Bündner Wölfe wagen sich nicht mehr so nah an Siedlungsräume
Die Wölfe im Kanton Graubünden haben sich im vergangenen Jahr nicht mehr so nah an Siedlungsräume gewagt, wie zuvor. Insgesamt zeigten sie etwas weniger Verhaltensauffälligkeiten, wie der Kanton am Dienstag bilanzierte.
Grund für diese Entwicklung dürfte das milde Wetter gewesen sein. Möglicherweise seien aber auch die sogenannten Regulationsabschüsse mitverantwortlich, schrieb das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden (AJF) in einer Mitteilung. Der genaue Einfluss dieser präventiven Wolfstötungen könne aber erst mit zunehmender Erfahrung beurteilt werden.
Insgesamt töteten die Bündner Behörden bei der vergangenen Wolfsjagd von September 2025 bis Ende Januar 2026 35 Wölfe. Das sind 13 Wölfe weniger als im Vorjahr. Geschossen wurden 32 Wölfe aus zehn Rudeln. Zudem waren drei verhaltensauffällige Einzelwölfe erlegt worden.
Die nun vorliegenden DNA-Ergebnisse zeigen, dass bei drei Rudeln, die zum Abschuss freigegeben waren, ein Leitweibchen und zwei Leitmännchen getötet wurden. «Solche Eingriffe können zur Auflösung oder Verdrängung eines Rudels oder zu einer Neuverpaarung des verbleibenden Elterntiers führen», liess sich der Co-Leiter des AJF, Adrian Arquint, in der Medienmitteilung zitieren.
Bestand bleibt stabil
Der Bestand der Wölfe sei mit 11,5 Rudeln stabil geblieben, hiess es weiter. Das macht Graubünden wiederum zum Kanton mit den meisten Wölfen in der Schweiz. Zum Vergleich: Das Wallis zählte noch vor der Regulation im August 2025 neun Rudel. Grenzüberschreitende Rudel werden hälftig gerechnet.
Stabil blieben gemäss den neusten Zahlen auch die Nutztierrisse in Graubünden im vergangenen Jahr. 217 Fälle verzeichnete das AJF. Die meisten Risse betrafen Schafe und Ziegen (97,7 Prozent). Fünf restliche Risse betrafen Rinder und Pferdeartige. Auch diese Zahl blieb konstant. (sda)
