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New Jersey Devils' Kyle Palmieri (21) celebrates with teammates Taylor Hall (9), Nico Hischier (13) and Damon Severson (28) after scoring against the Montreal Canadiens during overtime in an NHL hockey game in Montreal, Saturday, Nov. 16, 2019. (Graham Hughes/The Canadian Press via AP)

Wird es nicht mehr geben: Hischier und Hall jubeln gemeinsam für die Devils. Bild: AP

Analyse

Das bedeutet der Hall-Trade für Nico Hischier, die Devils und die Coyotes



Im Gegensatz zum ersten Mal, als Taylor Hall getradet wurde (2016 von den Oilers zu den Devils), überraschte die Meldung dieses Mal niemanden mehr. Der Wechsel zu den Arizona Coyotes hatte sich angekündigt, schon das ganze Wochenende wartete man nur noch auf die offizielle Bestätigung.

Die kam gestern am späten Abend mitteleuropäischer Zeit. New Jersey hat seinen Stürmer wortwörtlich in die Wüste geschickt. Der Kanadier könnte heute Nacht gegen die San Jose Sharks bereits zum ersten Mal im Einsatz stehen. Die New Jersey Devils erhalten dafür Draft-Picks und Prospects als Gegenwert.

Gibt es bei diesem Deal einen Trade-Sieger? Auf den ersten Blick scheint es, als hätten die Devils das schlechtere Geschäft gemacht, etwas wenig für einen Starspieler erhalten. Doch das lässt sich so genau erst sagen, wenn man weiss, wer mit den zwei Picks gezogen wurde, und wie sich die Prospects entwickelt haben. Klar ist auch, dass die Devils etwas weniger Gegenwert für Hall erhalten haben, weil dessen Vertrag nur noch bis im Sommer läuft. Es kann also gut sein, dass er Arizona nur kurzfristig verstärkt.

Doch was bedeutet der Trade jetzt für Nico Hischier, die Devils als Mannschaft, Hall selbst und die Arizona Coyotes? Wir haben es analysiert.

New Jersey Devils

Sollte es noch unverbesserliche Optimisten gegeben haben, die glaubten, dass New Jersey die aktuell rund 14 Punkte Rückstand auf einen Playoff-Platz aufholen könnte, so dürfte dieses Träumen nun endgültig vorbei sein. General Manager Ray Shero hat den besten Skorer der Mannschaft für Prospects und Picks abgegeben. Ein klares Zeichen, dass er die aktuelle Saison abschreibt. Die verbleibenden 50 Spiele werden für die Fans also kaum ein Genuss.

Doch warum hat Shero das überhaupt getan? Weil er Hall nach dessen Vertragsende im Sommer mit grosser Wahrscheinlichkeit so oder so verloren hätte. Der 28-Jährige hat klar gemacht, dass er künftig bei einem erfolgreichen Team spielen will. Shero hat versucht, dem mit den Zuzügen von P.K. Subban und Nikita Gusev Rechnung zu tragen, doch der Plan ging nicht auf.

Bild

Mirco Müller verabschiedet sich auf Instagram von Taylor Hall. bild: instagram

Also musste sich Shero eingestehen, dass der Rebuild bei den Devils wohl noch etwas länger dauern wird. Er erhielt für Hall zwei Draft Picks – einen für die erste Runde 2020 und einen für die dritte Runde 2021. Arizona kann den abgegeben Erstrundenpick auf 2021 verlegen, falls es wider Erwarten die Playoffs verpassen und in der Draft-Lottery einen Top-3-Pick erhalten sollte. Aus dem Drittrundenpick für die Devils wird ein Zweitrundenpick, falls die Coyotes eine Playoff-Runde gewinnen oder sie mit Hall verlängern. Falls sie eine Playoff-Runde gewinnen und mit Hall verlängern, wird daraus gar ein Erstrundenpick.

Mit den Picks erhalten die Devils auch noch drei junge Spieler, von denen aber keiner den direkten Sprung ins NHL-Kader schaffen wird. Nick Merkley ist Stürmer, wurde 2015 in der ersten Runde gedraftet. Der 22-Jährige hat seither aber in der AHL keine grossen Stricke zerrissen, dennoch besteht die Chance, dass er irgendwann noch den Sprung in die NHL schafft.

Nate Schnarr ist ebenfalls Stürmer, wurde 2017 (also im gleichen Jahr wie Nico Hischier) in der dritten Runde gedraftet. Noch hat der 20-Jährige kein NHL-Spiel absolviert und er wird sich wie Merkley zuerst bei Binghamton in der AHL melden. Er war aber einst ein guter Skorer in der kanadischen Juniorenliga OHL. Verteidiger Kevin Bahl hat vermutlich noch das grösste Potenzial der drei Spieler. Der 19-Jährige wird Kanada Ende Dezember an der Junioren-WM vertreten. Er ist gross (198 cm) und schwer (104 kg) und bringt alles mit, um ein guter Shutdown-Verteidiger zu werden.

Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass das Torhüterproblem bei den Devils immer noch nicht gelöst ist. Cory Schneider ist bereits in der AHL, aber auch mit Louis Domingue als Alternative zu Mackenzie Blackwood wurde es bislang nicht besser. Vielleicht ist ja in ein paar Jahren der Schweizer Akira Schmid Teil der Lösung.

Nico Hischier

Nico Hischier wird in New Jersey künftig ohne seinen kongenialen Sturmpartner auskommen müssen. Mit keinem anderen Spieler stand der Walliser seit seinem NHL-Debüt im Oktober 2017 länger auf dem Eis (über 1500 Minuten).

Dass es Hischier auch ohne Hall kann, hat er letzte Saison bewiesen. Als der Kanadier verletzungsbedingt ausfiel, trug Hischier ein zeitweise stark gebeuteltes Team durch die Saison, bis er sich selbst mit Verletzungen herumschlagen musste. Klar ist, dass der Schweizer ohne Hall noch mehr Verantwortung übernehmen muss und dadurch auch mehr Druck hat. Er und der noch zwei Jahre jüngere Jack Hughes sind jetzt die Gesichter dieser Franchise.

Interessanterweise haben die zwei diese Saison miteinander überhaupt nicht gut funktioniert. Nico Hischiers statistische Werte sind in den bisherigen Spielen deutlich besser, wenn er ohne Hall am Flügel gespielt hat. Und bei Hall sieht es ähnlich aus: Er hat sich mit anderen Centern stärker präsentiert, als mit Hischier. Vielleicht kann sich Hischier, jetzt da er definitiv nicht mehr mit Hall zusammenspielen «muss», so richtig entfalten.

Die Performance von Hall und Hischier gemeinsam und getrennt:

Bild

CF% = Corsi-For-Percentage
GF% = Goals-For-Percentage
xGF% = Expected Goals-For-Percentage
HDCF% = High-Danger-Chances-For-Percentage
Bild: infogr.am; quelle: naturalstattrick.com

Eine spannende Randnotiz aus Schweizer Sicht: Die Devils werden die Playoffs mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit verpassen. Bleibt Hischier also gesund, sollte er an der Heim-WM in Zürich und Lausanne dabei sein.

Arizona Coyotes

Gross von diesem Trade profitieren wollen natürlich die Arizona Coyotes. Mit Hall hat das Team aus dem Raum Phoenix einen absoluten Hochkaräter dazugewonnen. 2017/18 hat Hall gezeigt, wozu er in Bestform fähig ist: Er wurde als Liga-MVP ausgezeichnet.

Der 28-Jährige bringt den «Yotes» genau das, was sie brauchen: Offensive Feuerkraft. Mit nur 2,63 Toren pro Spiel hatten die Wüstenhunde bislang nämlich die siebtschlechteste Ausbeute der Liga. Man ist nun weniger von Clayton Keller, Nick Schmaltz oder Phil Kessel abhängig.

General Manager John Chayka ist sicher froh, dass er seine zwei besten Prospects, Stürmer Barrett Hayton und Verteidiger Victor Söderström behalten konnte. So hat er sein Team für mindestens den Rest der Saison erheblich verstärkt, ohne zu viel Talent abzugeben. Aktuell führen die Coyotes zwar die Pacific Division an. Aber auch mit Hall werden sie wohl noch kein Topfavorit auf den Stanley Cup sein. Da gibt es andere Teams, die besser besetzt sind.

Taylor Hall

Und was hat eigentlich Taylor Hall von der Sache? Er hat betont, dass er bei einem Team spielen möchte, das in den Playoffs spielt, das Erfolg hat. Mit den Playoffs darf er dieses Jahr in Arizona wohl rechnen. Ob es dann tatsächlich auch weit geht, darf doch bezweifelt werden.

Hall sieht das etwas anders. Nachdem der Trade bekannt wurde, sagte er: «Ich komme zu einem Team mit einigen jungen Hengsten, guten Verteidigern und zwei Goalies, die dieses Jahr stark spielen. Das brauchst du bei einem Titelanwärter und so sehen die Coyotes momentan aus.»

Dennoch behält sich der Stürmer die Option offen, sich nach der Saison wieder aus Arizona zu verabschieden. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Agent Darren Ferris hat schon angedeutet, dass Hall im Sommer den Markt testen will. Dann könnte er sich als Unrestricted Free Agent auch seinem Wunschteam anschliessen.

So viel ist jedes NHL-Team wert

Nico Hischiers Teammates packen über ihn aus

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • marc* 18.12.2019 12:50
    Highlight Highlight Es wurde noch spekuliert, ob die Avs an einem Trade mit Hall interessiert gewesen wären. Aber Byram stand wohl nicht zur Diskussion. Man kann Shero vielleicht vorwerfen, dass die Devils keinen Top-Prospect für Hall zurück erhalten haben. Daher bleibt für die Devils nur zu hoffen, dass die Coyotes die Playoffs schaffen und im besten Fall noch mit Hall verlängern werden. Hall war für die Devils eine Sensation und einer der besten Angreifer in deren Geschichte. Unvergesslich bleibt die Saison 2017-18, als Hall MVP wurde und Nico tolle Rookie Saison hinlegte. Das war toll!
    • ta0qifsa0 18.12.2019 21:11
      Highlight Highlight NHL-Teams traden heutzutage keine Top-Prospects mehr für Spieler mit auslaufenden Verträgen...
  • Coliander 18.12.2019 10:28
    Highlight Highlight Vielleicht war auch Taylor Hall das Problem bei den Devils. Er konnte sich bis jetzt ein einziges Mal, zugegeben als MVP, für die Playoffs qualifizieren.
    Ich will nicht sagen das Hall schlecht ist, aber irgendwie läuft es seinen Teams nicht.

    Matt Duchene ist ein ähnlicher Fall. Verlässt die miserablen Avalanches, welche jetzt eines der besten Teams sind. Sein damaliges neues Team die Sens zerfallen komplett. Und jetzt ist er in Nashville und da läuft es auch nicht nach Wunsch.

    Nehmt meinen Kommentar nicht zu ernst.
  • Schlingel 17.12.2019 20:04
    Highlight Highlight Der Performance Graph war schon ein wenig überraschend. Wäre was für Reddit ;)
  • Tikkanen 17.12.2019 18:09
    Highlight Highlight ...einzig schade, dass der Nico sein Talent bei dem Lotterteam verschleudern muss😒Ach, hätten die Tüüfeli doch damals nur den Patrick gezogen, und Hischier könnte befreit in Philly abrocken...

    Item, Schweizermeister🐻🍺
  • Steven Stamkos 17.12.2019 17:05
    Highlight Highlight Ich habe mir mal die Statistiken der drei Prospects angeschaut, sehen leider nicht sehr vielversprechend aus, bis auf Schnarr in der OHL hat niemand ausserordentliche Werte aufzuweisen. Natürlich heisst das noch lange nicht dass die 3 nicht gut sind. Ein Rebuild dauert mindestens 3 bis 5 Jahre, ich denke in dieser Zeitspanne könnte es der ein oder andere ins Team schaffen.

    Wenn die Devils im 2020 einen Absoluten Topprospect draften (ich denke da natürlich an Lafreniere, Byfield oder Holz) sieht die Zukunft gar nicht so schlecht aus :-)
    • Staedy 17.12.2019 17:57
      Highlight Highlight Also das Rebuilding soll 3-5 Jahre dauern....spannend.....das geht aber fast schon so lange......dann haben sie nicht mehr so viel Zeit, ausser sie rebuilden sich vom Rebuilding. Bis auf die zwei Nr. 1 Drafts und zwei drei Talenten ist da nicht viel, um nicht zu sagen fast gar nichts bei den Devils. Kein NHL Verteidiger von Format, mangelnde Scorerqualitätund zwischen den Pfosten ein Lottergoalie nach dem anderen. Nun irgendwann wird dann auch der GM zur Diskussion stehen, denn so wie jetzt, ist bei den Devils nicht viel teuflisch.
    • Steven Stamkos 17.12.2019 18:13
      Highlight Highlight Das ist auf jeden Fall so, die letzten 2-3 Jahre waren eine katastrophe, es wurde schlecht gedraftet und schlecht getradet (man muss da aber zugeben, sie hatten auch nicht viel zu traden). Die Lightnings sind ein Musterbeispiel für Gutes draften, die halbe Mannschaft hat man aus Draftpicks aus den Runden 3-7 zusammen gestellt...
      Möglicherweise müssen auch die Scouts mal überdacht werden.
  • maylander 17.12.2019 16:50
    Highlight Highlight Fünfzig Kehrausspiele bei denen es um nichts mehr geht ausser einem Transfer zu einem anderen Klub für einige Spieler.
    Dann noch die Derbies die man mit ein bisschen Goodwill abziehen kann.
    Da ist unsere Liga einiges spannender.
    • sickkicks21 17.12.2019 18:25
      Highlight Highlight Wusste gar nicht das der NHL-Spielplan nur aus Spielen zwischen den Devils und den restlichen 30Teams besteht.
      Andere Spielpaarungen gibt es in deinen Augen wohl nicht.
  • ta0qifsa0 17.12.2019 16:24
    Highlight Highlight War als Devils Fan schon am Tag der Bekanntgabe des Subban trades gegen diese Verpflichtung und werde mit diesem Move in meiner Meinung gestärkt..

    Die wichtigsten Fragen, die sich jetzt stellen:
    - Schaffen die Yotes eine Runde in den PO?
    - Wer wird der neue Coach?
    - Welchen top proscept darf ich nächste Saison im Devils Dress bestaunen.. Raymond? Holtz? Stützle? Byfield? Lafreniere?

    • ta0qifsa0 17.12.2019 16:43
      Highlight Highlight Btw: Wir haben wieder einen "NHL-Goalie". Senn wurde aus der AHL zurückgeholt.
    • Staedy 17.12.2019 17:42
      Highlight Highlight Aber Subban ist doch nicht das einzige Problem. Der einzige der noch etwas Starqualitäten hat, wenn auch nicht auf dem Eis.
    • ta0qifsa0 17.12.2019 17:59
      Highlight Highlight @Staedy

      Nein, sicher nicht. Die Subban Verpflichtung hätte/hat nur Sinn gemacht, wenn man Hall langfristig hätte binden können. Und die Chancen darauf waren sowohl im Sommer, als auch nach dem unterirdischen Saisonstart jetzt alles andere als optimal (jetzt stehen sie sowieso gegen 0%).

    Weitere Antworten anzeigen
  • Couleur 17.12.2019 16:23
    Highlight Highlight Ich sehe in diesem Trade eher die Devils als Gewinner. Warum? Weil die Coyotes im Worst Case, das heisst bei Verpassen der PO und einem Abgang von Hall schon im Sommer extrem viel für dessen kurzen Auftritt abgeben würden. Dazu kommt, dass sollte man Hall halten können, massiv an Cap Space drauf gehen wird. Hall ist im besten Alter und will sich wohl mit einem letzten sehr langfristigen Vertrag noch vergolden, den er dann nur die ersten Jahre auch Wert ist.
    • sickkicks21 17.12.2019 18:31
      Highlight Highlight Da gebe ich dir recht. Zudem denke ich das Hall ein eher schiweriger Teamplayer sein kann. Es kann den Devils enorm viel helfen, dass er aus der Kabine weg ist.
  • TruchaConCebolla 17.12.2019 16:15
    Highlight Highlight HDCF% = High-Danger CHANCES, nicht Corsi ;-)
    • Adrian Buergler 17.12.2019 16:25
      Highlight Highlight @TruchaConCebolla: 👍🏼
  • Züzi31 17.12.2019 16:09
    Highlight Highlight Und jetzt noch Palmieri und Vatanen tauschen solange sie noch ordentlichen Wert haben. Die nächsten ca. 3 Jahre werden eh gar nix, solange Nico und Hughes nicht wie #1 Picks performen.
    • Staedy 17.12.2019 18:00
      Highlight Highlight Ja das sehe ich auch so. Wen wollen Sie denn holen bzw. mit was traden? Da hat es ausser den #1 Picks keinen, der einen grossen Gegenwert ergibt. Schwere Zeiten in New Jersey.

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