Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Dachdecker schmeisst seinen Hund gegen die Wand: 15 Monate Freiheitsstrafe

Er malträtierte seinen Hund, fuhr mit Drogen intus Auto und blieb den Gerichtsverhandlungen fern. Nun wurde der 39-jährige Deutsche verurteilt.



ARCHIV – ZUM PROZES GEGEN DEN SOHN VON BUNDESRAT UELI MAURER VOR DEM BEZIRKSGERICHT HINWIL STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Wegweiser zum Bezirksgericht in Hinwil, am Freitag, 12. Oktober 2018. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Bild: KEYSTONE

Ein 39-jähriger deutscher Dachdecker soll im Herbst 2015 seinen drei Monate alten Hund gepackt und an die Wohnzimmerwand geschmissen haben, weil das Tier aufs Sofa uriniert haben soll. Wie seine Ex-Freundin sagte, soll er dem Hund danach die Schnauze und die Nase zugehalten haben, damit der Hund nicht mehr jaulte. Die Ex-Freundin reichte Strafanzeige ein. Der Tierarzt stellte später beim Hund einen Schienbeinbruch fest.

Dem Mann, wohnhaft in Wädenswil, wurde zudem vorgeworfen, am Bahnhof Wetzikon einen Polizisten als «Arschloch» und «Hurensohn» bezeichnet zu haben. Weiter soll er einem Polizisten gesagt haben, dass er ihn «in die Fresse hauen» würde und dass sie selber schuld seien, wenn seine Amerikanische Bulldogge sie beissen würde.

Mit Cannabis und Alkohol intus Auto gefahrenAusserdem fuhr er trotz Führerausweisentzug mit dem Auto und fuhr dabei jemandem über dem Fuss. Und das mit Drogen intus: Er hatte Cannabis konsumiert und 1.39 Promille Alkohol im Blut. Als ihn die Polizei befragte, soll er zudem angegeben haben, «sich den Weg freischiessen» zu wollen, falls er verurteilt werde.

Das Zürcher Obergericht hat ihn nun zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Dies wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz und weiterer Delikte, wie die «NZZ»  am Freitag berichtete. Damit bestätigte das Obergericht ein früheres Urteil des Bezirksgerichts Hinwil.

Schwere psychische Störung

Die Strafe muss er absitzen, sie wurde unbedingt ausgesprochen. Dies wegen zahlreicher Vorstrafen. Weiter wurde eine ambulante Massnahme während des Strafvollzugs angeordnet, da dem Täter eine schwere psychische Störung attestiert wurde, wie es im Zeitungsbericht weiter heisst. Zur Freiheitsstrafe hinzu kommt zudem eine Busse von 300 Franken.

Sowohl den beiden Verhandlungsterminen vor dem Bezirksgericht Hinwil als auch der Obergerichtsverhandlung war der Täter ferngeblieben. Da sein Aufenthaltsort unbekannt ist, wurde ihm auf Antrag des Anwalts das Erscheinen vor Obergericht erlassen. Ob, wann und wo er dereinst wieder auftauchen wird, ist nun die Frage.  (liz)

Hunderettung in letzter Sekunde

Video: srf/SDA SRF

Im Namen des Rechts: Diese Justizfälle haben die Schweiz bewegt

«Er ist unschuldig?» – wie Luanas Traum von der Freiheit vor dem Aargauer Obergericht jäh platzte

Link zum Artikel

Kondome, Viagra, Medienstelle: Der «Rollstuhl-Bomber» erzählt vor Gericht krude Romane

Link zum Artikel

«Wir sind durch die Hölle gegangen» – Das sagt der Schlieremer Polizist zum Bundesgerichtsentscheid

Link zum Artikel

«Fall Walker»: Das Obergericht übt sich in Schadensbegrenzung

Link zum Artikel

Eine lesbische Liebe, Kokain-Sucht und Salmiakgeist, 12 Prozent: Der Mordprozess Hochweid

Link zum Artikel

Carlos vor Gericht: Ein schweigender Trötzler

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Chriguchris
01.02.2019 11:25registriert November 2018
Zahlreiche Vorstrafen und dann doch "nur" 15 Monate.... Ja ich weiss, wir leben in einem Rechtsstaat und der man hat eine psychische Störung, nichtsdestotrotz dünkt es mich sehr wenig im Angesicht seiner Taten.
1149
Melden
Zum Kommentar
outdoorch
02.02.2019 00:08registriert December 2017
Ja, Welpen pissen nun mal in die Wohnung. Der Hund tut mir nicht nur wegen der Verletzungen leid: Er ist durch die ihm angetane Gewalt, mitten in der für das Tier wichtigen Prägungsphase, ein klassischer Kandidat für künftige Beissattacken. Der Hund sollte so schnell als möglich in erfahrene Hände geraten.
210
Melden
Zum Kommentar
9

Mit 235 km/h auf A1 im Aargau erwischt – zwei Rasern droht Gefängnis und Landesverweis

Zwei Junglenker sollen nach einem mutmasslichen Raserrennen auf der Autobahn A1 im Ostaargau und weiteren Tempo-Exzessen zu teilbedingten Freiheitsstrafen verurteilt werden. Die Staatsanwaltschaft Baden fordert für den Serben und den Kosovaren zudem eine fakultative Landesverweisung.

Der 19-jährige Serbe und der 21-jährige Kosovar aus dem Kanton Zürich waren in der Nacht auf Samstag, 11. April, auf der A1 bei Spreitenbach AG mit massiv übersetzter Geschwindigkeit geblitzt worden.

Die beiden …

Artikel lesen
Link zum Artikel