Schweiz
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Polizisten einer Spezialeinheit sichern den Bereich vor dem Gebetszentrum, aufgenommeen am Montag, 19. Dezember 2016, in Zuerich. Bei der Schiesserei in der Naehe des Zuercher Hauptbahnhofs wurden drei personen verletzt. Laut der Polizei ist die Taeterschaft noch auf der Flucht. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Policemen of a special unit secure the area in front of the Islamic center after a shooting in Zurich, Switzerland, 19 December 2016. Three people were injured at the shooting near Zurich's main railway station. According to the police, the attackers are still on the run. (KEYSTONE / Ennio Leanza)

Nach der Schiesserei im Gebetsraum des islamisch-somalischen Kulturvereins in Zürich leitet die Polizei eine Grossfahndung ein.  Bild: KEYSTONE

Vom Mord am Freund bis zur Attacke in der Zürcher Moschee: Die Timeline des Verbrechens

Ein 24-jähriger Schweizer attackiert am Montagabend Betende in einer Zürcher Moschee und richtet sich danach selbst. Zwei Tage zuvor bringt er seinen einst besten Freund um. So verlief das schreckliche Verbrechen. 



Die Kantonspolizei Zürich war dem 24-jährigen Mann, der am Montagabend das Feuer auf betende Muslime in Zürich eröffnete, bereits auf den Fersen. Klar ist, dass der Mann für das Tötungsdelikt vom Sonntag verantwortlich ist. Unklar ist jedoch weiterhin: Warum hat der Schweizer mit ghanaischen Wurzeln das getan?

2009: Der Velodiebstahl 

Fahrradfahrer fahren an einem Fahrradpiktogramm an der Velostrasse Scheuchzerstrasse in Zuerich vorbei, aufgenommen am Montag, 28. November 2016. Die Stadt Zuerich testet ab Montag, 28. November 2016, im kleinem Rahmen ein neues Verkehrsregime. Auf zwei Achsen werden sogenannte Velostrassen eingerichtet, auf denen die Radler Vortritt gegenueber dem einmuendenden Verkehr haben. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Symbolbild. Bild: KEYSTONE

2009 klaut der Täter, der sieben Jahre später einen Menschen brutal erstechen und drei weitere teilweise schwer verletzen sollte, ein Fahrrad. Am Tatort hinterlässt er seine DNA. Ein wichtiger Hinweis, der der Polizei sieben Jahre später helfen sollte, ihn zu überführen.

Freitag, 16. Dezember: Die Kündigung

Aus bisher unbekannten Gründen nimmt das Leben des 24-jährigen Mannes am letzten Freitag eine verheerende Wendung. Er kündigt seine Stelle als Verkäufer und verlässt seinen Arbeitsplatz per sofort. Ob er unter psychischen Problemen leidet, ist unklar. «Bei seinen Taten wäre dies aber nicht völlig abwegig», sagt Christiane Lentjes Meili, Chefin der Kriminalpolizei. 

Nacht auf Sonntag, 18. Dezember: Die Tötung

Auf einem Spielplatz im Böszelg in Zürich-Schwamendingen eskaliert ein Streit. Der 24-jährige Täter sticht mehrmals mit einem Messer auf seinen langjährigen Freund, ein gleichaltriger Chilene, ein, mit dem er in letzter Zeit gemäss Polizei immer mehr gestritten hat. 

Er lässt den Toten liegen und geht irgendwann in seine Wohnung im Bezirk Uster im Kanton Zürich zurück. Der Mann wohnt allein, Hinweise auf eine Familie findet die Polizei in seiner Wohnung keine. Dafür stellen sie mehrere Gegenstände sicher, die dem Jungen einen Hang zum Okkultismus belegen.

Sonntagmorgen: Der Leichenfund

Bild

bild: www.maps.stadt-zuerich.ch

Kurz vor 9 Uhr entdeckt ein Passant den toten Chilenen beim Spielplatz. Aufgrund der DNA-Spuren auf der Leiche kann die Polizei das Tötungsdelikt dem 24-Jährigen zuordnen. Die Polizei leitet eine Fahndung ein und verschickt Bilder des Mannes an unzählige Smartphones von patrouillierenden Polizisten. 

Montagmorgen: Die missglückte Verhaftung

Am Montagmorgen rückt eine Einheit der Kantonspolizei aus. Der Wohnort des 24-jährigen Tatverdächtigen konnte ermittelt werden. Doch als die Polizei vor der Türe in Uster steht, ist der Verdächtige bereits nicht mehr zu Hause. Die Polizei ermittelt auf Hochtouren. 

Montagmittag: Das Telefonat

Büsingen, Dorfkern, Bürgerhaus, Telefonkabine

Symbolbild. Bild: KEYSTONE

Die Polizei erhält von Angehörigen Hinweise auf einen Anruf des Täters. Dank dem Telefonat gelingt es den Beamten, den Standort des Täters festzustellen: Die Koordinaten entpuppen sich als anonyme Telefonkabine. Die Polizei zapft die Videoanlagen der Umgebung an und erhält innerhalb von zwei Stunden neue Bilder vom Täter. Wieder werden diese an alle Einheiten verschickt. 

Montagabend, 17:30 Uhr: Die Moschee-Attacke 

Polizisten sichern den Bereich vor dem Gebetszentrum, aufgenommeen am Montag, 19. Dezember 2016, in Zuerich. Bei der Schiesserei in der Naehe des Zuercher Hauptbahnhofs wurden drei personen verletzt. Laut der Polizei ist die Taeterschaft noch auf der Flucht. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Dunkel gekleidet und mit einer Wollmütze auf dem Kopf dringt der 24-Jährige in eine somalisch-islamische Moschee nahe des Zürcher Hauptbahnhofs ein. Er betritt den Gebetsraum und eröffnet das Feuer auf die betenden Menschen. 

Ein 56-jähriger Schweizer sowie zwei Somalier im Alter von 30 und 35 Jahren werden teilweise schwer verletzt. Sie befinden sich mittlerweile ausser Lebensgefahr. Gemäss Zeugen soll der Mann beim Angriff «Raus aus unserem Land» geschrien haben. Die Kripo-Chefin konnte dies jedoch nicht bestätigen.

Nach seiner Tat flüchtet der 24-Jährige. 

Späterer Montagabend: Der Selbstmord 

Polizisten haben unter der Gessnerbruecke eine leblose Person gefunden, aufgenommeen am Montag, 19. Dezember 2016, in Zuerich. Bei der Schiesserei in der Naehe des Zuercher Hauptbahnhofs wurden drei personen verletzt. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Policemen inspect the site where a body is found under the Gessnerbruecke bridge, after the shooting attacks at the Islamic center in Zurich, Switzerland, 19 December 2016. Three people were injured at the shooting near Zurich's main railway station. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Die Polizei leitet unverzüglich eine Grossfahndung nach dem Täter ein. Hunde schnüffeln die Gegend ab. Nur wenige 100 Meter entfernt stösst die Polizei schliesslich unter einer Brücke auf eine weitere Leiche: Der Täter hat sich neben der Sihl selbst gerichtet. 

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