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ZUR MELDUNG, DASS DER HOCHSCHULRAT 100 MILLIONEN IN DEN AUSBAU DER MEDIZINAUSBILDUNG IN DER SCHWEIZ INVESTIEREN WILL, STELLEN WIR IHNEN AM FREITAG, 18. NOVEMBER 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Studenten verfolgen in einem Vorlesungssaal eine Psychologievorlesung im Haupgebauede der Universitaet Zuerich, aufgenommen am 13. April 2015 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Je nach Fakultät sind die Module schnell ausgebucht. Zum Ärger vieler Studierender. Bild: KEYSTONE

Tauschhandel bei Modulen: Kampf um die Plätze an den Universitäten spitzt sich zu

Wer sich an der Universität für ein Modul anmelden will, braucht starke Nerven. Die Server auf den Buchungsseiten sind regelmässig überlastet und inzwischen werden gar Kurse auf Studierendenplattformen zum Tausch angeboten.



Jeder Studierende kennt das Problem: Alle sechs Monate müssen die Module für das kommende Semester gebucht werden. Dafür muss man sich online in das Buchungstool der Universität einloggen. Dieses funktioniert bei den meisten Schweizer Universitäten nach dem Motto «first come, first serve». Und da die Teilnehmerzahl in den verschiedenen Kursen beschränkt ist, gibt es jedes Mal einen regelrechten Kampf um die begehrtesten Plätze.

Auch in diesen Tagen werden auf den Buchungsplattformen wieder die Ellbogen ausgefahren. Auf den Websites der Universitäten ist aufgelistet, wann sich das Zeitfenster zur Anmeldung für die Module öffnet. Tausende Studis loggen sich dann gleichzeitig in das Buchungstool ein. Schliesslich wollen alle den Kurs ihrer ersten Wahl besuchen.

In der Folge kommt es aber regelmässig zu einer Überlastung des Servers und es geht nicht weiter. Erst Minuten später kann man sich wieder einloggen – nicht selten ist dann der begehrte Platz schon weg. Viele Module sind bereits nach wenigen Stunden ausgebucht. Das berichten mehrere Studenten gegenüber watson.

Studierende der Universität Zürich erzählen nun, dass sich das Problem immer mehr zuspitzt. Gegenüber Radio1 sagt eine junge Frau, neuerdings würden Modulplätze unter den Studierenden sogar verkauft. Am Dienstag habe sie sich am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung für ihre Kurse anmelden wollen, doch: «Innerhalb von vier Minuten waren alle möglichen Seminare ausgebucht.» So extrem sei es noch nie gewesen»

Wenig später habe sich gezeigt warum. Auf Studentenplattformen boten Studis, die gleich mehrere Module gleichzeitig gebucht hatten, diese zum Tausch an. In einem einzelnen Fall sei sogar Geld für ein Kursplatz geboten worden. Gegenüber Radio 1 sagte die Studentin: «Das ist ein Level, das es bisher nicht gegeben hat.»

Beide Probleme, die regelmässige Überlastung der Server einerseits und das «Hamstern» bei Modul-Buchungen andererseits, sind Phänomene, die den Universitätsleitungen unlängst bekannt sind. Die Universität Zürich sagt, sie habe auf das Problem der überlasteten Server reagiert, in dem nicht alle Studierenden gleichzeitig auf die Plattform gelassen würden.

Zu den «Hamster»-Buchungen sagt eine Sprecherin der Universität Zürich: «Die UZH und die Philosophische Fakultät kennen das Phänomen, von dem einzelne Module betroffen sind. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass sich das Problem meistens innerhalb von wenigen Tagen auflöst.» Die Studierenden, die zu viele Module gebucht haben, würden nach einigen Tagen die überzähligen Module wieder im System frei geben. So könnten dann andere diese freien Plätze belegen.

Vermeiden liessen sich die Hamsterbuchungen gegenwärtig nicht, da keine rechtliche Handhabe bestehe. Die Universität Zürich arbeite aber an einer neuen technischen Lösung, so die Sprecherin: «Zurzeit läuft ein grosses Projekt, in dem die heutige, in die Jahre gekommene Modulbuchungsplattform komplett erneuert wird.» Mit diesen neuen Verfahren würden Hamsterbuchungen künftig verunmöglicht.

(sar)

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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Stoupe 31.01.2020 07:55
    Highlight Highlight Naja das ist nicht generell das Problem der Uni, eher der einzelnen Fakultäten. An der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät gibts es solche Probleme nur bei Seminaren (dort ist dann aber meist eine Bewerbung notwendig). Alle anderen Module sind normalerweise mit unbeschränkter Platzanzahl verfügbar. Da ist das Biddingsystem der HSG, dann doch kein Vergleich dazu.
  • Jong & Hässig 30.01.2020 23:22
    Highlight Highlight Da lob ich mir doch das Bidding-System der HSG...
  • Clife 30.01.2020 23:20
    Highlight Highlight Mal beiseite aber dass man den Platz nur holt um sie dann wiederum zu verkaufen ist tatsächlich ein nogo. Ein Tausch ist verständlich (und kann teilweise auch erwünscht sein) aber Geld daraus ziehen? 🤦‍♂️ Da müsste direkt mal an die Hoschulleitung eine Beschwerde eingereicht werden, dass sowas nicht gedulded wird. Mahnung und im Wiederholungsfalle Exmatrikulation
  • Chrigi-B 30.01.2020 22:12
    Highlight Highlight Höchste Zeit, dass die Ressourcen für Kunst und anderes unwichtige Zeugs gekürzt werden und den wirtschaftlich wichtigen Studiengängen zugeführt werden.

    Kann ja nicht sein, dass jemand bereits Jahre studiert und dann nicht den gewünschten Abschluss machen kann, da nicht genügend Platz vorhanden ist.
  • Theor 30.01.2020 20:50
    Highlight Highlight Vieleicht würden unserem krankhaft akademisierten Leben ein paar weniger Studierte und stattdessen ein bisschen besserer Lohn und Respekt gegenüber Lernberufsgänger guttun...
  • Markus97 30.01.2020 19:06
    Highlight Highlight An der FHNW, gibts da schon seit längerem ein Verfahren mit Gewichtungspunkten und drei Phasen. Nennt sich Evento. Keine Ahnung warum sich die Unis immernoch das "geschiss" machen.
  • WatDaughter (aka häxxebäse) 30.01.2020 19:04
    Highlight Highlight Module hamstern und verkaufen...??

    Die fangen ja gut an.
    Benutzer Bildabspielen
  • FabianK 30.01.2020 18:46
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht, wieso die Module nicht per Zufall an die Interessenten verteilt werden. Ist bei der Hochschule Luzern - Informatik auch so. Spart Nerven, ist fairer und entlastet das System.
    • wydy 31.01.2020 14:49
      Highlight Highlight Soweit ich mich erinnere war deren Zufallssystem: "Wir sortieren die Bewerber nach Nachnamen". Wer als Zgraggen, Zurbriggen, Zumkehr... hiess landete öfters mal auf die Warteliste.
      Ich weiss nicht ob sie es in den letzten 2-3 Jahren verbessert haben. Aber Zufall war das zu meiner Zeit nicht.
  • Lilamanta 30.01.2020 18:01
    Highlight Highlight Hach, mein Studium war noch einfach. Morgens um neun wurden die Stellwände mit den Seminarlisten vor den Lehrstühlen aufgestellt...
  • The Dark Knight 30.01.2020 17:46
    Highlight Highlight Ein Hoch auf das Bidding an der Universität St.Gallen!!
    • Random Striker 30.01.2020 18:58
      Highlight Highlight Noch einfacher und fairer geht es in der Tat nicht :)
    • who cares? 30.01.2020 19:59
      Highlight Highlight Ja nicht die HSG erwähnen, dann regnet es Blitze. Da sind sich 20min und watson-Leser einig.

      Zum Thema, ja das Bidding System an der Uni St.Gallen ist besser. Kein first come first serve, faire Verteilung und wenn man trotzdem nicht bekommt was man möchte, kann man es noch in den folgenden Runden mit weiteren Kursen aus dem gleichen Gefäss versuchen.
    • Big_Berny 30.01.2020 23:28
      Highlight Highlight Wie funktionierts?
  • buffettino 30.01.2020 17:28
    Highlight Highlight Das Problem ist mir von der ETHZ unbekannt, habe aber Gerüchte gehört, dass es an der Uni Zürich gelegentich auftreten könne.
    • RandomNicknameGenerator 30.01.2020 18:43
      Highlight Highlight Gibt's an der ETH in Fächern mit einer maximalen Belegung leider auch, gerade in den Vorlesungen die irgendetwas mit A.I. zu tun habe. Mühsam ist einfach, dass die Wartelisten bis in der zweiten Semesterwoche offen sind...
    • buffettino 30.01.2020 19:34
      Highlight Highlight Danke für diese Info, RandomNicknameGenerator. Ja, das ist wohl ein gerade ein spitzen Thema, AI. Aber es sollte wirklich schnell, am besten VOR Semesterbeginn klar sein, was Sache ist, damit man sein Semester planen kann.
    • Peperouny 30.01.2020 20:21
      Highlight Highlight Kenne das an der UZH persönlich nicht. Das Phänomen ist eher in der Philosophischen Fak. der Fall. In der ETH gibt es auch bei 1000 Studierenden noch eine Warteliste, wenn man Intro to ML besuchen möchte. 😅
  • Tartaruga 30.01.2020 17:07
    Highlight Highlight War bei mir nicht anders, aber ich hab mich damit abgefunden. Man bekommt nun mal nicht immer das, was man sich wünscht.
    • Dominik Treier 30.01.2020 18:47
      Highlight Highlight Das sind ja mal hochgesteckte Ziele und die Aussicht auf eine strahlende Zukunft, die du da anbietest!
    • Super8 31.01.2020 07:14
      Highlight Highlight @Treier: Wir sehen ja wohin es geht mit der Welt wegen Menschen, die alles unbedingt wollen. Wie Welt braucht mehr Demut, nicht mehr selbstverliebte Soziopathen.
    • WatDaughter (aka häxxebäse) 31.01.2020 10:04
      Highlight Highlight Wie Welt braucht mehr Demut, nicht mehr selbstverliebte Soziopathen.

      Bei punkt2 bin ich mit Dir einig. Bei punkt1 nicht... katholiken sind zb. demütig und es gibt kein einziges erfolgreiches kath. land...

      Mir wurde auch demut eingetrichtert, das bringt man später in leben schwer los. Und wenn man in keinem kath. land lebt, dann sieht man alle an sich vorbeiziehen... weil ja erfolg das höchste gut im westen ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 30.01.2020 17:00
    Highlight Highlight Ich verstehe bis heute das Prinzip der Universitäten nicht. An Fachhochschulen hast du oft fest definierte Studiengänge und nur ganz wenige Wahlpflichtmodule in den letzten Semester.

    Das Assesstment ist definiert, die Fächer danach und auch aus Sicht des HR kann man bei Studiengänger der FH klar sehen was das Profil eines Absolventen sein soll. Natürlich ist nicht jeder gleich gut aber das Profil ist an sich klar.

    Aber an den Unis? Mit dieser ganzen Varianz und Freiheit? Teils schon bischen unverständlich. Vor allem dort muss man kämpfen, bei der FH biste in der regel fix drin.
    • Macke 30.01.2020 17:21
      Highlight Highlight Abgesehen davon, dass die FH's sehr viel kleiner sind, ist der Unterschied auf eine völlig andere Rolle der Uni zurückzuführen. Wie du sagst: Ziel der FH ist ein klares (Job-)Profil. An der Uni hast du kaum Studiengänge, die auf Berufe zugeschnitten sind (Ausnahme vielleicht Medizin). Deshalb musst du spätestens im Master Spezialisierungen anbieten, die über bestimmte Module erworben werden können. Es ergibt keinen Sinn, 1000 Jusstudis pro Jahr mit genau demselben Profil und Schwerpunkt auszubilden. Du brauchst Spezialisierungen und dies muss individuell sein.
    • Cos 30.01.2020 17:28
      Highlight Highlight Eine Universität ebnet den Studierenden den Weg, in einem Fachgebiet zu forschen. Die Studiengänge sollen von dem her nicht darauf ausgerichtet sein, dass alle Studienabgänger*innen massgeschneidert auf ein Stellenprofil in der Privatwirtschaft passen.
    • Selbstverantwortin 30.01.2020 17:53
      Highlight Highlight Eine Uni ist eben keine Schule.
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  • Nolieboli 30.01.2020 16:39
    Highlight Highlight bei mir sind die server jeweils so überlastet, dass man auf eine „warteliste“ kommt. Ist man dann nach 3 min warten endlich im tool sind die plätze weg oder nur noch nicht relevantes frei... kann doch nicht so schwer sein?

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