Sportchef-Suche in Basel geht weiter: Wunschlösung Rakitic hat dem FCB eine Absage erteilt
Ivan Rakitic hat zwischen 2005 und 2007 zwar nur 50 Spiele für die erste Mannschaft des FC Basel gemacht. Dennoch weckt der heute 38-Jährige bei den FCB-Fans viele positive Gefühle. Denn Rakitic, der Junge aus Möhlin, der als Siebenjähriger zum FC Basel stiess, hat den Namen seines Jugendklubs nach seinem Abgang 2007 zu Schalke in die grosse Fussballwelt getragen.
Er spielte 323-mal für den FC Sevilla und 310-mal für den FC Barcelona, gewann die Champions League, zweimal die Europa League, vier spanische Meisterschaften und sechs nationale Cups. Er stand mit Kroatien 2018 im WM-Final und wäre zum Karriereende auch einer Rückkehr zum FCB nicht abgeneigt gewesen.
Dazu kam es aber nicht, weil weder die FCB-Verantwortlichen um Präsident David Degen noch Rakitic selbst im richtigen Moment zum Telefon griffen. Statt nach Basel zurückzukehren, zog Rakitic 2024 mit seiner Frau und den beiden schulpflichtigen Töchtern (9 und 13 Jahre) an die kroatische Adriaküste, wo er noch ein Jahr für seinen kroatischen Herzensklub Hajduk Split spielte.
Vergangenen Sommer beendete der Fricktaler seine aktive Laufbahn und lancierte im Anschluss die Karriere nach der Karriere. Rakitic konnte bei Hajduk als technischer Direktor einsteigen und studiert parallel in einem Uefa-Programm Sportmanagement. Auch nach dem Wechsel des Sportdirektors von Hajduk von Goran Vucevic zu Robert Graf behielt Rakitic seine Rolle. Er ist weiterhin operativ in Kader- und Transferfragen eingebunden.
«Ich habe nie grosse Zukunftspläne gemacht»
Rakitics Werdegang und sein Wunsch, dem Fussball als Funktionär erhalten zu bleiben, ist auch Degen bekannt. Der FCB-Präsident fragte ihn vor gut einem Jahr am Telefon, warum er ihm seinen Rückkehrwunsch als Spieler, den Raktic später öffentlich geäussert hatte, nicht mitgeteilt habe. «Ich habe in meiner Karriere nie gross Zukunftspläne gemacht, das meiste hat sich ergeben. Das habe ich David Degen auch so gesagt. Es hat sich nicht ergeben und das ist auch okay für mich. Das wird meine Liebe zum FCB nicht verändern, auch wenn ich gerne noch ein paar Spiele zusammen mit Shaq gemacht hätte», sagte Rakitic kurz nach seinem Rücktritt dem SRF.
Knapp ein Jahr später hätte er als FCB-Sportchef auf eine andere Art und Weise mit Xherdan Shaqiri zusammenarbeiten und mit dem Basler Captain auch die Gespräche über eine mögliche Verlängerung seines bis 2027 laufenden Vertrags führen können. Denn Degen und seine Mitstreiter haben Rakitic gemäss bz-Informationen als Wunschlösung für die Nachfolge von Daniel Stucki auserkoren. Doch bereits vor der offiziellen Bekanntgabe des Rücktritts von Stucki am 28. April lehnte Rakitic ab.
Das Kandidaten-Feld lichtet sich
Weil es aktuell so aussieht, als ob auch der beim FCB ebenfalls hoch im Kurs stehende Sandro Burki lieber beim FC Aarau bleibt, geht die Sportchef-Suche beim FC Basel weiter. Bisher ist lediglich bekannt, dass mit Andreas Herrmann und Marko Filipovic zwei neue Personen aus dem Scouting von Manchester United nach Basel kommen sollen.
Seit März 2025 und dem Abgang von Chefscout Patrick Dippel (seit Dezember 2025 bei Benfica Lissabon) herrscht im FCB-Scouting ein Vakuum. Der 34-jährige Hermann soll dieses schliessen und sich in Zukunft vor allem um die Zusammenstellung der ersten Mannschaft kümmern. Der 47-jährige Filipovic soll seinen Fokus auf den Nachwuchs richten.
Bleibt es bei dieser Aufgabenteilung, fehlt ein Bindeglied zwischen sportlicher Führung und erster Mannschaft sowie ein Kommunikator nach aussen, wie es Stucki in den vergangenen beiden Jahren war. Das Feld an Kandidaten, die im FCB-Umfeld immer wieder genannt werden, lichtet sich. Der Baselbieter Ex-Lugano-Sportchef Carlos da Silva, Wil-Sportchef Michael Lang oder der ehemalige FCB-Kaderplaner Philipp Kaufmann hätten wie auch Sportkommissionsmitglied Valentin Stocker einen Vorteil: Sie kennen die Region, wissen wie diese und der Klub ticken und welchen Stellenwert der FCB hat. Ob sie in den Überlegungen von David Degen und seinen Mitstreitern eine Rolle spielen, ist allerdings – anders als das Interesse an Rakitic – nicht überliefert. (riz/aargauerzeitung.ch)
