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Schweiz
Wissen

CERN benötigt 2 Prozent des Schweizer Stromverbrauchs – neuer Notfallplan

FILE - A technician works in the LHC (Large Hadron Collider) tunnel of the European Organization for Nuclear Research, CERN, during a press visit in Meyrin, near Geneva, Switzerland, Feb. 16, 2016. Th ...
Am CERN soll weiterhin geforscht werden. Zur Not will die Europäische Organisation für Nuklearforschung aber Strom sparen.Bild: keystone

Stromfresser CERN bereitet Sparmassnahmen vor

08.09.2022, 09:2309.09.2022, 08:08

Der Stromverbrauch des CERN ist gigantisch. 1,3 TWh (Terawattstunden) verschlingen die insgesamt acht Teilchenbeschleuniger und die weiteren Betriebe pro Jahr. Mit derselben Energie könnte man 290’000 4-Personen-Haushalte (4500 kWh pro Jahr) versorgen – also über eine Million Menschen. Der Kanton Genf benötigt knapp doppelt so viel Strom (2,7 TWh), die gesamte Schweiz kam 2021 auf einen Verbrauch von 58,1 TWh.

Der Teilchenbeschleuniger, der sich sowohl auf Schweizer als auch auf französischem Boden befindet, benötigt also gut zwei Prozent des Schweizer Stromverbrauchs. In der aktuellen Lage liegt die Idee auf der Hand, den Stromfresser zur Not stillzulegen.

Wie CERN-Mediensprecherin Anais Rassat watson in einem E-Mail bestätigt, bereiten die CERN-Verantwortlichen einen Massnahmenplan vor, um im Notfall Strom zu sparen. Dieser beinhaltet unter anderem die Abschaltung einiger der Teilchenbeschleuniger. Auch der grösste und bedeutendste, der Large Hadron Collider, könnte davon betroffen sein.

ZUM 5. JAHRESTAG DER ENTDECKUNG DES HIGGS BOSON TEILCHENS AM CERN IN GENF AM DIENSTAG, 4. JULI 2017, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG – The CMS (Compact Muon Solenoid) detector  ...
Das CERN wird auch gerne als die grösste Maschine der Welt bezeichnet. Bild: KEYSTONE

Die grösste Forschungseinrichtung der Welt kann aber nicht autonom über solche Pläne entscheiden: «Wir erhalten Geld, um Wissenschaft zu betreiben. Wenn wir das nun freiwillig unterbrechen, um Strom zu sparen, müssen wir sicher sein, dass die beteiligten Länder das gutheissen», erklärt Serge Claudet, Leiter des Energiemanagements des CERN, gegenüber dem Wall Street Journal. Das Budget des CERN wird von 23 Staaten getragen, darunter auch von der Schweiz. Deutschland, Grossbritannien, Frankreich und Italien sind (in der Reihenfolge) die wichtigsten Geldgeber. Die Betriebskosten beliefen sich 2021 auf 1,366 Milliarden Franken.

Ob auch Schweizer Haushalte von einem möglichen Abschalten des CERN profitieren könnten, ist indes fraglich. Die Europäische Organisation für Kernforschung bezieht sämtlichen Strom über das französische Stromnetz und den staatlichen Anbieter EDF SA (Électricité de France SA). Es handelt sich dabei um den zweitgrössten Stromerzeuger der Welt. Im Gegensatz zu Verträgen anderer Grossabnehmer beinhaltet derjenige des CERN keine Drosselungsklausel. Solche Klauseln verpflichten Strombezüger, im Notfall, zu Spitzenzeiten oder auf Anordnung den Stromkonsum zu drosseln. Die Sparmassnahmen des CERN wären also komplett freiwillig.

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quelle: imgur
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78 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Biene_Maja
08.09.2022 09:38registriert Oktober 2017
Ok, vielleicht hab ich zu viel Dan Brown gelesen, aber wenn man die einfach machen lassen würde, könnten die doch unser Stromproblem lösen🤔😉
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Dirty Sanchez
08.09.2022 10:00registriert Mai 2019
Spricht nichts dagegen, dass die mal etwas auf die Bremse stehen, zumindest bis die Energieprobleme etwas besser im Griff sind. Ich bin selbst Wissenschaftler, aber wir haben aktuell dringendere Probleme zu lösen als Bosonen zu entdecken.. Klar ist aber, dass das nicht einfach von der Schweiz allein entschieden werden kann. Das ist ein internationales Projekt.
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Bojenmensch
08.09.2022 10:32registriert März 2020
Bei dem exorbitanten Stromverbrauch würde das bestimmt was bringen, wenn‘s hart auf hart kommt. Wenn der Saft aber wirklich aus Frankreich kommt, dann bringts uns halt auch wieder nix. Siehe damals, als sich verschiedene Länder geweigert haben, Maskenlieferungen über die Grenze zu lassen. Wenn‘s so übel kommt, ist sich jeder selbst am nächsten.
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