Schweiz
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Zürcher Gericht bestätigt Kündigung von Uni-Professor – und betont seinen satten Lohn



Doppelt so hoch wie vor zehn Jahren, aber immer noch zu tief: Der Frauenanteil bei den ordentlichen Professuren an Uni Zürich beträgt 21 Prozent.

Bild: KEYSTONE

Der frühere Chefarzt der Kinderherzchirugie am Kinderspital Zürich ist von der Universität Zürich als Professor entlassen worden. Das Verwaltungsgericht hat seine Beschwerde dagegen abgewiesen. Unter anderem, weil die Arbeitsbedingungen zu gut waren, um legal zu sein.

Die Universität Zürich hat dem 58-jährigen ausserordentlichen Professor für Kinderherzchirurgie im August 2019 «altershalber» die Kündigung ausgesprochen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hat seine Beschwerde gegen die Entlassung abgewiesen, wie einem am Dienstag publizierten Urteil zu entnehmen ist.

Der ausschlaggebende Grund für Beendigung des Arbeitsverhältnisses war jedoch nicht das Alter, sondern der Umstand, dass der Mediziner zuvor seine Stelle als Chefarzt der Kinderherzchirurgie am Kinderspital Zürich verloren hatte. Das Kinderspital kündigte ihm im November 2018 per Ende Januar 2020 und stellte ihn bis dahin frei. Zu den Gründen dafür äusserte sich das Kinderspital nicht.

Die Jobs waren aneinander gekoppelt

Als der Kinderherzchirurg 2012 die Nachfolge von René Prêtre am Kinderspital antrat, wurde mit ihm vereinbart, dass er zusätzlich eine Professur an der Universität Zürich erhält.

Laut dem Entscheid des Verwaltungsgerichts hatte die Universität Zürich eine entsprechende Klausel im Arbeitsvertrag, gemäss der die ausserordentliche Professur von der Tätigkeit als Chefarzt der Kinderherzchirugie abhänge. Die Universität habe sich deshalb zu recht darauf berufen, als sie dem Mediziner die Entlassung ankündigte.

Verboten gute Anstellungsbedingungen

Das Gericht äussert sich auch zu den «äusserst grosszügigen Anstellungsbedingungen» die der Kinderherzchirurg in Zürich genossen habe. Konkret habe er für ein volles Pensum als Chefarzt der Kinderherzchirurgie einen Jahreslohn von 500'000 Franken erhalten - hinzu kamen allfällige Honorare aus privatärztlicher Tätigkeit.

Gleichzeitig erhielt er für die ausserordentliche Professur an der Uni Zürich - ebenfalls ein 100-Prozent-Pensum - weitere rund 200'000 Franken jährlich. Quasi als Antrittsgeschenk gab es obendrauf 450'000 Franken in die Pensionskasse sowie einen Einrichtungskredit für den Lehrstuhl in der Höhe von 750'000 Franken.

Für das Verwaltungsgericht liegt das «weit über dem gesetzlichen Rahmen» und sei «unzulässig». Zu den beiden Vollzeit-Anstellungen vermerkt dass Gericht, dass der Chirurg kaum in der Lage gewesen sein dürfte, sein Anstellungspensum für die Uni tatsächlich zu erbringen.

Im Gegensatz zum Anstellungsverhältnis beim Kinderspital, welches privatrechtlich war, handelte es sich bei der Uni-Professur um ein öffentlich-rechtliches Anstellungsverhältnis.

Der Mediziner hat laut Urteil jahrelang von den grosszügigen Anstellungsbedingungen profitiert und der eigentlich unzulässigen Vereinbarung vorbehaltlos nachgelebt. Es sei deshalb rechtsmissbräuchlich, wenn er sich nun im Falle seiner Entlassung auf deren Rechtswidrigkeit berufe.

Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • ingmarbergman 10.06.2020 08:46
    Highlight Highlight "Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher."

    Es ist schon bezeichnend, dass bei Orwell die Schweine die herrschende Klasse sind.
    Passt gut zu diesem "Arzt".
  • circumspectat animo 09.06.2020 22:48
    Highlight Highlight Und Haftet jetzt der Staat, respektive diejenigen die den Mann eingestellt haben für den zu viel bezahlten Lohn oder ist die Sache damit erledigt ?

    Der Lohn besteht ja wahrscheinlich auch zu einem nicht unerheblichen Teil aus Steuergeldern.
  • stadtzuercher 09.06.2020 21:45
    Highlight Highlight Eine Frechheit. Andere Kantonsangestellte müssen jedes Jahr aufs neue Nebentätigkeiten deklarieren - bei den grossen Fischen schaut die Politik und Verwaltung weg. Man kennt sich wohl und schanzt sich Pfründe zu.
  • Balikc 09.06.2020 21:41
    Highlight Highlight Im Niedriglohnsektor sind Verträge üblich, welche bei 100%-Anstellung jeglichen Nebenerwerb verbieten & fristlose Kündigung vorsehen.

    Auch wenn das OR Nebenerwerb nicht grundsätzlich untersagt, folgendes ist verbindlich:

    - Wer Vollzeit angestellt ist, muss inklusive Haupt- und Nebenerwerb mindestens elf Stunden Ruhepause haben.

    - Max. Arbeitszeit: 50 h/Woche (Industrie: 45 h)

    - Die Leistung des Arbeitnehmers darf nicht unter dem Nebenerwerb leiden.

    - Urlaub darf nicht für Nebenerwerb aufgewendet werden.


    ... dürfte reichen für eine Anklage und Rückforderung der missbräuchlichen Bezüge!
  • Turnbeutelvergesser 09.06.2020 19:53
    Highlight Highlight Das ist wohl der Grund, warum die UZH lehre und Forschung näher bringen will. So lässt sich das Geld besser verschieben. Und der Lehrbetrieb wird fortlaufend schlechter...
  • Cpt. Jeppesen 09.06.2020 19:39
    Highlight Highlight 450'000 Franken in die Pensionskasse? Der hat zu seinem Stellenantritt mehr Geld in die PK bekommen als ich nach einem ganzen Arbeitsleben drin habe werde. Dazu 8 Jahre lang jedes Jahr 700'000 Saläre plus seine eigenen privaten Honorare. Nachdem der Typ also geschätzte 8 Millionen in 8 Jahren verdient hat, fühlt er sich nun auch noch ungerecht behandelt und klagt?
    Nur so am Rande, er ist kein Einzelfall. Und ihr fragt euch wo eure KK Prämien landen?
    • Telomerase 10.06.2020 06:51
      Highlight Highlight Ich behaupte mal, dass ein erheblicher Teil vom Kanton über die Uni finanziert wird. Zum Glück sind Bildungsausgaben eine Heilige Kuh in der Schweiz, über deren effizienten Einsatz nicht diskutiert werden darf.
  • cille-chille 09.06.2020 19:06
    Highlight Highlight Also ich als 50% betreuender meiner Kinder, gesegnet mit Alimenten (nicht falsch verstehen: sind für meine Kinder und OK) und Dank hinterher hinkendem Steuerrecht (Keine Abzüge für die Kinder möglich) in der höchsten Steuerklasse; dazu noch ne Prise von 580.- Krankenkassenbeiträgen. Kriege bei diesem Herrn das Tourette.
    Unser Gesundheitssystem gehört einfach verstaatlicht und solchen Machenschaften der Riegel geschoben.
    Fühle mich einfach verarscht und finde das Charakterlos, dazu noch von einem Herrn Dr. Prof. Geldbeutel.
    Sehe da wenig Herz für die Allgemeinheit, bei diesem Herzchirurgen
  • tömu 09.06.2020 18:13
    Highlight Highlight Da habe ich, selber Akademiker, aufrichtiges Mitleid mit jedem "Büetzer"...diese Selbstbedienungsmentalität muss aufhören. Meiner Meinung nach kann man die Bezüge ab 1Mio jährlich ruhig deckeln, v.a. wenn durch Steuern finanziert, das ist doch ein schlechter Witz(?). 1 Mio jährlich entspricht knapp 3000.- pro TAG. Wie erklärt man das der Kassenfrau in der Migros? Mir ist schon klar, dass die besten der besten nur mit gutem Verdienst angelockt werden können. Aber wie dann gleichzeitig "denen unten" auf die Finger geschaut wird, ist abstossend.
  • Ataraksia Eudaimonia 09.06.2020 18:04
    Highlight Highlight Das ist bestimmt Kavaliersdelikt. Dünkt mir, je schwerwiegender, offenkundiger, frecher der Betrug, desto eher Kavaliersdelikt.
    • ujay 09.06.2020 18:47
      Highlight Highlight @Ataraktsia: Nein, eben kein Betrug! War völlig legal und abgesegnet....da liegt der Hase im Pfeffer!
  • who cares? 09.06.2020 18:01
    Highlight Highlight Unglaublich auch die Arroganz dieses anscheinend verboten guten Arztes. Jahrelang deftig abkassieren (will gar nicht wissen, was da aus privatärztlicher Tätigkeit noch dazugekommen ist...) und dann auch noch die Frechheit besitzen, den Staat noch weiterhin schröpfen zu wollen.
    Manche können den Hals nicht vollkriegen, anders kann mans einfach nicht sagen.
  • Firefly 09.06.2020 17:56
    Highlight Highlight When "Wettbewerb" meets "Staatskasse"!?
    • bebby 10.06.2020 08:03
      Highlight Highlight Es bleibt zu hoffen, dass sein Gang vor Gericht dazu führen wird, dass der Kanton bei der Uni und dem Spital über die Bücher geht...das ist doch ein gefundenes Fressen für eine PUK.
  • Ökonometriker 09.06.2020 17:31
    Highlight Highlight Ich bin dafür, dass Aerzte grosszügig entlöhnt werden - sie mussten viel in ihre Bildung investieren, arbeiten hart und sind für unsere Gesellschaft wichtig.
    Aber gewisse Mediziner übertreiben es - wie dieses Exemplar (wie auch die Herrschaften, welche unnötige Operationen durchführen). Mengenabhängige Boni, überrissen bezahlte Beratungsmandate und Anstellungen mit über 100% sollten bei staatlichen und staatsnahen Arbeitgebern nicht erlaubt sein. Das ist nicht nur unmoralisch, sondern setzt auch krasse Fehlanreize.
  • Lustiger Baum 09.06.2020 17:21
    Highlight Highlight Auch hier werden die Verantwortlichen wohl nicht verfolgt und belangt.

    Gut finanzieren die Steuerzahler einen solchen Schwachsinn!
  • recto 09.06.2020 17:02
    Highlight Highlight Das ist echt krass und ich frage mich, wie das aus Sicht des HR der Uni Zürich zu rechtfertigen ist. Ich arbeite an der ZHAW und wir haben sehr strikte, reglementierte Anstellungsbedingungen.

    Nebentätigkeiten werden (im Interesse des Steuerzahlers) schon im ersten Gespräch mit Bewerbern geklärt. Erlaubt sind in begrenztem Umfang öffentliche Ämter und VR-Mandate. Diese müssen bis zum Rektor bewilligt werden. Vergütungen und Pensum müssen jährlich deklariert werden.

    Uni Zürich und die ZHAW sind der gleichen Regierung und den gleichen Steuerzahlern Rechenschaft schuldig.
    • So oder so 09.06.2020 17:20
      Highlight Highlight Und man sollte ja bei der sache sein wenn man am Herz Operiert - wenn man so Arbeitet 100% , kann man doch nicht nebenbei 100 % einen Lehrstuhl führen. Hat da das HR eine Aufsicht und Verantwortung ?
    • Fruchtzwerg 09.06.2020 18:05
      Highlight Highlight @Recto frei nach Orwell sind nicht nur an der ZHAW alle gleich, aber diejenigen ganz oben noch ein wenig gleicher...

      Ich überlege gerade, wie viele Jahre ich mit meinem Lohn für zusätzliche 450‘000.- in der PK arbeiten müsste...
  • IMaki 09.06.2020 16:34
    Highlight Highlight Ist Gier schon eine Krankheit oder noch eine Sauerei? Auf jeden Fall unheilbar.
  • Der Rückbauer 09.06.2020 16:25
    Highlight Highlight ....und andererseits schaltet das Kinderspital Anzeigen, dass es finanziell aus dem letzten Loch pfeife und auf Spenden angewiesen sei. Und die AHV-Renten-Omis zahlen Fr. 100.-- ein, weil sie ihre Enkelchen ja so gerne haben.
    • Fruchtzwerg 10.06.2020 10:44
      Highlight Highlight Der Rückbauer:
      Du hast das System Kapitalismus in einem einzigen Post perfekt zusammen gefasst...
  • Bivio 09.06.2020 16:06
    Highlight Highlight Da stellt sich bei mir die eine oder andere Frage:

    Seit wann gibt es diese "Verboten gute Anstellungsbedingungen"? Ich gehe davon aus, dass er nicht der erste war, der davon profitierte.

    Wurde dies von allen inkl. Uni- bzw. Spital-Leitung einfach so hingenommen?

    Werden diese Bedingungen nun geändert?

    Jemand muss dies abgesegnet haben. Gibt es hierfür Konsequenzen?

    Wieviel hat der Arzt wirklich geleistet bei 200% Pensum?

    Das wären interessante Fragen, welche die Presse mal nachhacken soll. Ich bin überzeugt, er war nicht der einzige, welcher so tolle Verträge hatte.
    • ikbcse 09.06.2020 18:02
      Highlight Highlight Ich denke, es ist rechtlich nur deshalb problematisch, weil das eine ein öffentlich-rechtliches Amt war, das andere war „privat-rechtlich“. Wären beide Anstellungen privat-rechtlich, gäbe es vermutlich nichts auszusetzen gemäß Gesetz.
    • c_meier 09.06.2020 18:49
      Highlight Highlight da wäre ich auch gespannt...

      zudem hier wohl unsere Krankenkassen-Prämien versickern...

      langsam aber sicher brauchts eine Initiative Fr. 300'000.00 pro Jahr sind genug für Ärzite die sich über Krankenkassen finanzieren lassen.
    • lilie 09.06.2020 19:26
      Highlight Highlight @Bivio: Zur letzten Frage: 200% vermutlich nicht, und ich wette, die Unianstellung war der kleinste Teil davon.

      Meine "Rate" zu diesem Fall: Pflichtübung am Unispital (glaube nicht, dass seine Arbeitsstunden überwacht werden), an der Uni nur, wenns nicht anders geht (am besten nur per Telefon und Mail), und dann Privatpatienten bis zum Anschlag, die geben zusätzlich Kohle, während er ja die anderen Löhne ohne Leistungsnachweis sowieso kriegt.

      Also sicher mehr als 100%, aber "finanzoptimiert".

      Echt übel. Da hat sich das KiSpi keinen Gefallen getan. ☹
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ritiker K. 09.06.2020 15:35
    Highlight Highlight Konkret habe er für ein volles Pensum als Chefarzt der Kinderherzchirurgie einen Jahreslohn von 500'000 Franken erhalten […] Gleichzeitig erhielt er für die ausserordentliche Professur an der Uni Zürich - ebenfalls ein 100-Prozent-Pensum - weitere rund 200'000 Franken jährlich.

    Verstehe ich das richtig? Da wurde jemand wissentlich (und legal?) zu 200% angestellt?
    • insert_brain_here 09.06.2020 16:00
      Highlight Highlight Ist scho ok, weil ja allen klar war, dass er nicht einmal 100% arbeiten würde - siehe privatärztliche Tätigkeit - und man das einfach so eingerichtet hat um ihm auf Staatskosten den Lohn des Kinderspitals aufzublasen.

      Zwar...moment....das ist ja gar nicht ok!
    • Scaros_2 09.06.2020 16:01
      Highlight Highlight Wilkommen in der Schicht der Top-Jobs. Wenn du Fähigkeiten hast die Besonders sind - dann hast du besondere Rechte.
    • insert_brain_here 09.06.2020 16:55
      Highlight Highlight @Scaros_2: Ich muss ehrlich sagen, dass mir das Wissen fehlt um den Basislohn beim KiSpi zu beurteilen. Kinderherzchirurgie lernt man nicht über Nacht, dürfte höchstgradig anspruchsvoll sein und weltweit kann wohl nur eine Handvoll Bewerber eine vergleichbare Qualifikation vorweisen. Halbi chischte? Vermuetli fair.
      Dass er aber vom Kanton den Deal noch zusätzlich versüsst bekommt und dieses Zückerchen auch nach der Entlassung in Anspruch nehmen will stösst doch sehr sauer auf.
      Was mich noch interessieren würde: Wurde der Lehrstuhl denn überhaupt eingerichtet und hat er jemals doziert?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Riz 09.06.2020 15:21
    Highlight Highlight Krass, was da für Geld (v.a. von der Uni) reingepumpt wird - vor allem sollte es eigentlich ja unmöglich sein, zwei 100% Stellen zu besetzen.

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