«Wenn Arsenal da gewinnt, wird es Meister»: So wird der englische Titelkampf entschieden
Am Ende erkämpfte sich Manchester City dank eines Tors in der 97. Minute von Jérémy Doku tatsächlich noch einen Punkt. Trainer Pep Guardiola hatte nach dem 3:3-Unentschieden bei Everton trotz 1:3-Rückstands also doch noch einen klitzekleinen Grund zur Freude: «Es ist besser als eine Niederlage.» Es würde den Charakter seines Teams zeigen, doch ist klar: «Der Titel liegt nicht mehr in unseren Händen.»
Aufgrund des Ausrutschers im Hafen von Liverpool liegt Manchester City nun fünf Punkte und zwei Verlustpunkte hinter Arsenal. Die Gunners sind also wieder auf Kurs für die erste Meisterschaft seit 2003/04. Gewinnen sie die verbleibenden drei Spiele, sind Trainer Mikel Arteta und sein Team englischer Meister. Da würden selbst vier Erfolge von ManCity nichts daran ändern. Bis zum gestrigen Abend waren die beiden Konkurrenten zumindest nach Verlustpunkten im Gleichschritt unterwegs und die Tordifferenz hätte entscheiden müssen.
Doch die bisherige Saison hat gezeigt, dass Arsenal nicht immer sattelfest war, wenn es den Vorteil auf seiner Seite hatte. In den letzten Wochen verspielte Arsenal einen Sechs-Punkte-Vorsprung auf Manchester City, bevor die Skyblues ihrerseits in Everton patzten.
Das härtere Restprogramm hat ManCity
Die Gunners treten am heutigen Dienstagabend erst einmal im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Atlético Madrid an, bevor der Liga-Endspurt mit dem tückischen Auswärtsspiel gegen West Ham (18.) losgeht. Die Hammers kämpfen noch gegen den Abstieg. Arsenal-Legende Thierry Henry macht sich vor der Partie Sorgen um sein Ex-Team. Auch Sky-Experte Jamie Carragher sieht im Duell vom Sonntag ein entscheidendes für den Titelkampf: «Wenn Arsenal gegen West Ham gewinnt, wird es Meister.» In den weiteren Partien geht es gegen das bereits abgestiegene Burnley (19.) und Crystal Palace (15.), für das es um nichts mehr gehen dürfte.
Obwohl Manchester City aus der Champions League ausgeschieden ist, hat es ein noch dichteres Restprogramm als Arsenal. Dies liegt an Nachholspielen und dem FA-Cup-Final, der anders als das Endspiel der Königsklasse noch vor dem letzten Premier-League-Spieltag stattfindet. So spielen die Skyblues ab Samstag innert 16 Tagen fünf Partien. Und diese haben es in sich.
Am Samstag empfängt ManCity Brentford (7.), vier Tage später geht es gegen Crystal Palace (15.). Am übernächsten Wochenende steht der FA-Cup-Final gegen Chelsea an, bevor sich der Titelkampf in der Premier League mit den Partien in Bournemouth (6.) und gegen Aston Villa (5.) endgültig entscheiden wird.
Unerfahrene Stars als Problem von ManCity?
Nun spricht wieder vieles für Arsenal. Auch Ex-Stürmerstar Wayne Rooney glaubt an die Gunners. «Es ist Arsenals Jahr – und ich hoffe es für Mikel Arteta», sagt der BBC-Experte. Der baskische Trainer führt das Team aus Nordlondon seit Dezember 2019 erfolgreich, verpasste den Titel in den letzten drei Jahren aber jeweils als Zweiter. Nun könnte ihm der grosse Wurf gelingen. «Arsenal war sehr konstant, während die Form von ManCity etwas schwankt», sagt Rooney, der die Probleme von City darin sieht, dass einige Stammspieler wie die im Winter geholten Marc Guéhi (Crystal Palace) und Antoine Semenyo (Bournemouth) noch nie um die Meisterschaft gekämpft haben.
Klar ist aber, dass der sechsfache Meister der letzten acht Saisons nicht aufgeben wird. «Wir werden bis zum Ende kämpfen», stellte Bernardo Silva klar. «Wir sind in einer schwierigen Position. Aber wer weiss? Im Fussball kann alles passieren.»
