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Kanton Zürich empfiehlt Party-Verbot – so reagieren die Clubs

Guests dance the night away at the St. Germain nightclub in Zurich, Switzerland, pictured on June 3, 2008. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Gaeste tanzen am 3. Juni 2008 im Nachtklub St. Germain in Zuerich ...
Veranstaltungen mit vielen Personen in engem körperlichem Kontakt in geschlossenen Räumen sollen nicht durchgeführt werden.Bild: KEYSTONE

Kanton Zürich empfiehlt Party-Verbot wegen Coronavirus – so reagieren die Clubs

04.03.2020, 11:2004.03.2020, 12:56
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Der Bundesrat hat Grossanlässe mit über 1000 Personen verboten. Anlässe mit weniger Menschen sind Sache der Kantone – und hier hat gestern der Kanton Zürich eine neue Empfehlung kommuniziert, die es in sich hat.

  • Veranstaltungen jeder Grösse mit teilnehmenden Gruppen aus den betroffenen Gebieten (Italien, China, Südkorea, Iran) sollen nicht durchgeführt werden.
  • Veranstaltungen mit vielen Personen in engem körperlichem Kontakt in geschlossenen Räumen sollen nicht durchgeführt werden (z. B. Clubs).
  • Veranstaltungen mit externen Teilnehmenden in Alters- und Pflegeheimen sollen nicht durchgeführt werden.

Auch wenn es sich nicht um verbindliche Verbote handelt, ist die Verunsicherung gross – und die Kritik scharf. Alex Flach, der Medienarbeit für Clubs wie Hive, Friedas Büxe und Supermarket macht, spricht gegenüber dem «Tages-Anzeiger» von «reiner Willkür». Die Gesundheitsdirektion schiebe die Verantwortung auf die Clubbetreiber ab, anstatt selbst einheitliche und verbindliche Massnahmen festzulegen, die für alle gelten.

Das findet auch Philip Meier vom Zürcher Nachtstadtrat. Seine Befürchtung ist, dass die Clubs am Wochenende halbleer bleiben, weil die Empfehlung die Leute weiter verunsichern würde. «Den Jungen wird der Spass verdorben, obwohl sie nicht gefährdet sind», sagt Meier gegenüber watson.

Die Verunsicherung in der Szene ist derzeit jedenfalls gross. Denn derzeit weiss offenbar niemand so genau, wie die Vorgabe zu verstehen sei, wie Alexander Bücheli von der Bar- und Club-Kommission Zürich sagt. «Wir sind mit den städtischen Behörden und der Polizei am Abklären, wie die Empfehlungen zu interpretieren sind», so Bücheli im «Tages-Anzeiger».

Andere Zürcher Clubs haben ebenfalls schon reagiert. Wie das kommende Party-Wochenende aussehen wird, ist derzeit offen:

  • Das Kaufleuten will die nächsten Schritte erst beratschlagen.
  • Die Clubveranstalter der Zukunft sagen: «Wir haben offen». Ein Verbot wäre wirtschaftlich verheerend, so die Verantwortlichen.

Wie hoch der wirtschaftliche Schaden sein wird, ist derzeit nicht abzuschätzen. Das Veranstaltungsverbot des Bundes hat jedoch schon massive Auswirkungen. Die Betreiber des Hallenstadions sprechen schon von Ausfällen im Bereich mehrerer hunderttausend Franken. Bei der Samsung Hall in Dübendorf rechnet man damit, dass der Verlust in die Millionen gehe, sollte das Veranstaltungsverbot über den 15. März verlängert werden.

(meg)

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85 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Sämi P. aus E.
04.03.2020 12:05registriert März 2014
Klar sind die Jungen nicht gefährdet, am Sonntag nach dem Ausgang gehen sie jedoch zu ihren Eltern oder Grosseltern auf Besuch und stecken diese an. Jeder weiss was mit diesen nun passieren kann.
Diese Argumentation ist leider etwas zu kurz gedacht.
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Unicron
04.03.2020 13:04registriert November 2016
"«Den Jungen wird der Spass verdorben, obwohl sie nicht gefährdet sind», sagt Meier gegenüber watson."

Geht ja weniger darum dass sie nicht sterben, als dass sie sich anstecken und dann den Rest der Schweiz infizieren.
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zoobee1980
04.03.2020 16:55registriert Oktober 2014
Ist jung, geht trotz Corona-Ansteckungsgefahr Party machen, weil YOLO, steckt sich an, aber "macht nüüt, bi ja jung", am Sonntag dann Familienznacht, zehn Tage später sind Omi und Opa Geschichte. Aber eben: YOLO. Muss. Jetzt. Party. Machen. Verantwortung zeigen = BÄÄÄÄÄH.
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