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Playoff-Final in der Analyse: Die ZSC Lions sind gegen Lausanne Favorit

ZSC oder Lausanne: Wer ist Favorit im Playoff-Final?
Wem drückst du im Playoff-Final die Daumen?Bild: imago, keystone
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Die ZSC Lions gehen als Favorit in den Playoff-Final – aber Lausanne ist gefährlich

Ab heute kämpfen die ZSC Lions und Lausanne im Playoff-Final um den Meistertitel in der National League. Wir sagen dir, wer Favorit ist und warum.
16.04.2024, 06:41
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Heute Abend (20 Uhr im watson-Liveticker) beginnt der Playoff-Final zwischen den ZSC Lions und dem Lausanne HC. Während die Waadtländer zum ersten Mal in ihrer Klubgeschichte einen National-League-Final bestreiten, wollen die Zürcher den zehnten Titel der Vereinsgeschichte holen. Doch ist Lausanne gut genug, um die Zürcher Hockey-Maschine aufzuhalten? Wir analysieren neun verschiedene Kategorien.

Direktduelle

  • Lausanne – ZSC 1:3
  • ZSC – Lausanne 2:3 n. P.
  • Lausanne – ZSC 2:4
  • ZSC – Lausanne 3:1
ZSC – Lausanne 1:0

Torproduktion

Kein anderes Team in der National League bringt so viel Starpower mit wie die ZSC Lions. Wenn du es schaffst, Denis Malgin, Sven Andrighetto und Rudolfs Balcers aus dem Spiel zu nehmen, sind da immer noch Derek Grant, Denis Hollenstein, Jesper Frödén oder Juho Lammiko. So ist es auch keine Überraschung, dass die Zürcher die torgefährlichste Mannschaft der Liga sind – sowohl in der Regular Season wie auch in den Playoffs. Auch Lausanne hat eine starke Offensive, ist aber nicht gleich effizient wie der Finalgegner aus der Deutschschweiz.

ZSC – Lausanne 2:0

Verteidigung

Die ZSC-Starpower beschränkt sich nicht auf die Sturmlinien. Auch die Verteidigung ist mit Dean Kukan, Yannick Weber, Mikko Lehtonen, Patrick Geering, Christian Marti, Dario Trutmann und Phil Baltisberger herausragend besetzt. Gerade das Duo Kukan/Weber ist in den Playoffs bislang extrem dominant.

Die Lions hatten schon in der Regular Season die beste Verteidigung der Liga und zeigen sich in den Playoffs in der eigenen Zone noch kompakter. Auch Lausanne hat sein Defensivspiel auf die Playoffs hin noch einmal merklich gesteigert und so Fribourg im Halbfinal ausgebremst. Trotzdem ziehen die Waadtländer auch in dieser Kategorie den Kürzeren.

ZSC – Lausanne 3:0

Herausgespielte Chancen und Spielkontrolle

Keine Mannschaft spielte sich in der Regular Season mehr Chancen heraus als Lausanne. Die Mannschaft von Geoff Ward kam pro 60 Minuten 5-gegen-5-Eishockey auf mehr als drei Expected Goals. Die ZSC Lions waren aber noch das Team, das Lausanne am nächsten kam. In den Playoffs brach die Chancenproduktion der Westschweizer etwas ein – wohl auch wegen des stärkeren Fokus auf die Verteidigung. Beide Teams hatten zudem in ihren Spielen zumeist die Vorteile auf der eigenen Seite und kontrollierten durchschnittlich mehr als 55 Prozent der Chancen.

Der Blick auf die Direktduelle während der Regular Season dürfte den Lausanne-Fans Hoffnung machen. In den ersten beiden Spielen gegen den ZSC – einmal auswärts, einmal zu Hause – hatten die Waadtländer das Chancenplus auf der eigenen Seite. Das können sonst nur wenige Mannschaften von sich behaupten. Es gibt einen Punkt für beide.

ZSC – Lausanne 4:1

Spielstil-Duell

Die bisherigen Playoffs haben eines gezeigt: Mit Forecheck-Hockey muss man es gegen die ZSC Lions gar nicht versuchen. Die Zürcher Verteidiger sind spielerisch und läuferisch zu gut, als dass sie das vor Probleme stellen könnte. Ähnliches gilt umgekehrt auch für Lausanne, insbesondere in den Playoffs hat die Mannschaft von Geoff Ward Forecheck-Situationen gut verteidigt.

Die Waadtländer versuchen selbst mit Rush-Angriffen oder mit anhaltendem Puckbesitz in der Offensivzone zu Chancen zu kommen. In der Serie gegen Zug haben die Löwen gezeigt, dass sie gerade auf Letzteres durchaus anfällig sind und sich zwischendurch auch mal einschnüren lassen. Wenn Lausanne das gelingt, können sie in diesem Final ein Wörtchen mitreden.

Gleichzeitig muss der LHC schauen, dass er selbst nicht eingeschnürt wird. Neben Rushes ist auch der ZSC besonders nach längerem Scheibenbesitz gefährlich. Lausanne hat es allerdings bislang in den Playoffs geschafft, solche Situationen relativ gut zu verteidigen – und das gegen stärkere Teams. Am Ende haben beide Mannschaften die Stärken und Schwächen am gleichen Ort. Von dem her dürfte es bei 5-gegen-5 ein ausgeglichenes Duell werden.

ZSC – Lausanne 5:2

Goalies

Dass die ZSC Lions mit Simon Hrubec einen der besten Torhüter der Liga zwischen den Pfosten haben, ist mittlerweile längst bekannt. Aber auch Lausanne muss sich nicht verstecken. Connor Hughes verpasste einen Teil der Regular Season wegen einer Verletzung, doch wenn er spielte, war er meist herausragend. Und in den Playoffs hat sich der Schweiz-Kanadier immer mehr gesteigert. Waren gegen Davos noch vereinzelte wacklige Spiele dabei, hexte er sein Team gegen Fribourg zum souveränen Halbfinalsieg.

Selbiges gilt natürlich auch für Hrubec, der zuerst gegen Harri Säteri, dann gegen Leonardo Genoni das Goalie-Duell für sich entschied. Allerdings gilt bei den ZSC Lions das Motto: Hrubec oder gar nichts. Ersatz Robin Zumbühl hat in den Playoffs noch keine Minute und in der Qualifikation nur zehn Spiele gespielt. Da ist Lausannes Nummer zwei Kevin Pasche schon öfter eingesetzt worden – auch in den Playoffs. Punkt für Lausanne.

ZSC – Lausanne 5:3

Special Teams

Wenn Lausanne Meister werden will, muss es extrem diszipliniert spielen. Denn die ZSC Lions haben ein tödliches Powerplay – insbesondere in den Playoffs. In ihren acht Spielen haben die Zürcher mehr als jedes dritte Überzahlspiel in ein Tor verwandelt. Von solchen Zahlen können die Waadtländer nur träumen.

Das Problem von Lausanne: Ihr Unterzahlspiel war in der Regular Season noch überragend, hat in den Playoffs aber nicht mehr gleich gut funktioniert. Geoff Ward muss hier eine Lösung finden, um Denis Malgin und Co. aufzuhalten, ansonsten ist der Pokaltraum schnell vorbei.

ZSC – Lausanne 6:3

Trainer

Mit Marc Crawford und Geoff Ward stehen sich im Playoff-Final zwei Trainer mit NHL-Erfahrung gegenüber. Der 61-jährige Ward war in seiner 15-jährigen NHL-Karriere aber vorwiegend Assistent, während Crawford die Colorado Avalanche 1996 als Cheftrainer zum Stanley Cup führte. Auch in der Schweiz hat Crawford seinem Gegenüber einiges an Erfahrung voraus: Er wurde 2014 mit den ZSC Lions schon Meister. Ward hat in den Playoffs eindrücklich bewiesen, wie flexibel er als Coach sein kann. Aber auch Crawford hat bislang für alles eine Lösung gefunden. Punkt für den ZSC.

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ZSC – Lausanne 7:3

Form

Beide Teams stehen im Playoff-Final, da gibt es an der Form grundsätzlich wenig zu mäkeln. Die ZSC Lions spielten beeindruckende Playoffs, sie hatten aber auch etwas die leichteren Gegner als Lausanne – weder Biel noch Zug spielten in dieser Saison ihr volles Potenzial aus. Lausanne hat zwar einige Spiele mehr absolviert, konnte sich dank des schnellen Sieges im Halbfinal aber ebenfalls noch erholen. Punkt für beide.

ZSC – Lausanne 8:4

Fazit

Auf dem Papier spricht im Playoff-Final wenig überraschend vieles für den Qualifikationssieger. Die ZSC Lions sind über weite Strecken eine bessere Mannschaft als der Lausanne HC und haben ihre Stärke auch im bisherigen Verlauf der Playoffs eindrücklich bewiesen. Will Lausanne den Zürchern ein Bein stellen, müssen sie: das Puckbesitz-Duell gewinnen, keine Strafen nehmen und einen Connor Hughes in Topform zwischen den Pfosten haben.

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46 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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nepal
16.04.2024 06:49registriert Oktober 2014
Zusammengefasst: Lausanne hat den besseren Ersatztorhüter und ist sonst dem Z nirgendwo überlegen.
433
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Zum Kommentar
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Rikki-Tiki-Tavi
16.04.2024 06:57registriert April 2020
"Lausanne ist gefährlich" ... na ja, soviel ich weiss, sind sie nicht in den Final gelost worden.
340
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egemek
16.04.2024 07:38registriert Mai 2016
Lausanne ist gefährlich. Ja, für die Gesundheit der Zürcher. Ansonsten wird das nicht für 4 Siege reichen. Aber wenigstens für etwas Gegenwehr zum ersten Mal in den Playoffs für die Lions.
2014
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46
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