angebotsmieten auch die Folge von Investitionen in die Qualität.

Frankenstärke drückt auf die Nachfrage

Bei den Eigentumswohnungen sind die regionalen Unterschiede noch grösser. So verzeichnen die Regionen Zürich, Bern, die Ost- und die Zentralschweiz immer noch steigende Preise. Der Nordwestschweiz sowie den Kantonen Genf, Tessin, Wallis und Graubünden dagegen werden vergleichsweise starke Preisrückgänge bis zu 2.3 Prozent vorausgesagt.

Dass mit dem Wallis und Graubünden gleich zwei Bergregionen betroffen sind, ist kein Zufall. Denn in beiden Kantonen hätten gleich zwei zusätzliche Faktoren auf die Preise gedrückt, sagt Weinert. So sei nach der Annahme der Zweitwohnungs-Initiative in diesen zwei Regionen in kurzer Zeit sehr viel gebaut worden. Das Angebot sei damit markant gestiegen. Auf der anderen Seite habe jedoch mit der Aufwertung des Frankens die Nachfrage aus dem Ausland nachgelassen.

Dazu komme, dass es für ausländische Hausbesitzer zurzeit äusserst attraktiv sei, die Ferienwohnung in der Schweiz zu verkaufen. Denn nicht nur seien die erzielten Verkaufspreise nach wie vor sehr hoch. Der ausländische Verkäufer erziele auch einem deutlichen Wechselkursgewinn.

Laut Weinert ist das jedoch ein vorübergehendes Phänomen. «Wir erwarten mittelfristig, dass wegen der Zweitwohnungs-Initiative die Preise in diesen Regionen wieder anziehen werden.» (sda)

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