Diese Handspiel-Szene sollte die Bayern viel mehr ärgern als jene im Strafraum
Einmal mehr wird nach einem spannenden Champions-League-Abend über die Schiedsrichter und die Handspielregel diskutiert. Besonders viele Bayern-Fans ärgern sich über eine Szene in der 31. Minute, als PSG-Akteur Vitinha den Ball im eigenen Strafraum an den weit ausgestreckten Arm von Joao Neves spielt. Die Pfeife des portugiesischen Schiedsrichters Joao Pinheiro blieb stumm und auch der italienische VAR Marco Di Bello meldete sich nicht.
In dieser Szene hatten die Unparteiischen recht. Die Regeln besagen, dass kein Handspiel vorliegt, wenn der Ball von einem Mitspieler an die Hand oder den Arm fliegt. Doch es gibt eine andere Handspiel-Szene, die den Bayern wohl noch länger sauer aufstossen wird. Nur wenige Augenblicke vor der heiss diskutierten Strafraum-Szene stoppt PSG-Aussenverteidiger Nuno Mendes einen vielversprechenden Angriff der Bayern mit dem Arm.
Eigentlich ein klares Handspiel, für das der bereits verwarnte Mendes im Normalfall mit Gelb-Rot hätte vom Platz fliegen müssen. Doch Schiedsrichter Pinheiro entscheidet nach kurzer Rücksprache mit dem Assistenten an der Seitenlinie auf Freistoss für PSG. Die Unparteiischen wollen direkt zuvor ein Handspiel von Bayerns Konrad Laimer gesehen haben. Nur: Das ist ein Fehlentscheid. Laimer spielt den Ball nicht mit der Hand, sondern mit dem Oberschenkel und dem Bauch.
Während bei den Bayern also alles in Ordnung war, verhinderte Mendes mit seinem Handspiel einen gefährlichen Angriff des Gegners. Dafür gibt es normalerweise die Gelbe Karte und da der 23-Jährige bereits verwarnt war, hätte er in dieser Szene mit Gelb-Rot vom Platz gestellt werden müssen. Mit einem Mann mehr hätten die Bayern das Pariser Abwehrbollwerk womöglich früher knacken und die Affiche noch etwas spannender gestalten können. Der VAR kann in dieser Situation übrigens nicht eingreifen, da es sich nicht um eine direkte Rote Karte handelt.
«Schiedsrichterentscheide sind nie eine Ausrede, aber sie spielen halt eine Rolle», analysierte Bayern-Trainer Vincent Kompany nach dem Spiel, wobei er auch die starke Leistung von PSG würdigte. Insgesamt sei über Hin- und Rückspiel wohl zu viel gegen sie gelaufen. «Ich verstehe die Handspielregeln, aber es sollte auch gesunder Menschenverstand angewendet werden», machte Kompany seinem Frust Luft.
Und auch an der Mendes-Szene hatte der Bayern-Trainer keine Freude: «Ich denke, er wollte ihm zuerst die Gelbe Karte geben und hat sich dann umentschieden, weil er merkte, dass Mendes schon verwarnt war.» Kompany habe die Bilder gesehen und es sei kein Handspiel von Laimer gewesen.
Kompany: "We gave everything against a fantastic PSG team... I get the handball rules, since it's from his teammate it's not a pen. Little bit of common sense, it's ridiculous... I thought the he was about to give the second yellow to Mendes then he realised he was already booked."
by u/Blodgharm in soccer
So muss Schiedsrichter Joao Pinheiro gar von höchster Bayern-Stufe Kritik einstecken. Es ist erstaunlich, dass ein Schiedsrichter mit nur 15 Spielen Champions-League-Erfahrung eine solche Partie pfeifen darf, sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen. Und er fügte an: «Aber das erklärt vielleicht einige der Entscheidungen in diesem Spiel.»
