Zwölf statt zehn Teams: Die Challenge League könnte schon bald aufgestockt werden
Die Challenge League sollte eine Ausbildungsliga sein. Eine Spielwiese für junge Spieler – wenn möglich mit Schweizer Pass. Doch das Modell will vor der Realität nicht so richtig standhalten. Nur rund 15 Prozent der möglichen Spielminuten wurden in dieser Saison von Schweizern im U21-Alter absolviert. Das ist zwar eine kleine Steigerung im Vergleich zur letzten Saison (14,2 Prozent), aber ein klarer Rückschritt verglichen mit vor zwei Jahren (20,6 Prozent).
Die Challenge League wird ihrem Profil also nicht gerecht, attraktiv ist sie erst recht nicht. Die halbe Liga begrüsst bei seinen Heimspielen kaum je mehr als 1000 Fans. Kurz: Die Challenge League macht in ihrer jetzigen Form als Zehnerliga wenig Sinn. So jedenfalls denken einige Klubvertreter der Swiss Football League. Und deshalb wird jetzt am Freitag an einer ausserordentlichen Generalversammlung die Zukunft der Challenge League geregelt.
Der Antrag, der auf dem Tisch liegt, lautet: Die Liga wird von zehn auf zwölf Teams aufgestockt. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das dieser Redaktion vorliegt. Für eine Aufstockung braucht es eine Zweidrittelmehrheit, also 15 Stimmen. Ausserdem wäre ein Entscheid zugunsten der Aufstockung vorbehältlich der Zustimmung der anderen SFV-Kammern (1. Liga, Amateurliga). Zumindest diese wäre wohl nur Formsache.
Eine Aufstockung wäre auf die Saison 2027/28 hin wirksam. Gemäss dem vorliegenden Strategiepapier gäbe es nächste Saison keinen direkten Absteiger in die Promotion League. Der Letzte der Challenge League würde eine Barrage gegen den Dritten der Promotion League bestreiten. Der Sieger und der Zweite der Promotion League steigen direkt auf.
Sollte sich am Freitag bei der Versammlung in Basel eine Zweidrittelmehrheit finden, würden an einer nächsten ausserordentlichen Generalversammlung am 18. Mai weitere Details zur neuen Zwölfer-Liga beschlossen, insbesondere der neue Modus und die Auf-/Abstiegsmodalitäten.
Des Weiteren würde zu einem späteren Zeitpunkt auch darüber befunden, ob U21-Mannschaften in der Challenge League zugelassen wären. Dies wäre im Sinne der «Grossen» der Super League, die sich erhoffen, dass ihr Nachwuchs dereinst in einer Profi-Liga zu Spielpraxis kommt.
Es ist daher anzunehmen, dass die Aufstockung der Challenge League in der Tendenz unter den Super-League-Klubs besseren Anklang findet als bei den aktuellen Challenge-League-Vertretern. Deren Bedenken sind finanzieller Natur: Das ohnehin schon karge Geld aus dem TV- und Marketing-Pool müsste künftig nämlich mit zwei Klubs mehr geteilt werden. (riz/aargauerzeitung.ch)
