Schweiz
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A young woman crosses the street while trams approach in the background in downtown Zurich, Switzerland, pictured on November 10, 2008. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Ein junge Frau ueberquert vor herannahenden Trams in der Innenstadt von Zuerich, Schweiz, den Fussgaengerstreifen, aufgenommen am 10. November 2008. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Handys als Gefahrenherd: Für die meisten Unfälle sind die Fussgänger selbst verantwortlich.  Bild: KEYSTONE

Fussgänger aufgepasst – Das sind die gefährlichsten Tramhaltestellen der Schweiz

Nirgendwo werden mehr Fussgänger angefahren als in Basel. Die Gründe sind vielschichtig. Chauffeure beklagen zu hohen Stress. 



In den den grossen Schweizer Städten sind die Trams das Rückgrat des ÖVs. Die Strassenbahnen sorgen aber für zahlreiche Unfälle. Seit 2010 sind in der Schweiz 361 Fussgänger von einem Tram angefahren und verletzt worden, 20 Menschen starben. Dies zeigen Unfalldaten des Bundesamtes für Verkehr, welche die Sonntagszeitung ausgewertet hat. 

Die gefährlichsten Tramhaltestellen der Schweiz sind: 

bahnhofsplatz jetzt

Am Basler Bahnhofsplatz ereignen sich die meisten Unfälle.  Bild: watson

Durchschnittlich einmal im Monat gerät ein Passant vor ein Basler Tram und wird dabei verletzt. In Zürich passiert das im Schnitt alle zwei Wochen. Wie häufig es zu brenzligen Situationen ohne Verletzte kommt, kann niemand sagen.

Basler Trams haben schweizweit das höchste Unfallrisiko im Verhältnis zu den zurückgelegten Strecken und dem Fahrgastaufkommen, gefolgt von Zürich.

Ein Bus der Linie 10, welche Koeniz mit Ostermundigen verbindet, links, naehert sich einem Tram der Linie 9 am Donnerstag, 11. September 2014 auf dem Kornhausplatz in Bern.  Am 28. September stimmen die drei Gemeinden Ostermundigen, Bern und Koeniz ueber ihre Beitraege an die Kosten des Projekts Tram Region Bern, welche den Bus 10 ersetzen soll, ab. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Trotz beengten Verhältnissen gibt es in Bern massiv weniger Unfälle pro Personenkilometer.  Bild: KEYSTONE

Was führt zu den Unfällen? 

Die Verkehrsbetriebe hätten keinen Einfluss darauf, wie sich andere Verkehrsteilnehmer verhalten, sagt Sprecher Andreas Uhl von den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ). In der Tat trifft, gemäss den Unfalldaten, die Fahrer sehr selten eine Schuld.

Bei 77,3 Prozent der Unfälle sind Fussgänger schuld. 

Bei den meisten Unfällen trifft die Fussgänger die Schuld. 77,3% der Unfälle sind laut der Statistik die Folge von Fehlhandlungen der Fussgänger beim Überqueren der Gleise. Die restlichen Tramunfälle gehen auf andere Strassenverkehrs-verstösse oder Alkohol- und Drogenmissbrauch zurück.

Warum kracht es in Basel und Zürich häufiger? «Trams in verschiedenen Städten verkehren unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen», heisst es beim BAV. In Städten, in denen Trams häufiger über ein eigenes Trassee verkehren und in denen es weniger Kreuzungspunkte mit Fussgängern oder anderen Verkehrsteilnehmern gebe, sei das Unfallrisiko generell kleiner. In Basel wie Zürich hat es besonders viele Kreuzungspunkte. 

Fahrer beklagen sich

Tramchauffeure beklagen, dass die ständig steigenden Ansprüche in Sachen Kundenservice zu Lasten der Sicherheit gehen. Sie sollen freundlich sein, Auskünfte erteilen und dem Fahrgast ein gutes Erlebnis bieten.  «Der Tramchauffeur sitzt hinter einem geöffneten Glasfenster. Jeder kann mit ihm sprechen. Das lenkt ab», sagt Gewerkschaftssekretär Duri Beer zur Sonntagszeitung. 

Trotz der schwierigen Verkehrssituation und des hohen Unfallrisikos seien weder VBZ noch die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) bereit, Abstriche zu machen, wenn es um die Zufriedenheit ihrer Kunden geht. War es früher seine Aufgabe, sicher zu fahren, sei der Tramchauffeur heute auch für das «Erlebnis» der Fahrgäste zuständig. «Das Fahrpersonal ist das Gesicht der BVB und gibt Auskunft zu Fragen aller Art», sagt BVB-Sprecher Benjamin Schmid weiter zur Sonntagszeitung. 

Ein Chauffeur soll gewinnend und kommunikativ auftreten, unter Zeitdruck sehr guten Kundendienst leisten und Ortsunkundige aktiv unterstützen – so steht es explizit in den Verhaltensgrundlagen für den VBZ-Fahrdienst.

(amü)

«Rush hour? Schweizer Staus sind sehr niedlich!»

Video: watson/Emily Engkent

Tram kracht in Coop-Parfümerie

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hugeyun 26.11.2017 14:53
    Highlight Highlight Wie kam es denn bitte zu dem Knutscher zwischen Tram und Coop?🤔
    Glätte?
  • pamayer 26.11.2017 14:39
    Highlight Highlight Sagen wir's mal so: Basel hat grosse Anstrengungen unternommen, um die Achtung-jetzt-komme-ich Autofahrer in Schranken zu weisen.
    Nun kommen die Achtung-jetzt-komme-ich Fussgängerinnen und Velofahrenden zum Zug und können ihre Rücksichtslosigkeit ausleben, was sie in Städten wie zB Neuchatel oder Fribourg nicht lange überleben würden.
    Dazu kommt die grassierende Bildschirm Sucht und das Dichte Verkehrsaufkommen. Stadt eben.
    In Basel mit dem Auto bei Nacht und Regen unterwegs ist blanker Horror, da jederzeit Leute die Strasse unabhängig jeglicher Regeln überqueren können.
    Quasi alles Zone 20.
  • F_WT 26.11.2017 14:38
    Highlight Highlight Es müssen nicht mal zwingend Trams sein: Busse tuns auch. Beispiel Winterthur HB.
    Aber: eigentlich passiert verhältnismässig wenig (wie mit der Armeewaffe...)
    • Scaros_2 26.11.2017 15:04
      Highlight Highlight Ja aber in Winterthur hat es defakto nur 1 Strasse wo praktisch alle Busse entweder rein oder rausfahren. Da hast du den überblick. Basel ist dagegen ein riesen Platz
    • lucasm 26.11.2017 15:56
      Highlight Highlight In basel steigen auch ein wenig mehr leute ein und aus als in winti. Basel hat 171'000 einwohner auf einem drittel der fläche von winti. Winti hat 112'000 einwohner.
  • Steffan Griechting 26.11.2017 14:32
    Highlight Highlight Hätte meinen 13. Monatslohn auf Zürich Central gewettet
    • pamayer 26.11.2017 17:05
      Highlight Highlight her damit! sonst musst du nach basel umziehen.




      was sich übrigens sehr lohnen würde. ich sag's dir!
  • airflow 26.11.2017 13:50
    Highlight Highlight Bahnhof Basel Tramhaltestelle: Unübersichtlicher gehts nicht. Ausser ein paar Pendlern hat niemand den Überblick, welches Tram wohin fährt. Dazu kommt der unangebrachte Rammbockfahrstil.

  • einmalquer 26.11.2017 12:18
    Highlight Highlight Ich komme mit der Rechnerei nicht klar

    Denn "Durchschnittlich einmal im Monat gerät ein Passant vor ein Basler Tram und wird dabei verletzt. In Zürich passiert das im Schnitt alle zwei Wochen.

    Das wären in Basel 12 pro Jahr, seit 2010 (wenn man mit sieben Jahren rechnet) 84, in Zürich 104 pro Jahr, also insgesamt 728. Total 812

    Watson aber schreibt: "Seit 2010 sind in der Schweiz 361 Fussgänger von einem Tram angefahren und verletzt worden."

    • N. Y. P. D. 26.11.2017 12:38
      Highlight Highlight @einmalquer

      BS 7x12 = 84
      ZH 7x24 = 168
      BS & ZH = 252

      Lass einen Kaffee raus ! 😉
    • #gezellig 26.11.2017 12:44
      Highlight Highlight Wieso ergibt "alle 2 Wochen" 104 pro Jahr?
      1 Jahr = ~52 Wochen, alle 2 Wochen. (Achtung, nicht 2mal pro Woche) somit 26, mal 7 Jahre = 182, plus 84 in Basel = 266.
      Dann bleiben für alle anderen Städte plus/minus Rundungsdifferenzen 95 in 7 Jahren, scheint für mich aufzugenen...
    • einmalquer 26.11.2017 13:23
      Highlight Highlight ja - sorry
      jetzt habe ich falsch gerechnet
      nicht 2 pro woche
      sondern alle 2 Wochen einer
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fly Boy Tschoko 26.11.2017 10:37
    Highlight Highlight Wenn ich mit dem Tram zur Arbeit fahre ist mir das "Erlebnis" wahnsinnig wichtig. Ich möchte ja nicht nur von A nach B kommen, ich möchte Unterhalten werden. Jede fahrt soll ein Event sein, ein Erlebnis an das ich mich noch lange erinnern kann.
    • Don Sinner 26.11.2017 11:29
      Highlight Highlight Ist mir auch das neueste, dass das Muss des Transportiertwerdens von A nach B ein Event sein soll. Und Auskünfte "aller Art"? Noch nie gesehen. Riecht nach Ausreden.
  • Triumvir 26.11.2017 10:20
    Highlight Highlight Da ich die unfallträchtigsten Orte in Basel regelmässig passieren muss, wundert mich diese unrühmliche Statistik nicht wirklich🙄 Verkehrstechnisch sin dieser Orte nämlich der reinste Horror...
  • UncleHuwi 26.11.2017 10:17
    Highlight Highlight Die Tramfahrer in Basel tun mir leid. Viele Leute probieren im letzten Moment noch über die Gleise zu springen, mit dem Gedanken dass das Tram sowieso anhaltet! Gerade beim BH SBB kann das sehr schnell gefährlich werden. Es wundert mich das es nicht öfters knallt.
    • pamayer 26.11.2017 17:07
      Highlight Highlight die fussgänger sind eine riesen katastrophe. velofahrer ebenfalls. und alle (fussgänger, velo zum glück nicht ganz alle) immer am smartphone.
  • artyfrosh 26.11.2017 10:03
    Highlight Highlight Radio Energy: "Die gefährlichsten Tramhaltestellen sind in Zürich und Basel"
    Ich hatte keine Ahnung das es noch andere Städte mit Trams gibt😂
  • stamm 26.11.2017 09:53
    Highlight Highlight Genau dasselbe wie auf der Strasse, nur dass darüber niemand schreibt. Es sind ganz sicher auch um die 77% der Fussgänger selber schuld, wenn sie von einem Auto angefahren werden. Früher: luege, lose, laufe....heute sollte es heissen; einfach kurz Birne einschalten, wenn man die Strassenseite wechseln will!
    • trio 26.11.2017 14:42
      Highlight Highlight Auf einem Fussgängerstreifen hat aber der Fussgänger Vortritt. Also heisst es für die Autofahrer, einfach kurz Birne einschalten und Tempo anpassen.
    • Alnothur 26.11.2017 14:48
      Highlight Highlight Ja, das ist jenseitig. Ich sehe auch am Bahnhof Biel regelmässig Leute, die - mit Blick aufs Handy natürlich - direkt vor einen Bus latschen, der eine Vollbremsung machen muss und hupt. Die Leute reagieren nicht im Geringsten. Eigentlich würde ich die am Liebsten jeweils ohrfeigen gehen...
    • stamm 26.11.2017 14:55
      Highlight Highlight Ja Trio, das ist gut so. Ich Vortritt! Wenn du das so machst, solltest du aber auf keinen Fall deinen Organspendeausweis vergessen....
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der_kleine_Teufel 26.11.2017 09:53
    Highlight Highlight Hm, mich wundert, dass in Basel der Bankverein nicht in der Liste ist, dort gibt es ein ähnliches Bild wie am SBB: Fussgänger laufen ohne zu schauen über die Gleise, und realisieren erst beim klingeln in welcher Gefahr sie sind, leider zu spät.
  • Booker 26.11.2017 09:19
    Highlight Highlight Bahnhof SBB Basel als erster im Rang ist von der Planung her natürlich schon katastrophal. Die Sicherheit der Fussgänger wurde total ausser Acht gelassen, da sind alle überfordert, Trams aus allen Richtungen, die Schienen kaum sichtbar. An anderen Orten wie Barfüsserplatz etc. würden Absperrungen zwischen den Schienen für ABhilfe sorgen. Beim Bahnhof SBB könnte man farblich noch für etwas Verbesserung und vorallem weniger Personenunfälle sorgen. Am meisten leiden die Tramchauffeure, die selten was dafür können.
  • WayneTheBrain 26.11.2017 08:53
    Highlight Highlight Wer schon einmal über den Basler Bahnhofplatz gegangen ist wundert sich nicht. Der Gang über ein Minenfeld ist vermutlich weniger gefährlich... Hier ein Bus, da ein Tram, dort die Fussgänger und alle gefährden sie sich gegenseitig. Eine planerische Katastrophe wie der gesamte Basler Bahnhof. Doch statt sich dies einzugestehen und eine komplette Umgestaltung vorzunehmen wird ein bischen geflikt und gemalt hier und da, und ein paar weitere Millionen versickern absolut wirkungslos.
    • lucasm 26.11.2017 13:57
      Highlight Highlight Was würdest denn vorschlagen? Irgdwo müssen all die menschen ja durchlaufen. Für die x tausend menschen, die täglich da in zug, tram, bus steigen oder mit dem velo unterwegs sind passiert da verhältnissmässig wenig.
  • bebby 26.11.2017 07:38
    Highlight Highlight Seit der Umgestaltung des Bahnhofplatz in Basel gibt es keine Trottoirs mehr, so dass die Trams über die Fussgängerzone fahren müssen. Aus rein ästhetischen Gründen wurde auf Sicherheit verzichtet, die ein Trottoirrand signalisiert.

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