Schweiz
Wissen

Der Warzenbeisser ist «Insekt des Jahres 2026»

Die bis zu vier Zentimeter grosse Heuschrecke steht exemplarisch für die bedrohte Insektenvielfalt von halbtrockenen Wiesenlandschaften.
Die bis zu vier Zentimeter grosse Heuschrecke steht exemplarisch für die bedrohte Insektenvielfalt von halbtrockenen Wiesenlandschaften.Bild: Shutterstock

Der Warzenbeisser ist «Insekt des Jahres 2026»

03.12.2025, 16:4403.12.2025, 16:44

Der Warzenbeisser ist zum «Insekt des Jahres 2026» für Deutschland, Österreich und die Schweiz gewählt worden. Die bis zu vier Zentimeter grosse Heuschrecke stehe exemplarisch für die bedrohte Insektenvielfalt von halbtrockenen Wiesenlandschaften, berichtete das für die Wahl verantwortliche Kuratorium «Insekt des Jahres» am Mittwoch.

Der Warzenbeisser (Decticus verrucivorus) sei ein «Botschafter für gefährdete Lebensraumtypen», heisst es.

Das Tier sei mit seinem bulligen Körper, den langen Fühlern und dem charakteristischen würfelförmigen Muster auf den kurzen Vorderflügeln kaum zu verwechseln. «Seine Farben reichen von leuchtendem Grün bis zu erdigen Brauntönen – eine erstaunliche Variabilität, die ihn in vielen Habitaten anpassungsfähig macht», sagte der Kuratoriumsvorsitzende, Thomas Schmitt, Direktor des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts in Müncheberg (Deutschland).

In ganz Europa verbreitet

«Aufgrund ihrer hohen ökologischen Ansprüche sind grössere Populationen des Warzenbeissers aber nur dann anzutreffen, wenn ausreichend grosse Flächen für die Insekten zur Verfügung stehen.» Nur durch naturschutzorientierte Pflege, die Vernetzung von Flächen und eine nachhaltige Bewirtschaftung «kann das Fortbestehen dieser Art gesichert werden», sagte Schmitt.

Der Warzenbeisser sei in ganz Europa und Asien verbreitet. Dennoch führt der Wandel in der Landschaft zu einem Rückgang. «Die intensivere Landwirtschaft, Drainage und Aufforstung zerstören seine Lebensräume», erklärte Martin Husemann, Direktor am Naturkundemuseum Karlsruhe. Besonders problematisch sei die Isolierung kleiner Populationen – genetischer Austausch werde erschwert, wenn natürliche Korridore fehlten.

Seinen ungewöhnlichen Namen verdanke der Warzenbeisser einem alten Volksglauben: So sei man überzeugt gewesen, dass der kräftige Biss und der «scharfe Saft» des Insekts Warzen heilen könnten. «Ob diese Kur wirklich wirksam war, ist bis heute nicht geklärt – schmerzhaft war sie aber in jedem Fall», sagte Schmitt. Das Insekt des Jahres wird seit 1999 gekürt. (sda/apa/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die ultimative Otten-Slideshow (wirklich!)
1 / 102
Die ultimative Otten-Slideshow (wirklich!)

Hier bekommst du gleich die volle Ladung Otten-Bilder. Es sind wirklich, wirklich viele ...

quelle: imgur
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Löwen-Tourismus in Südafrika – Tierleid unter dem Deckmantel des Artenschutzes
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Was den Februar-Vollmond so besonders macht
Der zweite Vollmond des Jahres tritt am 1. Februar 2026 um 23:09 Uhr MEZ ein. Er steht im Sternbild Krebs und wird Schneemond genannt.
Am Sonntag, 1. Februar 2026, erreicht der Mond um kurz vor Mitternacht – um 23:09 Uhr MEZ – seine volle Phase. Es ist der zweite von dreizehn Vollmond des Jahres. Die Mondphasen folgen nicht genau unserem Kalender, deshalb gibt es ab und zu ein Jahr mit 13 Vollmonden.
Zur Story