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Schneemangel könnte im Sommer zum Bumerang werden – Trockenheit droht

Schneemangel könnte im Sommer zum Bumerang werden – Trockenheit droht

31.01.2023, 12:14
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Der Untersee bei tiefem Pegelstand, aufgenommen am Samstag, 13. August 2022, in Triboltingen. Der Pegel liegt bei 394,80 Metern ueber Meer und ist damit Anfang August so tief wie noch nie seit Beginn  ...
Die Trockenheit war schon im Sommer 2022 enorm - im Bild der Untersee.Bild: keystone

Schweizer Wissenschaftler warnen wegen des Schneemangels vor einem trockenen Sommer. In einer neuen Studie zeigt ein Team von Forschenden aus der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden einen Zusammenhang zwischen Schneemangel und Dürren.

«Das Schneedefizit von heute ist die Trockenheit im nächsten Sommer und Herbst», wurde Klimawissenschaftlern Manuela Brunner in einer Medienmitteilung der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) vom Dienstag zitiert. Bereits letztes Jahr habe der schneearme Winter die Dürren im Sommer verstärkt.

Zum Problem im Sommer werde Schneemangel wegen des fehlenden Schmelzwassers. Darunter leiden Pflanzen im Sommer und Herbst, von Gräsern über Sträucher bis hin zu Bäumen. Aber auch die Energiewirtschaft müsse sich auf eine sich ändernde Lage der Pegelstände in ihren Speicherseen einstellen.

15 Prozent mehr in 50 Jahren

Um diesen Zusammenhang aufzuzeigen, untersuchte das Forschungsteam um Brunner, wie sich in den vergangenen 50 Jahren Dürren in der Schweiz entwickelt haben. «Im Zeitraum 1994 bis 2017 stieg die Zahl der Dürreereignisse, die durch Schneeschmelzdefizite ausgelöst wurden, um 15 Prozent im Vergleich zur Phase von 1970 bis 1993», erklärte Brunner. Die Resultate wurden kürzlich im Fachblatt «Geophysical Research Letters» publiziert.

Grund dafür sei der Klimawandel. Durch die steigenden Temperaturen steige auch die Schneefallgrenze. Insgesamt falle deswegen weniger Schnee. Ausserdem verstärke der Klimawandel die Dürre-Problematik um einen weiteren Aspekt. Da es immer wärmer werde, verdunste mehr Wasser, die Böden und Flussbette trockneten schneller aus. Ein Wandel ist laut der Klimawissenschaftlerin nicht in Sicht: «Der Trend wird auch in Zukunft anhalten.»

(aeg/sda)

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Europa trocknet aus
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Europa trocknet aus
Ein Teil des Flussbettes des Var ist ausgetrocknet.
Saint-Martin-du-Var, 7. August 2022.
quelle: keystone / sebastien nogier
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Video: watson
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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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DerHorst
31.01.2023 12:56registriert Januar 2023
Ich hoffe mal, die jüngeren Generationen bekommen das Klimadesaster in den Griff.
Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis (Ü50) darüber spreche, heisst es dann oft, den Klimawandel hats schon immer gegeben. Erwidere dann "Ja, aber nicht in dieser Geschwindigkeit und diesem Ausmass." Danach kommt meist nur noch ein sinnfreies Blabla. Sind sicher nicht alle so in meinem Alter, aber viele.
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El_Chorche
31.01.2023 12:49registriert März 2021
Ich würde mich bereit erklären, während des gesamten Sommers Ferien zu nehmen.

Wie üblich wird es dann ununterbrochen regnen und das Problem ist gelöst.
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