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Zürich

Nach «Gender-Tag» jetzt «Drag Story Time» in Oerlikon im Visier Rechter

Nach dem «Gender-Tag» ist jetzt die «Drag Story Time» in Oerlikon im Visier Rechtsextremer

18.05.2023, 11:1918.05.2023, 12:22
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epa10601277 A member of the collective LGBTI Citizen Council of Monterrey 'Cuenti Drag' participates in Children's Day celebrations by telling stories to chuildren, in the Antiguo neigh ...
Eine Drag Story Time in Mexiko.Bild: keystone

Die ganze Aufregung rund um den wegen massiver Drohungen abgesagten «Gender-Tag» in der Zürcher Gemeinde Stäfa hat sich noch nicht gelegt, da kommt schon die nächste Veranstaltung in den Fokus von Rechten: die «Drag Story Time» in der Pestalozzi-Bibliothek in Oerlikon. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger».

Der Anlass soll am Samstag über die Bühne gehen. Das Konzept: Drag Queens lesen Geschichten für Kinder vor. Laut Veranstaltern soll «spielerisch die Vielfalt in der Gesellschaft gefeiert werden». Bereits seit vier Jahren und 25 Mal fanden solche Vorlesungen in Zürich statt.

Bereits letztes Jahr kam es bei einer solchen Vorlesung zu einem Aufmarsch von Neonazis – mit Fackeln und Transparenten. Die «Weltwoche» hatte zuvor kritisch über den anstehenden Anlass berichtet.

Hass-Mails gegen die Pestalozzi-Bibliothek

Im Zuge der momentan aufgeheizten Stimmung ist der Aufruhr in der rechten Szene aber ungleich grösser und laut «Tages-Anzeiger» sind diesmal auch Corona-Skeptiker, Reichsbürger und andere Verschwörungstheoretiker dabei. Und auch SVP-Nationalrat Andreas Glarner macht auf den sozialen Medien seine Anhänger scharf.

Die Pestalozzi-Bibliothek hat bisher rund zwei Dutzend Hass-Mails erhalten und aufgrund der Bedrohung die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagt Direktor Felix Hüppi: «Im Gespräch äusserte die Polizei, dass in diesen Kreisen online oft mehr Wind gemacht wird, als dann in der Realität sichtbar wird. Aber nur schon, dass wir bei einer Kinderveranstaltung in der Bibliothek mit physischer Gewalt rechnen müssen, erschreckt mich.» (aeg)

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509 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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mrmikech
18.05.2023 11:29registriert Juni 2016
Was Glarner da macht hat nichts mit Politik zu tun, und nichts mit Meinungsäusserung. Es ist Hetze, und Hetze lockt Gewalt aus. Deswegen muss Hetze strafbar gemacht werden, nur so setzen wir als Gesellschaft ein Zeichen gegen gewalt.
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M. mit Stil
18.05.2023 11:28registriert September 2022
Drag ist eine Kunstform und hat im Grunde nichts mlt der sexuellen Ausrichtung zu tun. Es können auch Heteromänner oder Frauen (sogenannte "Bio-Queens") in Dragshows auftreten. Auch Nacktheit ist kein zentrales Thema.
Haben denn die Neonazis auch ein Problem mit Puppentheater, Kindermusicals etc?
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Homelander
18.05.2023 11:26registriert Oktober 2014
Es ist einfach nur noch traurig. Die Rechten sind nicht mal mehr originell, sie kopieren einfach allen Dreck aus Amiland.
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