Schweiz
Wolf

Jäger nach gewildertem Wolf im Puschlav GR im Visier der Behörden

Ein Wolf, mutmasslich "M35", aufgenommen beim Dorfeingang von Bellwald im Obergoms, Wallis, am 28. Mai 2013. Der Wolf hat in der Nacht auf Freitag, 7. Juni 2013 im Wallis erneut zugeschlagen ...
Die Bündner Staatsanwaltschaft hat nach dem Fund eines mutmasslich illegal getöteten Wolfes im Puschlav ein Strafverfahren gegen einen Jäger eingeleitet (Symbolbild).Bild: KEYSTONE

Jäger nach gewildertem Wolf im Puschlav GR im Visier der Behörden

09.02.2026, 11:2009.02.2026, 11:20

Die Bündner Staatsanwaltschaft hat nach dem Fund eines mutmasslich illegal getöteten Wolfes im Puschlav ein Strafverfahren gegen einen Jäger eingeleitet. Die Polizei ermittelte zuvor zusammen mit den Wildüberwachungsbehörden, wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage von Keystone-SDA schrieb.

Die Ermittlungen hätten unmittelbar nach dem Fund des toten Wolfs begonnen, hiess es am Montag bei der Staatsanwaltschaft weiter. Da das eingeleitete Strafverfahren noch laufe, gäbe es zurzeit noch keine Angaben zum Tathergang.

Das Raubtier wurde im vergangenen September im Bündner Südtal Puschlav gefunden. Es wies eine tödliche Schussverletzung auf. Im betreffenden Gebiet lagen vom Bund keine Bewilligungen zum Abschuss von Wölfen vor.

Laut Strafgesetz kann Wilderei in der Schweiz mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Busse bestraft werden.

13 gewilderte Wölfe seit 1999

Laut nationalen Statistiken der Stiftung Kora und der Gruppe Wolf Schweiz sind seit 1999 im Land 13 Wölfe gewildert worden. Drei davon in Graubünden. Würde sich der vorliegende Fall bestätigen, wären es vier.

Die meisten Fälle gab es jedoch im Wallis. Sieben waren es bisher an der Zahl, dazu einer in St. Gallen und einer in der Waadt. In Freiburg wurde 2017 ein Wolf vergiftet.

Die Dunkelziffer dürfte aber grösser sein, wie die Gruppe Wolf Schweiz auf Anfrage von Keystone-SDA schrieb. Die bestätigten Fälle seien nur ein kleiner Ausschnitt. Diese Wölfe hätten vermutlich angeschossen fliehen können und seien deswegen von ihren Wilderern nicht beseitigt worden. Ansonsten werde ein solcher illegaler Abschuss «sorgfältig vertuscht». (sda)

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13 Kommentare
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Daniel Quackii
09.02.2026 12:03registriert Juli 2024
Ich bin ja der Meinung dass Jäger allesamt nach drei Jahren eine periodische Prüfung machen müssten um tauglichkeit zu bestätigen. Zu viele Hunde, Katzen, Wolf, Menschen werden versehentlich angeschossen.
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