Schweiz
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Warum Österreich viel mehr künstlich beschneit als wir – und uns das egal sein kann

Wenn es um Schneekanonen geht, rühren die Österreicher mit der grossen Kelle an. Die Schweiz kann da nicht mithalten, will das aber auch gar nicht: Und das nicht bloss wegen höher gelegener Skigebiete. 

05.01.17, 09:03 05.01.17, 18:00
Leo Helfenberger, Felix Burch


Es ist ziemlich einfach: Wer im Wintersport nicht den Anschluss verlieren will, muss technische Beschneiungsanlagen besitzen – auch wenn Kunstschnee für die Umwelt bestimmt nicht nur unbedenklich ist. Die Wintersportorte müssen heute Schnee garantieren können. 

Wie so oft wenn es um den Vergleich mit unserem Nachbar geht, hat Österreich die Nase vorn. 70 Prozent seiner Pistenflächen kann der Gigant schon heute künstlich beschneien – in der Schweiz sind es 50 Prozent. Dass sich die Investitionen, die bei uns in den letzten Jahren getätigt worden sind, geloht haben, zeigen die vergangenen Festtage. Trotz dem grossen Mangel an natürlichem Schnee lief das Geschäft akzeptabel. Grund: Der entscheidende Faktor für das Befinden der Skitouristiker ist längst nicht nur die natürliche Schneemenge.

Schweiz und Österreich im Vergleich:

Österreich Schweiz Beschneiung künstliche Schneekanonen Skigebiet

Umsätze betreffen 2015/2016. Bild: watson

Trotzdem wird momentan nicht in Anlagen für künstlichen Schnee investiert was das Zeug hält. Im Gegenteil. Andreas Keller, Mediensprecher der Seilbahnen Schweiz, sagt: «Die technische Beschneiung dürfte bei uns weiter zunehmen. Allerdings kaum im Masse wie zwischen 2000 und 2010.»

Damals habe man gesehen, dass es ohne einen Grundstock an Schneekanonen eigentlich nicht mehr gehe. Jetzt sei der ganz grosse Bauboom vorbei. «Auf absehbare Zeit wird die Zunahme pro Jahr vielleicht noch zwischen 1 und 2 Prozent betragen», so Keller. 

Einen Wettlauf mit Österreich gibt es laut Keller in Sachen Schneekanonen nicht. In Österreich sei insgesamt zwar mehr Pistenfläche technisch beschneibar, allerdings habe die Schweiz mehr höher gelegene Skigebiete, was ein Vorteil sei. 

«Es ist sicher nicht unser Ziel, auf Teufel komm raus technisch zu beschneien, es ist auch nicht unser Ziel, einfach mit den Österreichern gleichzuziehen.»

Andreas Keller, Mediensprecher Seilbahnen Schweiz

Beschneiung in der Schweiz und in Österreich:

Österreich Schweiz Beschneiung künstliche Schneekanonen Skigebiet

Kosten betreffen 2016/2017. Bild: watson

Für Keller sind Skigebiete wie im Südtirol, die 100 Prozent künstlichen Schnee bieten, kein Thema. Ob man in Anlagen für Kunstschnee investiere, müsse gut überlegt sein. «In tieferen Skigebieten bringt es unter Umständen wenig, weil die Temperaturen für die Herstellung solches Schnees oft zu hoch sind.» Hingegen könne es durchaus Sinn machen, zum Beispiel eine Talabfahrt zu beschneien, weil so die Gäste am Schluss nicht auf die Bahn umsteigen müssten. 

Zwei der grössten Skigebiete im Vergleich:

Österreich Schweiz Beschneiung künstliche Schneekanonen Skigebiet

Bild: watson

Wie umweltschädigend ist das Ganze?

Die künstliche Beschneiung ist weder in der Schweiz noch in Österreich unumstritten. Pro Natura hat sich in den letzten Jahren immer wieder kritisch dazu geäussert. Der Organisation geht es um den Schutz einmaliger Lebensräume in Berggebieten. Diese seien aus folgenden Gründen bedroht:  

Den Seilbahnen ist bewusst, dass sie sich ständig im Spannungsfeld zwischen Nutzung und Schutz der Natur bewegen. Keller weist darauf hin, es habe in den letzten Jahren grosse, technische Entwicklungen gegeben. Die Beschneiungsanlagen würden immer effizienter und sparsamer. «Es gibt schon jetzt Anlagen, die ganz ohne Kompressoren auskommen; der nötige Wasser- und Luftdruck wird alleine durch das Gefälle und ausgeklügelte Düsen erzeugt», sagt Keller. In Melchsee Frutt etwa würden bereits solche System getestet.  

Die 10 besten Skigebiete der Alpen 2016

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Brikne, 20.7.2017
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23
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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Felix Walter S. 05.01.2017 17:35
    Highlight Finde, wenn's keinen Schnee hat, sollte man auch nicht Ski fahren.

    Kunstschnee ist einfach nicht dasselbe...
    14 8 Melden
  • gelb 05.01.2017 12:33
    Highlight Schöner Bericht.
    Es wäre noch interessant gewesen einen Subventionen-Vergleich zwischen Österreich und der Schweiz aufzuzeigen.
    Die österreichischen Winterdestinationen wurden bisher sehr stark vom Staat subventioniert.
    23 0 Melden
    • Döst 05.01.2017 14:14
      Highlight Die Schweiz subventioniert auch, mit Schweiz Tourismus. In A wird mit Staatsgeldern statt in Werbung eher in Tourismus-Infrastruktur investiert.
      Von diesem System könnte sich die CH eine Scheibe abschneiden, z.B. Schweiz Tourismus Werbebudget hälftig Infrastruktur-Geld.
      8 5 Melden
    • ovatta 06.01.2017 11:16
      Highlight Und auf die skis muss man nicht mal einen CH sticker kleben
      1 0 Melden
  • ovatta 05.01.2017 12:12
    Highlight Geht nach samnaun! Dort könnt ihr auch ein bisschen österreich geniessen! Das skigebiet ist mit dem von ischgl zusammengeschlossen!
    16 6 Melden
  • Piccco 05.01.2017 10:59
    Highlight Hammer Beitrag! Gratulation! Eine wirklich schöne Bestandesaufnahme mit einigen sehr interessanten Schlüssen!
    33 3 Melden
  • Döst 05.01.2017 10:48
    Highlight Österreich beschneit ca. 50% mehr Fläche als die CH, aber die Kosten sind in der CH 40% höher. Kosten pro ha A 11144, in CH 23636. Also beschneit CH doppelt so teuer...
    47 1 Melden
    • Mizzi 05.01.2017 13:14
      Highlight lieber herr “wir sind alles Menschen“

      Ddr Umsatz wird sich nicht nur auf das gekaufte Bilett beziehen, sondern auch auf das Schnippo, dass der Gast später dann zu Mittag isst. Ein weiterer Indikator für den höheren Umsatz kann auch sein, dass Östereich minim mehr Pistenfläche hat, aber massiv mehr Unternehmen. = sie machen viel mehr aus ihren Pisten und evtl. bieten sie auch mehr...?
      6 9 Melden
    • lilie 05.01.2017 14:25
      Highlight @Mizzi: Dast wunder sich nicht über die verschieden hohen Umsätze (das wird daran liegen, dass es in Ö mehr Übernachtungen gibt, in der CH mehr Tagestouristen), sondern das die Kosten für die künstliche Beschneiung in der CH höher liegen als in Ö, obwohl die Schweiz weniger Fläche beschneit. Vielleicht hat die Schweiz teurere Systeme?
      7 0 Melden
  • Döst 05.01.2017 10:22
    Highlight Beim Umsatzvergleich kann ja was nicht stimmen?!
    Und bzgl. Höhe der Skigebiete kann man auch nicht direkt vergleichen, weil die Skigebiete in A östlicher liegen.
    10 17 Melden
    • LarsBoom 05.01.2017 12:20
      Highlight Hätte nicht nur ein Nord/Süd unterschied einen Einfluss? Oder verstehe ich etwas falsch. Ich bitte um Erklärung.
      10 2 Melden
    • Aussensicht 05.01.2017 12:46
      Highlight Je östlicher, desto kontinentaler. Ergo tiefere Temperaturen im Winter. Ergo tiefere Schneefallgrenzen.
      13 0 Melden
    • Döst 05.01.2017 13:00
      Highlight Die beiden Autoren sollten die Zahlen nochmals nachprüfen. Wäre nämlich wirklich noch interessant der Vergleich.
      9 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • offspring 05.01.2017 09:49
    Highlight Ich war noch nie in Österreich auf der Skipiste, aber gemäss der ersten Grafik müssten diese ja im Vergleich zu den Schweizer Pisten, überfüllt sein? Pistenfläche unterscheidet sich nicht gross, die beförderte Passagiermenge ist jedoch in Österreich fast 2.5 mal so gross... Dies zu untersuchen wäre vielleicht spannend?
    Weisen sie eine bessere Auslastung aus? Können sie dank beschneien früher beginnen und müssen später schliessen? Wird dieser Effekt nicht nur die höhere gelegenen Gebiete in der Schweiz kompensiert?

    Fragen über Fragen ;) Da ginge noch mehr @helfenberger & burch ;)
    59 1 Melden
    • #bringhansiback 05.01.2017 10:05
      Highlight Ich selbst gehe auf den Wilden Kaiser in Ellmau Skifahren. Die Pisten sind alles andere als überfüllt, da das ganze sehr weitläufig ist.
      Die Lifte sind top. Es gibt praktisch keine Schlepplifte mehr. Alles sind mind. 4er Sessel, oftmals mit Windschutzscheibe und beheizten Kissen. Dies für rund 250€ für eine Wochenkarte.
      Ich weiss von einem Sessellift, bei dem man etwas wartet. Dies aber, weil es der Lift ist bei dem 3 Traverspisten zusammenkommen und oben wieder auseinandergehen.
      7 4 Melden
    • Döst 05.01.2017 10:33
      Highlight Kenne nur Vorarlberger Skigebiete in A. Auf den Pisten hat's gleich viel Platz wie in CH. Schlepplifte existieren praktisch nicht mehr (Montafon Silvretta, Lech Zürs oder Damüls).
      Interessanter ist eher, dass A mit 20% mehr Liften, fast 2.5x mehr Personen transportiert. Erklärt sich vielleicht damit, dass die Bahnen in A eher moderner sind (ein Sessellift hat mehr Personenlesitung als Schlepplift). Aber das allein kannst nicht sein. Das Verhältnis Lifte zu Personentransport würde teils die Preisinger Schmiede für Tageskarten erklären.
      13 0 Melden
    • Döst 05.01.2017 12:58
      Highlight @Benis: Von km ist man vielleicht eher weggenommen, weil da gerne mehrfach gezählt wurde. Von dem her ist Fläche sicher realistischer. Wird dann wohl mit Geodaten am Computer vermessen.
      3 0 Melden
  • Manuel Kopp 05.01.2017 09:32
    Highlight Ich denke Ischgl ist hier ein schlechter Vergleichspartner, da sich ein grosser Teil des Skigebiets auf Schweizer Boden (Samnaun) befindet und auch von dort mitfinanziert wird. Hier könnte man vielleicht Serfaus/Fiss/Ladis oder Kitzbühel als Vergleich verwenden.
    33 2 Melden
    • Fabio74 05.01.2017 10:50
      Highlight Kannst das Zillertal nehmen, Schladming, Ötztal, Pitztal etc
      5 1 Melden
  • Toerpe Zwerg 05.01.2017 09:24
    Highlight Ein Sätzchen locker flockig und so wunderbar passend als Einleitung für den Vergleich: "Wie so oft wenn es um den Vergleich mit unserem Nachbar geht, hat Österreich die Nase vorn."

    Inhaltlich eine klassische Niete.
    30 11 Melden
    • Toerpe Zwerg 05.01.2017 09:58
      Highlight Südtirol by the way ...
      4 10 Melden
    • Anonymer 05.01.2017 11:54
      Highlight ...liegt nicht in Österreich.
      18 0 Melden

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