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Nehmen den ersten von 82 Bergen in Angriff: Ueli Steck (links) und Michael Wohlleben.
Nehmen den ersten von 82 Bergen in Angriff: Ueli Steck (links) und Michael Wohlleben.bild: facebook/82summits

Ueli Steck: «Das ist das Tolle an der Tour, uns steht weitgehend frei, welchen Gipfel wir wann erklimmen möchten»

Heute beginnt das Projekt «82 Summits» von Ueli Steck und Michael Wohlleben. Die beiden Extrembergsteiger starten ihre Tour im Engadin und erklimmen in den östlichen Alpen mit dem Piz Bernina ihren ersten Gipfel.
11.06.2015, 15:2411.06.2015, 19:16

Der 38-Jährige Ueli Steck und sein 14 Jahre jüngerer Freund Michael Wohlleben wollen mit dem Projekt «82 Summits» alle 82 Viertausender der Alpen erklimmen, dies an einem Stück in 80 Tagen. Für Steck, einer der weltbesten Solokletterer, ist diese Tour so anders, als seine bisherigen Expeditionen. Heute Donnerstag nehmen die beiden Bergsteiger ihren ersten Berg in Angriff.

Alles zum Projekt
In der Facebook-Gruppe «82summits», via Twitter (@82summits) und auf www.82summits.com wird laufend über die Tour informiert. watson berichtet in unregelmässigen Abständen über das Projekt von Ueli Steck und Michael Wohlleben.

Ueli Steck, du und Michael Wohlleben starten bereits heute und nicht wie geplant am Wochenende, weshalb?
Ueli Steck: Am Freitag zieht eine Schlechtwetter-Front auf, deshalb haben wir uns entschieden, gestern loszufahren und heute den ersten Gipfel in Angriff zu nehmen. Ausserdem gibt es im Engadin mit dem Piz Bernina nur einen Viertausender zu besteigen.

Dies sorgt bereits für erste logistische Herausforderungen.
Richtig, da wir alle 82 Viertausender der Alpen erklimmen möchten, ​gehört halt auch der Piz Bernina dazu, danach müssen wir aber bereits die erste lange Velofahrt in Angriff nehmen, weil die nächsten neun Berge im Berner Oberland sind. Allerdings passt es im Moment ganz gut, weil das Wetter am Wochenende wie erwähnt nicht so toll ist, und wir so die Zeit für die Fahrt nutzen können.

Von der Tschierva Hütte in der Südflanke des Piz Tschierva gehts zum Piz Bernina.
Von der Tschierva Hütte in der Südflanke des Piz Tschierva gehts zum Piz Bernina.bild: facebook/82summits

Ab welchem Zeitpunkt spielt das Wetter eine Rolle?
Wenn es ein wenig tröpfelt, macht uns dies noch nichts aus. Sobald es aber stärker zu regnen oder sogar schneien beginnt, ist eine Besteigung nicht mehr möglich, da die Sicht zu schlecht ist. Die Temperaturen sind jedoch kein Problem, momentan liegt die Nullgradgrenze bei 4'000 Metern.

Wie verbringt ihr die Zeit bei schlechtem Wetter?
Die Tour ist zwar nicht zu vergleichen mit meinen Himalaya-Expeditionen, dennoch sind 82 Viertausender am Stück und die rund 1'000 Kilometer die wir mit dem Velo zurücklegen, nicht zu unterschätzen. Herrscht also einmal einige Tage schlechtes Wetter, nutzen wir diese Zeit zur Erholung.
Zusätzlich schauen wir uns dann die Ortschaften an, in denen wir gerade sind. Auch das gehört zum Projekt «82 Summits», dass eben mal etwas Zeit bleibt, etwas zu erleben. Nicht immer nur, höher, schneller, extremer.

Vom Engadin ganz im Osten gehts bis ins Ecrins Massif in Frankreich.
Vom Engadin ganz im Osten gehts bis ins Ecrins Massif in Frankreich.Bild: 82summits

Im Berner Oberland warten neun Berge, in welcher Reihenfolge werdet ihr diese besteigen?
Auch dies ist wetterabhängig. Entweder wir beginnen mit dem Schreckhorn und überschreiten dann das Lauteraarhorn, oder, wenn das Wetter instabil ist, zuerst Mönch und Jungfrau. Dies ist das tolle an dieser Tour, uns steht weitgehend frei, welche Gipfel wir wann erklimmen möchten.

Daniel Mader ist auf der ganzen Reise euer Support. Was sind seine Aufgaben?
Zum einen transportiert er unser Material, hauptsächlich den Wohnwagen in dem wir übernachten und unsere Velos, vom Ort zu Ort. Er ist ausserdem für sämtliche Bilder verantwortlich und für die Kommunikation mit der Aussenwelt zuständig. Ich habe schon viele Extremtouren mit ihm erlebt und kenne ihn sehr gut. Daniel ist ein wichtiger Teil vom «82 Summits», er ist der Dritte im Bunde.

Gelegentlich werden Michael Wohlleben und du begleitet.
Genau, bereits auf der Reise vom Engadin ins Berner Oberland ist mein Bruder mit von der Partie, er wird mit uns die rund 250 Kilometer auf dem Velo absolvieren. Auch wenn wir einen Gipfel besteigen, kann es gut sein, dass uns ein Freund oder Kollege begleitet.

Diese Sportler machen es vor: Abwechslung ist das halbe Leben

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