Kongos Fussballer wollen Superfan «Lumumba» als Staffmitglied an der WM
Da steht er. Und steht. Und steht. Michel Kuka Mboladinga erstaunt die Welt am Afrika-Cup um den Jahreswechsel mit seiner Verkleidung als Statue von Patrice Lumumba. In dieser Pose unterstützt er die Nationalmannschaft der Demokratischen Republik Kongo. Als sie im Achtelfinal ausscheidet, weint «Lumbumba Vea» bittere Tränen.
Die sind längst getrocknet – und womöglich hat Lumumba in der Zwischenzeit Freudentränen vergossen. Die DR Kongo hat sich nämlich als eines der letzten Teams für die erste Fussball-WM mit 48 Teilnehmern qualifiziert. Portugal, Kolumbien und Usbekistan werden im Sommer die Gegner sein.
Visa-Probleme mit Mexiko
Ob der Superfan dann dabei sein wird? Beim interkontinentalen WM-Playoff in Mexiko, bei dem die Qualifikation sichergestellt wurde, konnte Lumumba nicht dabei sein, weil er laut seinen Angaben kein Visum erhielt.
Kongos Fussballer setzen sich nun dafür ein, dass sich dies vor der Weltmeisterschaft nicht wiederholt. Nationalmannschafts-Captain Chancel Mbemba habe den Verband gebeten, Lumumba in die offizielle Delegation der DR Kongo aufzunehmen, berichtet das Portal «Foot Africa». Mbemba habe Staatspräsident Félix Tshisekedi darum gebeten, sich dafür einzusetzen.
Warten auf das erste WM-Tor
Für die DR Kongo wird es nach 1974 die zweite WM-Teilnahme sein. Damals trat es als Zaire an. Es verlor alle drei Gruppenspiele und reiste mit einem Torverhältnis von 0:14 aus Deutschland ab. Die 0:9-Pleite gegen Jugoslawien ist eine der höchsten Niederlagen der WM-Geschichte.
Michel Kuka Mbodilanga tritt als Patrice Lumumba in Aktion, um einen legendären Politiker zu ehren. Er hatte massgeblich dazu beigetragen, den Kongo von der Kolonialmacht Belgien zu lösen und wurde danach der erste Premierminister des Landes. Die Amtszeit währte nur drei Monate: Lumumba wurde verhaftet, gefoltert und im Januar 1961 von einem Erschiessungskommando ermordet. Bis heute gilt er als Symbolfigur im Kampf gegen die Unterdrückung Afrikas durch den Westen. (ram)
