Schweiz
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700 statt 20'000 Franken: Thurgauer kauft Hepatitis-Medikament in Australien 



Im Kanton Thurgau leben rund 2700 Menschen mit Hepatits. Einer davon war Daniel Frischknecht. Der Kantonsrat kämpfte erfolgreich gegen die schwere Krankheit und gegen überteuerte Medikamente.

Der 54-jährige Psychologe erzählte an der Ratssitzung von seiner Hepatitis-Infektion, mit welcher der ehemalige Drogenkonsument 30 Jahre lang lebte. Dank dem christlichen Glauben überwand Frischknecht die Heroinsucht.

Dass er sich mit Hepatitis C angesteckt hatte, wusste er. Doch die Krankheit machte sich lange nicht bemerkbar. 1996 hatte er einen ersten Schub. «Ich fühlte mich schlapp und müde und wäre am liebsten bereits nach dem Mittagessen ins Bett gegangen», erinnert sich Frischknecht. Die Ärzte diagnostizierten eine Leberfibrose und schlugen ihm eine Behandlung mit Interferon vor. Wegen der schweren Nebenwirkungen habe er aber abgelehnt, erzählte Frischknecht nach der Ratssitzung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Leberzirrhose

Vor zwei Jahren seien dieselben Symptome wieder gekommen. Zuerst habe es geheissen, die Erkrankung sei nicht so gravierend, die Krankenkasse müsse die Heilungskosten nicht übernehmen. Doch Frischknecht suchte Hilfe bei einem andern Spezialisten.

Eine Leberpunktion ergab schliesslich eine Leberzirrhose. «Nun war ich ein schwerer Fall und die Kosten waren kein Thema mehr», sagt Frischknecht. Die Behandlung begann. Als er erfuhr, dass die Medikamente in der Packung, welche die Fachfrau ihm gab, 20'000 Franken kosteten, habe es ihm die Sprache verschlagen.

Medikament in Australien 30 Mal billiger

Für die gesamte Therapie hätte er drei Packungen gebraucht, was 60'000 Franken gekostet hätte. Er erkundigte sich bei einem Bekannten, einem Facharzt, nach Alternativen und bestellte schliesslich in Australien Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff.

Diese kosteten rund 30 Mal weniger: 700 statt 20'000 Franken pro Packung. Die Medikamente habe er aus der eigenen Tasche bezahlt. «Das ist doch Geschäftemacherei. Ich kann nicht verstehen, dass das Bundesamt für Gesundheit diese Praxis der Pharma-Industrie schützt», sagt Frischknecht, der nach der erfolgreichen Therapie von Hepatitis geheilt ist.

Am Mittwoch diskutierte der Thurgauer Grosse Rat eine Interpellation mit dem Titel «Still aber folgenreich: Bekämpfung der Hepatits B und C Epidemie im Thurgau». Eingereicht hatte sie die Thurgauer SP-Kantonsrätin Marina Bruggmann. Wie die Pflegefrau schreibt, sterben in der Schweiz fünf Mal mehr Menschen an den Folgen von Hepatitis C als an einer HIV-Infektion, obwohl Hepatits C seit 15 Jahren geheilt werden kann. (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • LobotomieX 13.09.2018 10:04
    Highlight Highlight Hier ein ganz klares Beispiel:

    Ohne Pharmakonzerne gäbe es das Medikament nicht.

    Wie wie viel darf nun eine solche Pharmafirma den Bürger melken?

    Polemisches rumgackern wie heir die meisten tun, hilft nichts.

  • Medardus Sen 13.09.2018 09:50
  • andrew1 13.09.2018 08:18
    Highlight Highlight 800-1000 könnte man ja noch gerade irgendwie rechtfertigen. Aber bei 20000 fr wirds schon schwierig. Aber eben wenn zwei länder am anderen ende der welt liegen kann man gut eine geografische preisdifferenzierung machen um die kaufkraft optimal abzuschöpfen. Die wenigsten werden wohl geschwächt und krank die reise nach australien unternehmen um etwas abzuholen. Eine frechheit und unethisch sind solche differenzierungen dennoch.
  • Stromer5 13.09.2018 06:24
    Highlight Highlight Tafalgan hat auch die gleichen Inhaltsstoffe wie Neocitran, abgesehen vom Vitamin C und kostet auch weniger.
  • Staatsgebeutelter 13.09.2018 06:13
    Highlight Highlight Wieso soll der Bund bei dieser Praxis intervenieren?
    Es ist doch bis auf den Betroffenen eine Win-Win-Situation solch hohen Preise für Medis nicht anzutasten denn alle, vom Bund bis bis zum Letzten profitieren finanziell daran. Man halte sich vor Augen Dinge müssen sich lohnen in der Schweiz, es geht nicht um die Sache, es geht ums Geld.
    Und die meisten Bürgerlein merken es nicht.
  • Influenzer 13.09.2018 04:16
    Highlight Highlight Das passiert wenn Unternehmen nicht von verantwortungsbewussten Patrons sondern von dressierten Börsen-und Selbstoptimierern geleitet werden. Erinnert mich an die Päpste der Renaissance.
  • Charming 12.09.2018 21:30
    Highlight Highlight Als Ex-Betroffener weiss ich, dass folgende Fakten belegt sind:
    1. Gilead hat den entwickelten Wirkstofff von einer kleinen Biofarma-Firma für 1Mia aufgekauft!
    2. Bereits ab dem zweiten Jahr machten sie Gewinn! (Sofosbovir)
    3. Ihr CEO "verdient" jährlich 600 Mio und
    das BAG wusch lange seine Hände in Unschuld! (Können leider nichts machen, snif...)
    6. Ihr CEO und die der Pharmalobby verdienen Millionensaläre!
    Lösung: Der Staat MUSS Forschung betreiben und wichtige Medis für seine Bevölkerung entwickeln! Nur so kann der ausbeuterischen Privatwirtschaft die Stirn geboten werden!
    7.
  • Highfin 12.09.2018 20:06
    Highlight Highlight Es funktioniert so: Über eine australische Organisation kann man ein Generika aus Pakistan oder Indien beziehen; daher der Tiefe Preis. Man verzollt dann das Medi (1800$ ungefähr 70 Stütz Zoll)
  • banda69 12.09.2018 17:42
    Highlight Highlight Hohe Löhne. Hohe Preise.

    Novartis CEO Jimenez ca. CHF 10.3 Mio./Jahr

    Vasella soll das doppelte verdient haben.



    Und die SVP hat die Abzocker-Initiative bekämpft und stumpf gemacht. Ja die SVP, die tut was fürs Volk


    https://m.20min.ch/finance/news/story/so-viel-verdiente-der-abtretende-novartis-ceo-16482734
    • LobotomieX 13.09.2018 10:00
      Highlight Highlight Die CEO Löhne sind ein Furz. Roche & Novartis alleine geben 10MRD für die Forschung aus - Pro Jahr.

      Pharma mag ein Saustall sein, aber unprofessionalles Phrasendreschen bringt hier auch keine Lösung.
  • Ökonometriker 12.09.2018 17:31
    Highlight Highlight Das Medikament ist gelistet vom Pharmaceutical Benefits Scheme (PBS), d.h es wird vom australischen Steuerzahler subventioniert und ist daher so billig... es bezahlt einfach jemand anderes dafür, nicht der Herr Frischknecht und seine KK.
    • swisskiss 13.09.2018 00:50
      Highlight Highlight Ökonometriker: Fast richtig. Die Preisfestsetzung von Medikamenten, die in der PBS gelistet sind, werden laut National Health (Pharmaceuticals and Vaccines — Cost Recovery) Regulations 2009.
      laut Absatz 3 des Gesetz definiert und die Kosten werden festgelegt durch das Gesunheitsministerium.
    • SimonaKin 13.09.2018 07:38
      Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass der Staat dort umgerechnet 19300 Fr. dafür bezahlt?
    • Ökonometriker 13.09.2018 11:26
      Highlight Highlight @SimonaKin: nein, umgerechnetvnur etwa CHF 13900. Der Bund konnte sich bei uns inzwischen aber auch einen Rabatt von 35% für Schweizer sichern, somit kostet das Medikament dann auch "nur" noch CHF 12550 bei uns.
  • R. Peter 12.09.2018 17:00
    Highlight Highlight Was ist denn der alternative Vorschlag? Wie soll die Entwicklerfirma Entwicklungskosten reinholen und Reserven für die jeweils sehr unsichere Zukunft und Investitionen bilden?

    Klar ist der Preis hoch, dennoch fehlen mir Alternativen.
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 12.09.2018 17:19
      Highlight Highlight In Australien scheint es doch auch zu funktionieren? ... ah halt einmal. Ist die Pharmafirma eine CH Firma und sind praktisch alle Pensionskassen investiert? Dann ist es okay, das die Allgemeinheit das bezahlt.
    • Yakari9 12.09.2018 17:33
      Highlight Highlight Die Firma, die das Medikament verkauft, hat dieses nicht selber entwickelt, sondern ein Unternehmen aufgekauft. Den Kaufpreis von ein paar Milliarden ist schon längst wieder im Kasten... Jetzt wird nur noch Geld gescheffelt!
    • Forrest Gump 12.09.2018 17:43
      Highlight Highlight Bin absolut dafür, dass die Pharmafirmen fair entschädigt werden müssen und auch einen gewissen Gewinn erzielen können. Es muss ein Anreiz bestehen, überhaupt zu forschen. Wobei die Leute ja eigentlich in dieser Bramche auch eine gewisse intrinsische Motivation haben sollten, den Menschen zu helfen. Bei den aktuellen Millionen-Boni für ihre Manager und Gewinnen in Milliardenhöhe könnte ich aber kotzen..
    Weitere Antworten anzeigen
  • So en Ueli 12.09.2018 16:53
    Highlight Highlight Die Aussichten, dass bei uns die Preise für Medis sinken, sehe ich als düster. Unsere Pharma Konzerne haben zu viele Interessenvertreter und Geld in unserer Politik, als dass isch etwas ändern würde.
  • Glücksbringer 12.09.2018 16:51
    Highlight Highlight Was in der Schweiz bezüglich Preisen, nicht nur bei Medikamenten läuft, ist einfach nur frech und, in Fällen wie diesem, sogar kriminell. Ich habe das schon oft mit Schweizern diskutiert, aber die meisten rechtfertigen solche Missbräuche mit fadenscheinigen Argumenten. Schliesslich habe ich gedacht, geschieht ihnen recht.
  • ostpol76 12.09.2018 16:42
    Highlight Highlight Darf man so ein Medikament eigentlich legal importieren? Oder gibt es da Probleme mit dem Zoll?
    • deepmind96 12.09.2018 17:47
      Highlight Highlight Soweit ich weiss, darf man das. Man muss es einfach aus dem eigenen Sack bezahlen. Die KKs dürfen im Ausland gekaufte Medis nicht mehr vergüten.
    • balzercomp 12.09.2018 20:47
      Highlight Highlight Nur den Bedarf für einen Monat. Aber ich nehme an, dass sich fast keiner daran hält.
  • DemonCore 12.09.2018 16:38
    Highlight Highlight Jetzt gehören endlich Leute vor den Richter gestellt. Oder ist die Justiz auch mit der pharma im Bett?
  • Oh Dae-su 12.09.2018 16:35
    Highlight Highlight Solche Fälle finde ich immer schwierig zu beurteilen. Einen solchen Wirkstoff zu finden bedeutet für eine Pharmafirma einen 6er im Lotto. Er lässt sich billig herstellen und heilt exklusiv eine Krankheit, die sonst kein anderer Workstoff heilen kann. Da ist es nicht verwunderlich, dass eine Pharmafirma versucht, möglichst viel Geld damit zu verdienen.
    Ein wirksames Mittel dagegen wäre z.B. das Erlauben von Parallelimporten oder das Medikament eifach aus dem Programm zu nehmen, bis eine Preissenkung erfolgt ist. Aber erklär du mal einem Kranken dass für seine Heilung leider kein Geld da ist...
    • Schlange12 12.09.2018 16:59
      Highlight Highlight Deine Punkte sind völlig korrekt, aber nach dem die Krankheit seit 15 Jahre heilbar sind, ist das Patent für die Arznei auf welchem die Genesung münzt sicher ausgelaufen. Also ist eher der Punkt weshalb ein Produkt welches in Australien erhältlich ist für 700 Franken keine Zulassung bei uns erhält? Weiter weshalb kein Generikum / Biosimulars erhältlich ist? Zuwenig Marge?

      P.S: Mir ist bewusst das das Paten 20 Jahre gilt. Aber die Zulassung, Studie 1-3 brauchen auch Zeit.
    • El Vals del Obrero 12.09.2018 17:19
      Highlight Highlight Das Problem ist einfach, dass da das geheiligte Marktprinzip nicht funktionieren kann.

      Solange Krankenkasse zahlt: Preis ist dem Kranken egal (was kein Vorwurf sein soll). Also kann Pharmafirma Mondpreise verlangen.

      Ohne Krankenkasse würde zwar der Markt funktionieren, aber einfach so, dass es dann halt heisst "Wer reich ist hat ein längeres Leben, die anderen sollen halt sterben."
    • Oh Dae-su 12.09.2018 17:56
      Highlight Highlight @Schlange12
      Ich kenn das Problem im konkreten Fall leider nicht. Vielleicht hat einfach noch niemand eine Zulassung des Generikas in der Schweiz angestrebt?

      @meine senf
      Das ist leider allgemein das Problem im Gesundheitswesen. Jeder weiss dass etwas schief läuft, aber kaum jemand hat wirklich einen Anreiz dies zu ändern.
      Vielleicht würde eine kaufkraftbereinigte Preisdeckelung bei Medikamenten helfen? D.h. ein Medikament darf in der Schweiz kaufkraftbereinigt nicht teurer sein, als in einem anderen Land um von der Krankenkasse übernommen zu werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • einkritischer 12.09.2018 15:40
    Highlight Highlight Wir sollten uns bewusst werden, dass hier in der schweiz einiges ganz krass schif läuft, und zwar nur deswegen, weil es eine stattlich anzahl geldgieriger und unehrlicher manschen gibt, denen es keinesfalls um das wohl der patienten geht. diese haben sich sicherlich abgesichert, aber falls einer von jenen das liest, so soll es ihm bewusst werden, wie unfair das ist, und zwar jeden tag in der zukunft 100x. Vielleicht ändert sich dann irgendwann etwas.
  • Caturix 12.09.2018 15:39
    Highlight Highlight Die verdienen noch Geld mit 3x700 Chf. Da fragt man sich sicher ob das nich schon Kriminell ist was die in unserem Land abkassieren.
  • Roxy_red 12.09.2018 15:25
    Highlight Highlight Wahnsinn 😳
    Aber warum sind sie so teuer hier?
    • Dr. Zoidberg 12.09.2018 15:37
      Highlight Highlight weil wir bereit sind, die preise zu bezahlen.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Sofosbuvir

      und bevor jetzt die übliche schreierei von wegen "das muss der markt richten, die in bern sind unfähig" aufkommt: im gelobten land der freien marktwirtschaft (usa! usa!) sind medis ERHEBLICH teurer als in europa (in diesem fall sind es ca. 85000 $ für die 12 wochen).
    • balzercomp 12.09.2018 20:56
      Highlight Highlight Zoid, nur die Patentgeschützen. Die freien sind deutlich günstiger. So wie die Vitamine und sonstige rezeptfreie Medikamente.
    • Dr. Zoidberg 12.09.2018 21:17
      Highlight Highlight @balzer

      nö. ich habe von europa geredet, nicht von der schweiz. beispiel aspirin: 100 tabletten in merkelland 5 € - in der apotheke (was innerhalb der eu der höchste preis ist, in spanien zb sind es etwa 3 €). in trumpland im supermarkt (walgreens) etwa 8$. noch eins? ok, das patentfreie original marcumar 10mg kostet in merkelland ca. 20 € / 100 tabletten. das us gegenstück heisst coumadin 10 mg, 90 tabletten kosten bei walgreens schlappe 296$.

      vitamine betrachte ich nicht als medikamente.
  • N. Y. P. D. 12.09.2018 15:24
    Highlight Highlight Welches Pharmaunternehmen verlangt ZWANZIGTAUSEND Franken für so ein Schächtelchen ?

    Und in Australien kostet es 700 Mäuse.

    Was läuft hier eigentlich schief ?
    • ralck 12.09.2018 15:39
      Highlight Highlight Hey, moment mal, das BAG konnte 2017 eine sagenhafte Preissenkung von 35 (!) Prozent erreichen: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/aktuell/news/news-26-06-2017.html

      Ich sag nur: Ich bin dankbar für jeden Tag, an dem ich diese Gesundheits-Mafia einzig mit dem Bezahlen der KK unterstützen muss. Jede/r, die/der von diesen geldgeilen Firmen abhängig ist, tut mir verdammt leid.
    • Marco Retsum 12.09.2018 16:31
      Highlight Highlight Stimmt so halt auch nicht. Die Medikamente in Australien sind teurer als 700 Dollar. Jedoch kann man über eine Organisation in Australien die Medikamente aus Indien oder Bangladesh importieren. (Die Pharmafirmen haben für diese Länder die Lizenzgebüren drastisch gesenkt, da dort sehr viele Hepatitis C Erkrankte leben, die sich die Therapie niemals leisten könnten)
    • Zappenduster 12.09.2018 16:55
      Highlight Highlight Also in indien wird es in diesem Fall mit Verlust verkauft, so aus reiner nächsten Liebe? Glaube nicht...
    Weitere Antworten anzeigen
  • lily.mcbean 12.09.2018 15:16
    Highlight Highlight Das Bundesamt für Gesundheit steht sicher auch auf der Lohn-Liste der lieben Pharma Lobby
  • niklausb 12.09.2018 15:14
    Highlight Highlight Viel spass bei der Auseinandersetzung mit der Pharmalobby. Die sind so schlüpferig und schleimig da wird eine Nacktschnecke neidisch.

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