DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Liebt die Herausforderung: Ueli Steck.
Liebt die Herausforderung: Ueli Steck.Bild: uelisteck.ch

Ueli Steck: «Immer höher, immer weiter, immer extremer, das geht nicht»

Nach Jahren am Limit probiert der Schweizer Extrembergsteiger etwas ganz Neues aus. Er will alle Viertausender der Alpen besteigen und dabei zurück zu sich selbst finden.
10.06.2015, 15:2810.06.2015, 18:41

Der Emmentaler Ueli Steck gehört zu den besten Extrembergsteigern auf dieser Erde. Er hat den Mount Everest bestiegen, als erster Kletterer überhaupt solo die Annapurna und er hat an der Eiger-Nordwand einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Insgesamt hat er sechs der weltweit vierzehn Achttausender erklettert, ausserdem ist er zweimaliger Gewinner des «Piolet d'Or», des «Oscar des Alpinismus».

Sein aktuelles Projekt «82 Summits» unterscheidet sich jedoch diametral von seinen bisherigen Erfahrungen. Zusammen mit dem 24-jährigen Bergsteiger Michael Wohlleben möchte er diesen Sommer alle 82 Viertausender der Alpen erklimmen, an einem Stück und in 80 Tagen. «Es geht uns nicht um einen Rekord, es geht ums Erlebnis, darum, zweieinhalb Monate unterwegs sein zu können» sagt Ueli Steck gegenüber watson.

Die Route, die Ueli Steck und Michael Wohlleben in Angriff nehmen.
Die Route, die Ueli Steck und Michael Wohlleben in Angriff nehmen.bild: 82summits.com
Die Facts zu «82 Summits»
In der Facebook-Gruppe «82summits», via Twitter (@82summits) und auf www.82summits.com wird laufend über die Tour informiert. watson berichtet in unregelmässigen Abständen über das Projekt von Ueli Steck und Michael Wohlleben.

100'000 Höhenmeter zu Fuss und zusätzlich 1000 Kilometer auf dem Velo

Die Reise beginnt morgen Donnerstag im Engadin. Dort wartet mit dem Piz Bernina der einzige Viertausender der Ostalpen. Danach geht es weiter ins Berner Oberland wo die nächsten neun Berge anstehen. Es folgen 41 Viertausender im Wallis, 28 im Montblanc-Massiv, der Gran Paradiso in Italien und als Abschluss die beiden Gipfel des Barre des Ecrins in den französischen Alpen. 82 Berge in drei Ländern, 100'000 Höhenmeter.

Steck und Wohlleben legen den gesamten Weg zwischen den einzelnen Bergen – immerhin sind das 1000 Kilometer – auf dem Velo zurück. «Im Auto würde die ganze Tour auseinander gerissen, da könnte man bei schlechtem Wetter rasch vom Wallis ins Tessin und wieder zurück, das wollen wir nicht.» So sind die beiden Bergsteiger ans Wetter gebunden, können «nicht einfach aus Lust und Laune» herumfahren, wie das mit dem Auto möglich wäre.

Ein ungleiches Duo

Es sind die Ruhe und Bescheidenheit, die Steck auf seinen Expeditionen am Himalaya vermisst hat. «Ich bin persönlich an einem Punkt wo ich sagen muss, immer höher, immer weiter, immer extremer, das ist nicht möglich. Das ist eine Sackgasse. Mit ‹82 Summits› will ich zurück buchstabieren.»

Ob Dufourspitze, Jungfrau oder Montblanc-Gruppe, alles ist dabei.
Ob Dufourspitze, Jungfrau oder Montblanc-Gruppe, alles ist dabei.bild: NZZ am Sonntag

«Wir wählen bei diversen Gipfeln bewusst die interessanteren Routen»

Es sind fast auf den Tag genau 14 Jahre, die den 38-Jährigen Steck und seinen Begleiter trennen. Steck sagt: «Der Altersunterschied ist super, ich bin älter und bremse etwas, er ist jung und gibt Gas, so ergänzen wir uns perfekt.» 

Ueli Steck betont im Gespräch, dass die aktuelle Tour nie einen solchen Stellenwert besitze, wie beispielsweise die Besteigung eines Mount Everest. Es existiere auch kein Wettbewerb, «wir wählen bei diversen Gipfeln bewusst die interessanteren, die technischen Routen». So kann es vorkommen, dass eine Besteigung zwölf statt drei Stunden dauert. Nach einem Beispiel gefragt meint Steck: «Die Normalroute auf der Jungfrau kannst du in Turnschuhen machen, an der Nordwand musst du klettern.»

Morgen Donnerstag beginnt das grosse Abenteuer mit der Besteigung des Piz Bernina im Engadin. Ende August möchten die beiden Alpinisten die Tour im französischen Massif des Ecrins abschliessen.

Die schrägsten Sportarten der Welt

1 / 25
23 Bilder, die zeigen, dass es unglaublich kuriose Sportarten gibt
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
No Components found for watson.appWerbebox.
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ohne Torhüter ins Spiel des Lebens? Die Komoren schöpfen wieder Hoffnung

Die Komoren sind nun wahrlich keine grosse Fussball-Nation. Erst seit 2005 FIFA-Mitglied galten die «Coelecantes» («Quastenflosser») lange als eines der schwächsten Nationalteams der Welt, mittlerweile belegt der föderale Inselstaat im Indischen Ozean mit gut 850'000 Einwohnern aber immerhin schon Rang 132 in der FIFA-Weltrangliste.

Zur Story