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Interview

«Die macht, was sie will!» – Petrus im Gespräch über sein Problemkind April

Eigentlich hat Petrus alle Hände voll zu tun, doch die jüngsten meteorologischen Fehlschläge haben ihn an die Öffentlichkeit gezwungen. Wir haben ihn exklusiv interviewt.
21.04.2017, 09:11

Herr Petrus, waren Sie letzte Woche mal draussen?
Klar, das gehört ja praktisch zu meinem Beruf als Türsteher des Himmels.

Zu Ihrem Aufgabenbereich gehört auch das Wetter, soviel ich weiss. Wir warteten auf die Badi-Saison, stattdessen gab es Schnee. Was war da los?
Es ist mir etwas peinlich darüber zu sprechen, aber ich kann nicht länger schweigen. Eines meiner Kinder ist ausser Kontrolle geraten.

Ihr Kind ist Schuld?
Es ist nicht meine Art, etwas zu leugnen, deshalb muss ich hier bejahen. Meine Tochter April hat schon immer etwas unter Stimmungsschwankungen gelitten, aber in letzter Zeit übertreibt sie ein wenig.

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Nur noch knapp einen Monat bis zur Badi-Saison.bild: giphy

Woran liegt das?
Wir wollten sie mehr in den Familienbetrieb einbinden und haben ihr deshalb einen ganzen Monat meteorologischen Freiraum eingeräumt. Da haben wir aber noch nichts von Brandon gewusst.

Brandon?
Ihre neue Flamme. Sie hat sich dummerweise in einen Sterblichen verliebt. Mit seinen Sticheleien macht er das gesamte Betriebsklima kaputt. Meine Tochter behauptet zwar immer, dass dieses ja nicht menschengemacht sei, aber ich sehe doch, was da läuft.

Zoff bei Familie Petrus.
Zoff bei Familie Petrus.bild: watson/shutterstock

Spricht da nicht einfach der besorgte Vater aus Ihnen?
Kann schon sein, dass ich etwas paranoid bin, immerhin wollte der letzte Typ, der mir auf Erden etwas bedeutet hat, eine Kirche auf mir errichten. Aber Sie haben es ja selber gesehen: Schneeflocken statt Pollen in der Luft. Das ist doch nicht normal.

Die Menschen müssen so oder so niesen. Haben Sie mit Ihrer Tochter über die Wetterschwankungen gesprochen?
Ich habe es versucht, aber die macht, was sie will. Stur wie ein Fels. Hat sie wohl von mir. Deshalb hab ich ihr ein Ultimatum gesetzt: Entweder Brandon geht oder ich schicke Freddie Mercury zurück zur Erde.

Eine schwere Drohung für ihre Tochter, aber die Erde würde sich wohl freuen.
Eher eine leere Drohung. Erstens besitze ich nicht die Autorität, so etwas zu veranlassen, und zweitens brauchen wir Freddie dringend hier oben. Wir haben eine Knappheit an guten Rockmusikern, weil der Chef die meisten davon direkt in die Hölle wirft. Und Sie ahnen ja nicht wie sehr einem das ewige Harfenspiel der Engel auf den Zeiger gehen kann.

Wir schweifen ab. Wie hat Ihre Tochter reagiert?
Sie war natürlich aufgebracht. Erst hat sie die Iden des März gestohlen, Mai geboxt und dann hat sie so lange mit den Wetter-Reglern gespielt, bis alle Migräne bekamen. Sie hat erst aufgehört, als ich ihr und Brandon eine Paartherapie bezahlte, um den «angerichteten Schaden» wieder gut zu machen.

bild: watson/shutterstock

In dem Fall dürfen sich die Schweizer jetzt wieder auf wärmere Temperaturen freuen?
Das wird wie immer vom Böögg am Zürcher Sechseläuten abhängen. Wir schauen uns das immer sehr genau an und machen dann das Gegenteil von dem, was er voraussagt.

Interessante Methode. Aber für den Fall, dass es ein nicht allzu guter Sommer werden sollte, wie verteilen Sie die wenigen schönen Tage?
Vermutlich werden wir die Sonne wieder vor allem an Arbeitstagen und in Prüfungsphasen scheinen lassen. Wann genau kann ich Ihnen nicht sagen, wir wollen nicht zu viele Leute im Freien. Das ganze ist ein Beitrag des Himmels im Kampf gegen Hautkrebs.

Der Himmel engagiert sich gegen Hautkrebs?
Nicht nur, ich leite auch ein erfolgreiches Rezyklier-Programm: PETrus.

Mal ehrlich: Haben Sie dieses Programm nur wegen einem schlechten Wortspiel ins Leben gerufen?
Mein Humor wirkt auf mysteriösen Wegen (schmunzelt).

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Ein Auszug aus einem von Petrus' früheren Engagements.gif: giphy

Neben der Beziehung zu April, was würden Sie in Zukunft als grösste Herausforderung für sich selber sehen?
Ich würde sagen der Klimawandel. Wenn die Wetterlagen immer extremer werden, gibt das natürlich viel zu tun. Demnächst werden wir wohl mit der heiligen Dreifaltigkeit über Outsourcing diskutieren müssen.

Outsourcing?
Da ist ja auch noch der ganze Türsteher-Kram, der mir unglaublich viel Zeit raubt. Wenn ich diese Aufgabe abgeben könnte ...

Haben Sie denn schon jemanden im Auge?
Noch nicht, es müsste ein alter Mann mit Erfahrung im Zumauern sein, der kein Problem damit hat, Leute abzuweisen und Andersgläubigen den Zutritt zu versperren. Kennen Sie zufällig so jemanden?

Nein.

Ist das ein Problem?

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gif: giphy

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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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JaneSodaBorderless
21.04.2017 10:45registriert Februar 2016
Der Artikel hat meinen Tag erheitert - lieben Dank, Herr Schmidli!
:-)
451
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Zum Kommentar
8
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