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Winterthurer Busfahrer drohen mit Streik am Dienstagmorgen

Stadt Winterthur wird zur blauen Zone.
Die Gewerkschaft VPOD kündigt für Dienstagmorgen einen Streik an.Bild: Shutterstock

Winterthurer Busfahrer drohen mit Streik am Dienstagmorgen – das musst du wissen

Bei Stadtbus Winterthur ist für Dienstagmorgen ein Warnstreik angekündigt. Die Gewerkschaft VPOD begründet ihn mit aus ihrer Sicht unzumutbaren Arbeitsbedingungen, die Stadt hält die Arbeitsniederlegung für nicht gerechtfertigt.
02.03.2026, 09:3702.03.2026, 10:59

In Winterthur ist für Dienstagmorgen ein Warnstreik bei den Stadtbussen angekündigt. Von 4.30 Uhr bis voraussichtlich 8.30 Uhr sollen keine Busse verkehren, teilte die Gewerkschaft VPOD Winterthur am Montag mit. Hintergrund sei ein seit längerem schwelender Konflikt um die Arbeitsbedingungen des Fahrpersonals.

Die Stadt Winterthur bedauert den angekündigten Warnstreik. Die genauen Auswirkungen auf den Fahrbetrieb seien noch nicht absehbar, hiess es in einer Mitteilung. Über Einschränkungen werde in den Online-Fahrplan-Apps sowie auf Bildschirmen in den Fahrzeugen und an den Haltestellen informiert.

VPOD kritisiert Dienstplanung und Zulagen

Der VPOD erhebt mehrere Vorwürfe. So würden Angestellten sogenannte Springertage in den Dienstplan eingetragen; ob an diesen Tagen tatsächlich gearbeitet werden müsse, erfahre das Personal erst am Vortag. Komme es zu keinem Einsatz, gehe Arbeitszeit verloren, die als Minussaldo ins Zeitkonto einfliesse.

Zudem bemängelt die Gewerkschaft die Entschädigung für Nacht- und Sonntagsarbeit. Das Personalstatut der Stadt sehe Zuschläge ab 20 Uhr vor, bei Stadtbus würden diese gemäss VPOD jedoch erst ab 22 Uhr ausgerichtet. Der VPOD spricht von weiteren Mängeln in der Dienstplanung bis hin zu möglichen Gesetzesverstössen. Ausserdem müssten sich Busfahrerinnen und Busfahrer an Schäden beteiligen, ohne dass dafür eine rechtliche Grundlage bestehe.

Stadtbus hält Streik für nicht gerechtfertigt

Stadtbus Winterthur erklärte, man bedauere die Unzufriedenheit der Gewerkschaft, halte den Warnstreik aber für nicht gerechtfertigt. Verschiedene Anliegen seien bereits erfüllt worden, für weitere Forderungen seien Lösungen in Aussicht gestellt worden.

Stadtbus Winterthur ist dem Departement Technische Betriebe der Stadt unterstellt, das von Stadtrat Stefan Fritschi (FDP) geführt wird. Fritschi tritt am kommenden Sonntag zur Wiederwahl in den Stadtrat an und kandidiert zusätzlich für das Stadtpräsidium.

Laut Mitteilung der Stadt bot Fritschi dem VPOD am vergangenen Freitag kurzfristig Gesprächstermine an. Der VPOD habe dies abgelehnt und verlangt, dass zunächst Forderungen erfüllt würden. Soweit es dabei um finanzielle Entschädigungen gehe, sei gemäss Stadt der Stadtrat oder sogar das Stadtparlament zuständig.

Seit der Kündigung des Rahmen-Gesamtarbeitsvertrags (GAV) für das ÖV-Fahrpersonal im August vergangenen Jahres seien die Gespräche mit dem VPOD schwieriger geworden, schreibt die Stadt. Eine Mehrheit der Vertragsparteien, darunter der VPOD, habe beschlossen, den GAV per Ende 2025 auslaufen zu lassen. Stadtbus Winterthur habe dies nicht begrüsst; der GAV sei ein wichtiges Instrument für Regelungen etwa zur Arbeits- und Ferienzeit oder zu Löhnen. (sda)

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Der Blick aus dem Untertor Richtung Bahnhof. Normalerweise wäre hier richtig viel los. Rechts vorne beim Bus ist das legendäre Gotthard. Bild: Aylin
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Die beliebtesten Kommentare
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Digitalflaneur
02.03.2026 10:11registriert März 2024
Absolut verständlich bei den Arbeitsbedingungen, die dort vorherrschen.
Bei einer Vollzeit Anstellung arbeiten auf Abruf und bei nicht Einsatz Minusstunden verrechnet bekommen. Geht gar nicht… Betriebsrisiko auf die Mitarbeitenden übertragen, die, keine direkte Handlungskompetenz dazu bekommen ist eine absolute Sauerei!
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