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Basel's players thank the fans after an UEFA Champions League Group stage Group A matchday 5 soccer match between Bulgaria's PFC Ludogorets Razgrad and Switzerland's FC Basel 1893 in the Natsionalen Stadion Vasil Levski in Sofia, Bulgaria, on Wednesday, November 23, 2016. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Applaus für die hartgesottenen Fans: Die FCB-Spieler machen gute Miene zum bösen Spiel. Bild: KEYSTONE

Analyse

Wo sind bloss die magischen Champions-League-Nächte des FCB geblieben?

Tristesse statt ausschweifender Jubel: Der FC Basel träumte vor dieser Champions-League-Kampagne davon, die Grossen zu ärgern. Doch davon ist der Schweizer Serienmeister meilenweit entfernt. Alles, was bleibt, ist die leise Hoffnung auf die nächste magische Nacht.



Magisch war das nun wirklich nicht, was die 25'000 Zuschauer im Vassil-Levski-Stadion in Sofia und die TV-Zuschauer zu Gesicht bekamen. Der FC Basel und Ludogorets Rasgrad zeigten Fussball-Magerkost, die mit «Königsklasse» nichts zu tun hatte. 0:0 in trister Atmosphäre – nach diesen 93 Minuten hat man plötzlich Verständnis für all diejenigen, die aus der Champions League eine Superliga ohne die lästigen Mitläufer aus den kleinen Fussballnationen machen wollen.

Der FCB war zwar gegen Ludogorets – wie schon zuletzt zweimal gegen Paris Saint-Germain – bemüht, doch ausser ein paar mittelmässigen Torchancen schaute nichts heraus. Die Mannschaft spielte solid. Aber eben auch zu brav und zu bieder. Keiner kann in den entscheidenden Momenten den Unterschied ausmachen. Wo bleiben die Geniestreiche von Matias Delgado oder Luca Zuffi, wenn es wirklich zählt? Wo die Tore von Seydou Doumbia oder Marc Janko? Wo ist der nächste Shaqiri, wo der nächste Embolo?

epa05013341 Basel's Breel Embolo after the UEFA Europa League group I group stage matchday 4 soccer match between Portugal's C.F. Os Belenenses and Switzerland's FC Basel 1893 at the Estadio do Restelo in Lisbon, Portugal, on Thursday, November 5, 2015.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

Einen wie Breel Embolo sucht man in Basel derzeit vergebens. Bild: EPA/KEYSTONE

Urs Fischer hat bislang noch keinen aus dem Hut, beziehungsweise aus dem Nachwuchs zaubern können. Und die eingekauften Talente der 1. Mannschaft schlagen auch nicht wie gewünscht ein. Blas Riveros, Alex Fransson, Jean-Paul Boetius, Kevin Bua konnten die Erwartungen allesamt nicht erfüllen. Höchstens Mohamed Elyounoussi hat bislang wie erhofft eingeschlagen. So ist der FCB international höchstens Mittelmass. Ist Fischer deswegen ein schlechter Trainer? Natürlich nicht. Aber für ihn sprechen die bisherigen Resultate halt auch nicht. Dass die Kritik jetzt auf ihn hereinprasselt, damit muss er leben.

St.Jakob-Park nicht automatisch voll

Magische Nächte – solche feierte der FCB in Vergangenheit zuhauf. Spiele wie das 3:3 gegen Liverpool 2002, das 2:1 gegen Juventus Turin 2003, das 2:1 gegen Manchester United 2011, das 1:0 gegen Bayern München 2012 oder das 1:0 gegen Chelsea 2014 haben sich ins kollektive Schweizer Fussball-Bewusstsein gebrannt. Sogar Nicht-FCB-Sympathisanten erwischten sich, wie sie plötzlich mit dem Rivalen mitfieberten.

Die nächste «night to rembember» braucht der FCB, damit ihn die Zuschauer in Zukunft in der Königsklasse noch sehen wollen. Zwar kann der Schweizer Serienmeister auf einen treuen Anhang zählen, wenn aber die Gelegenheits-Fans und die VIP-Gäste ausbleiben, dann schlägt das auch dem Ligakrösus aufs Portemonnaie. 

The teams enter the pitch prior to an UEFA Champions League Group stage Group A matchday 4 soccer match between Switzerland's FC Basel 1893 and France's Paris Saint-Germain Football Club, at the St. Jakob-Park stadium in Basel, Switzerland, on Tuesday, November 1, 2016. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Sieht voll aus, war er aber nicht: Der St.Jakob-Park gegen Paris St-Germain. Bild: KEYSTONE

Von allein kommen die magischen Nächte aber längst nicht mehr, wie das Heimspiel gegen Paris St-Germain gezeigt hat. Ohne den zu Manchester United abgewanderten Zlatan Ibrahimovic vermochte der französische Serienmeister den St.Jakob-Park nicht ganz zu füllen. Rund 4000 Sitze blieben leer.

Das wird gegen Arsenal anders sein. Wenn Granit Xhaka in zwölf Tagen nach Basel zurückkehrt, wird das «Joggeli» bis auf den letzten Platz gefüllt sein und der FCB hat die vorerst letzte Chance auf eine magische Nacht. Diese hätte er auch bitter nötig. Nicht nur sportlich – nur wenn der FCB gegen die «Gunners» mehr Punkte holt als Rasgrad gegen den PSG, wird er europäisch überwintern. Sondern auch, um das eigene Image wieder aufzupolieren. Denn einen so biederen FC Basel in der Königsklasse wie bisher will am Ende einfach keiner sehen.

Die grössten Schweizer Europacup-Erfolge im Fussball

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • NumeIch 24.11.2016 19:14
    Highlight Highlight Es gab magische Champions League Nächte des fcb? 😳
  • 's all good, man! 24.11.2016 18:54
    Highlight Highlight Auf der anderen Seite kann man auch nicht erwarten, dass der FCB jedes Jahr derart was reisst und in die Achtelsfinals der CL oder den Viertel- bis Halbfinal der EL einzieht. Hohe Ansprüche sind schon okay, aber man muss realisitisch und etwas demütig bleiben. Bayern, Chelsea, ManUtd und Liverpool zu schlagen ist und bleibt etwas einmaliges, das kann nicht immer gelingen.

    Nichtsdestotrotz fehlt mir dieses Jahr schon auch ein bisschen das Feuer, die Leidenschaft, der unbedingte Siegeswille. Gegen so destruktive Spielweisen wie gestern von Ludo erwarte ich definitiv auch mehr.
  • AJACIED 24.11.2016 16:53
    Highlight Highlight Ist halt nicht immer Weihnachten in der
    ch League 🙈
  • Pogo 24.11.2016 16:41
    Highlight Highlight Ich bin mir nicht ganz sicher ob wir beide dem gleichen fcb folgen...
    Gegen gegen razgrad und psg und ein paar "mittelmässige" chancen?! ...jaa ok, wenn man die gefühlten 20 alutreffer gegen psg und die weltklasseparaden des bulgarischen torhüters abzieht, bleibt nicht viel übrig...aber das ist nicht sonderlich seriös in einer analyse.
    Das selbe beim mittelfeld...anstatt pauschal davon auszugehen, dass keine tore, gleichbedeutend mit keinen schönen vorlagen aus dem mittelfeld sind, hätte man delgado und zuffi auch einfach mal zusehen können!
  • Pogo 24.11.2016 16:40
    Highlight Highlight Am irrwitzigsten ist jedoch die idee, dass es jedes jahr möglich sein soll aus der eigenen jugend, supertalente wie embolo oder xhaka, hervorzubringen...wenn dem so wäre, könnte basel gleich die schweizer nati übernehmen und in katar den wm-titel anpeilen.
    Fazit: analyse? Was für 1 analyse? O_o
  • Basel-Stadt 1893 24.11.2016 15:33
    Highlight Highlight Ist doch eine Frechheit behaupten das Stadion sei nicht voll gewesen gegen PSG, es war eine super Stimmung und es waren ein paar verstreute Plätze die verkauft aber nicht besetzt wurden. Da können sich die anderen CH-Vereine eine Scheibe abschneiden. Auch im Bereich Marketing und Führung des Clubs
    Der Schweizer Fussball kann froh sein einen solchen Klub zu haben, der den Schweizer Fussball international fast jedes Jahr erfolgreich vertritt. Auch im Zuschauerschnitt liegt der FCB vorne.
    • Swaghetti Yolonese 24.11.2016 16:14
      Highlight Highlight Naja es stimmt leider einige plätze blieben leer, dass hab ich sogar aus der Kurve gesehen...
      Ich finde den Artikel ziemlich treffend. Die Stimmung war auch nicht so gut, wie ich es mir von CL-Topspielen gewohnt bin.
      Basel ist in der Schweiz in allen Belangen vorne das stellt dieser Artikel auch nicht in Abrede, aber die Kritik darin ist absolut berechtigt.
    • Basel-Stadt 1893 25.11.2016 16:15
      Highlight Highlight Sehen Sie, ich möchte Sie nicht beleidigen oder verurteilen. Aber so wie es sich anhört: "Die Stimmung war auch nicht so gut, wie ich es mir von CL-Topspielen gewohnt bin.", ist das genau diese Sorte Fans die immer mehr wollen. Aber Ihr müsst auf dem Boden bleiben. Man kann gar nicht immer so viel verlangen auch vom FCB.
      Klar sollte man gegen Razgrad anders auftreten. Aber PSG und Arsenal haben beide einen Gesamtmarktwert von über 500 Mio. CHF.
      Warum immer die grossen Ansprüche. Ich finde die Champions League immer Klasse im "Joggeli". Auch wenn Basel verliert.
  • Martinov 24.11.2016 15:32
    Highlight Highlight Mir kommt es vor als würde in keinem der 25 Spieler im Kader die Winner Mentalität stecken... warum auch, in der Heimischen Meisterschaft können sie mit 60% Leistung gegen mehr als die hälfte der teams spielen, für die besseren reichen 80%, die sind nie gefordert, und dann der Schalter auf Championsleague umzustellen wo man mehr als 95% Einsatz, Leidenschaft & kampfherz braucht um Erfolg zu haben, gelingt nicht, irgendwie verständlich... Ein Arsenal kann man auch schlagen, nur brauchts da 130%, für eine Magische nacht
  • Töfflifahrer 24.11.2016 15:23
    Highlight Highlight Was sagt dies über den CH-Fussball aus? Für Europa nicht mehr stark genug aber dominiert die oberste Schweizerliga fast nach belieben!
    • Asmodeus 24.11.2016 16:45
      Highlight Highlight Was heisst hier "fast" nach belieben?

      Selbst wenn sie beschissen spielen und ins Hintertreffen geraten reichen 3 Minuten Nachspielzeit um noch das Spiel zu kippen.

      Wenn ich im Büro jeden Tag 7,8 Stunden surfen und trotzdem alle Aufgaben in den letzten 0,2 Stunden erledigen könnte, dann wäre ich auch überfordert, wenn ich plötzlich in einem Projekt mal 100% geben müsste.
  • Lester Nygaard 24.11.2016 15:17
    Highlight Highlight Fischers Fussball ist solid und sachlich, aber eben zu sachlich. Mehr Emotionen und Risiko würden der Mannschaft gut tun.
    • Asmodeus 24.11.2016 16:45
      Highlight Highlight Und dann würden alle jammern, ob er denn einen Schaden hätte.
      Man erinnere sich an den "Hampelmann" Sousa.
  • Amboss 24.11.2016 15:12
    Highlight Highlight Möglich, dass Fischer der falsche Trainer für magische Nächte ist. Gut möglich auch, dass das aktuelle Kader einfach zu bieder ist für grosse internationale Würfe.

    Möglich ist aber auch dies:
    Vielleicht ist die Zeit für magische Nächte einfach vorbei. Mit jedem Jahr werden die grossen Vereine reicher, holen bessere Spieler und die Kleinen stagnieren. Der FCB war noch nie so chancenlos gegen die Favoriten wie dieses Mal. Und magische Nächte sind nun mal nur möglich, wenn man gegen die Grossen punktet.

    Vielleicht waren magische Nächte in den Nullerjahren noch möglich war. Und jetzt nicht mehr.
    • Switch_on 24.11.2016 15:21
      Highlight Highlight Ich glaube es ist noch etwas anderes möglich: Dieses Jahr ist der Kader nicht ganz so gut.
      Genauer gesagt: Einige Junge sind noch nicht ganz auf dem Level bzw. die Erfahrung fehlt (Bspl.: Elyounoussi, Riveros). Andere haben den Zenit wahrscheinlich langsam überschritten (Doumbia) oder sind zu langsam (Delgado, welcher in der CL halt nicht so viel Zeit hat wie in der SL). Und bei anderen muss es schon ein wirklich guter Tag sein, dass sie was reissen können.
    • Janick Wetterwald 24.11.2016 15:35
      Highlight Highlight Guter Vorschlag. Wir schauen uns das Spiel nochmals an und werden eine allfällige weitere Analyse hier veröffentlichen. Lg, die Blutgrätsche von watson sport.
  • jaähä 24.11.2016 15:09
    Highlight Highlight Die Qualität dieses Basel Kaders ist wohl so hoch wie nie. Aber durch reine Qualität hat Basel noch nie europäisch triumphiert. Leidenschaft, taktisches Geschick und Siegermentalität bescherten dem fcb in der Vergangenheit grosse CL Abende. Mit Schär, Streller und Frei hat man zuletzt 3 Spieler verloren, welche genau diese Eigenschaften verkörperten. Eingekauft wurden aber vorallem Söldner, welche Qualitativ vieleicht sogar noch besser sind, aber diese mentale Stärke etwas vermissen lassen.
    • Scenario 24.11.2016 16:11
      Highlight Highlight ja Schär ist wirklich für Magische Momente gut... Bei jedem Zweikampf wartet man auf den Penaltypfiff oder den Fehlpass, der dem Gegner eine Riesenchance ermöglicht... ^^
    • Maett 24.11.2016 17:03
      Highlight Highlight @jaähä: seh ich auch so und sehe da auch den Trainer in der Verantwortung. Alleine mit teuren Spielern und einer vernünftigen Trainingsstrategie, besteht man weder gegen ein PSG, noch Arsenal (die Vergangenheit zeigt, dass dies ab und an mal möglich ist). Das aktuelle Kader bringt keine Underdog-Mentalität mehr auf den Platz (was in der CL enorm wichtig wäre), was meiner Meinung nach die Aufgabe des Spielleiters wäre.

      Fink konnte das gut, auch Vogel oder Yakin haben in dieser Hinsicht besser zum FCB gepasst als Fischer. Ich denke dass das die FCB-Führung (inzwischen) auch einsieht.

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