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Studie der ETH: Wie trockene Wälder wieder feucht werden

ARCHIV ? ZU DEN THEMEN AN DER HERBSTSESSION DER EIDGENOESSISCHEN RAETE VON HEUTE DONNERSTAG, 12. SEPTEMBER 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Waehrend einem Presserundgang ...
Wiederhergestellte Feuchtgebiete werden oft rasch von Amphibien und Insekten als Lebensraum angenommen.Bild: KEYSTONE

Wie trockene Wälder wieder feucht werden

Ein neuer Ratgeber zeigt, wie trockengelegte Wälder wieder nass werden. Das hilft nicht nur der Artenvielfalt, sondern schützt auch vor Dürre und Hitzewellen in Siedlungsgebieten.
12.05.2026, 06:4512.05.2026, 08:45

Viele Auen-, Sumpf- und Moorwälder seien in den vergangenen Jahrhunderten entwässert worden, teilten die Forschungsinstitute Eawag, WSL und ETH am Dienstag mit. Der neue Leitfaden zeige nun, wie diese für die Artenvielfalt wertvollen Lebensräume wiederhergestellt werden könnten.

Wiederhergestellte Feuchtgebiete würden oft rasch von Amphibien und Insekten als Lebensraum angenommen, erklärte die Forscherin Karen Bussmann-Charran in der Mitteilung. Auenwälder seien für einen Grossteil der heimischen Artenvielfalt besonders wertvoll, da dort rund 84 Prozent aller Schweizer Arten vorkämen.

Biber und Bauten

Oft genügten bereits einfache bauliche Massnahmen. Der Leitfaden beschreibt das Auffüllen von Entwässerungsgräben, das Entfernen von Sickerleitungen oder die Renaturierung von Bächen. Als besonders günstiger Helfer kann auch der Biber eingesetzt werden. Wo er Dämme baut, entwickeln sich feuchte Waldstandorte von selbst und werden zu einem Hotspot der Biodiversität.

Die Wiederherstellung biete auch Vorteile im Kampf gegen den Klimawandel. Die Wälder speicherten mehr Wasser, was die Landschaft vor Dürre schütze und einen Kühleffekt für angrenzende Siedlungsgebiete habe. Zudem trage der Wasserrückhalt zum Hochwasserschutz bei.

Die Umsetzung ist jedoch nicht ohne Herausforderungen. Es sei methodisch anspruchsvoll, alle Entwässerungsgräben zu finden, sagte Bussmann-Charran. Zudem brauche es Überzeugungsarbeit bei Waldeigentümern, da ein nasser Wald schwieriger zu bewirtschaften sei. Die Erfahrung zeige aber, dass die Besitzer nach der Umsetzung oft «stolz und glücklich über die entstandene Schönheit und wahrnehmbare Artenvielfalt» seien. (sda)

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