Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
LONDON, ENGLAND - DECEMBER 21:  A detailed view of darts paraphernalia on day four of the 2015 William Hill PDC World Darts Championships  at Alexandra Palace on December 21, 2014 in London, England.  (Photo by Ben Hoskins/Getty Images)

Ausgelassene Stimmung – und irgendwo in der Ferne werfen zwei Männer Pfeile. Bild: Getty Images Europe

WM-Neuling verrät: So krass ist es, wenn du erstmals auf der grossen Bühne stehst

Riesiger Saal, bierselige Atmosphäre: Damit kommt nicht jeder klar. Der deutsche Darts-Spieler Dragutin Horvat plaudert nach seinem WM-Debüt im Alexandra Palace frisch von der Leber weg, wie ihn das ungewohnte Umfeld völlig aus dem Tritt brachte.



Rund 3000 Fans verwandeln jedes Spiel der Darts-WM im Londoner «Ally Pally» in eine Party. Der Anlass ist so populär, dass im nächsten Jahr wohl umgezogen wird: Von der Westhalle des viktorianischen Komplexes auf einem Hügel im Norden Londons in die Haupthalle, die doppelt so vielen Fans Platz bietet.

Dabei machen die, die da sind, jetzt schon einen Heidenlärm. Seit gestern kann auch Dragutin Horvat ein Liedchen davon singen. Der 40-jährige Amateur stand erstmals auf der Bühne des Alexandra Palace – und äusserte sich danach tief beeindruckt vom Erlebnis.

Bild

Horvat: Fokussiert, aber hypernervös. bild: sky sports

«Es war sehr nervenaufreibend», gestand Horvat nach seinem Sieg im Qualifikations-Match gegen den Russen Boris Kolzow im «Sport1»-Interview. Die letzte halbe Stunde vor dem Gang auf die grosse Bühne sei schlimm gewesen: «Es hat nur gezittert in mir. Ich war aufgeregt. Und dann die ersten sechs, neun Darts waren schlecht. Ich dachte nur: ‹Das kann nicht sein!›»

Für ihn ist es der pure Genuss: Routinier Raymond van Barneveld

Horvat, kroatisch-stämmig mit dem Spitznamen «Braco» («Bürstchen»), kam mit der für ihn ungewohnten Umgebung nicht klar. «Die Zuschauer, der Druck von ihnen, der Lärm. Ich habe gedacht, dass ich das Ausblenden könnte. Aber ich konnte es nicht.»

«Das ist eine Hitze da oben, gefühlte 400 Grad!»

Nach einem Fehlstart in den Match fing sich der Darts-Spieler aus Kassel gerade noch rechtzeitig. «Ich sagte mir: ‹Jetzt musst du! Entweder machst du's jetzt oder du gehst als richtiger Loser von der Bühne› und das wollte ich nicht. Ich wollte unbedingt als Gewinner runter gehen und das habe ich geschafft.»

abspielen

Kolzow vergibt Match-Darts, Horvat zittert sich zum Satzausgleich. Video: streamable

Dank dem Sieg über Kolzow zog Horvat in die Hauptrunde ein, wo er später am Abend auf Simon Whitlock traf. Er freue sich darauf, sagte der WM-Debütant, doch bevor er sich auf die Partie vorbereite, müsse er sich erst einmal abkühlen: «Das ist eine Hitze da oben, gefühlte 400 Grad!» Noch etwas, worauf man nicht gefasst ist, wenn man es noch nie zuvor erlebt hat.

abspielen

Horvat macht aus einem 0:2-Rückstand in den Legs noch ein 3:2 und gewinnt. Video: streamable

Beim zweiten Auftritt entspannter

Der erfahrene Whitlock, WM-Finalist im Jahr 2010, kannte sich gut aus auf der Bühne und war dann vielleicht auch deshalb überlegen. «The Wizard» schlug Horvat klar mit 3:0 und beendete dessen WM-Abenteuer. «Ich war zwar entspannter, doch Simon war drei Klassen besser als ich», sagte Horvat.

Bild

Gegen den «Wizard» reicht's nicht: Horvat gratuliert Whitlock. bild: sport 1

Dragutin Horvat mag in London bloss ein kurzes Gastspiel gegeben haben. Doch die Erfahrungen, die er und alle anderen WM-Debütanten gemacht haben, sind nicht nur schöne Andenken. Sie können den Spielern der zweiten Stufe effektiv dabei helfen, dass sie bei allfälligen weiteren Teilnahme schon wissen, was auf sie zukommt.

Es sei denn, die Darts-WM zieht tatsächlich in die Haupthalle des Alexandra Palace um, wo doppelt so viele Fans noch mehr Krach und Wärme erzeugen. Wobei diese Atmosphäre dann selbst für den 16-fachen Weltmeister Phil «The Power» Taylor Neuland sein wird.

Die Topfavoriten auf den WM-Titel

Das könnte dich auch interessieren:

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Linussli 21.12.2016 13:37
    Highlight Highlight «Brazzo» heisst der Typ. Was soviel wie kleiner Bruder bedeutet. So wurde er von seinen beiden älteren Schwestern jeweils genannt.

    John McDonald, «the voice of ceremony», wollte ihn übrigens «Hercules» taufen. Horvat stammt aus Kassel und da gibt's so eine Statue.

    *klugscheissoff2.0*
    • Ralf Meile 21.12.2016 13:55
      Highlight Highlight Wollte «Brazzo» auch mit zwei Z schreiben, so rief man ja Ex-Fussballer Hasan Salihamidzic. Der war aus Bosnien-Herzegowina.

      Bei Horvat (Wurzeln in Kroatien) ist dagegen von «Braco» die Rede. Gleiches Wort, anders geschrieben. Mir erschien dies aufgrund der etwas anderen Herkunft plausibel, so dass ich den Darts-Seiten im Internet glaubte und diese Schreibweise von ihnen übernahm.

      *erklärmeileover*
  • niklausb 21.12.2016 12:07
    Highlight Highlight Die Wärme auf der Bühne kommt von der Beleuchtung und nicht gon den Zuschauern. *klugscheissoff*

Wann Breel Embolo, wann? Alles wartet auf den grossen Durchbruch des Supertalents

Breel Embolo zündet im Nationalteam einfach nicht. Vielleicht hilft dem 22-jährigen Stürmer ja Gibraltar auf die Sprünge.

Es war bezeichnend, dass Fabian Schär den einzigen Schweizer Treffer gegen Irland erzielte. Ein Verteidiger, kein Schweizer Offensivspieler, und dies nicht einmal nach einer Standardsituation. Gegen Gibraltar, die Nummer 198 der Fifa-Welt und mit 0 Punkten und 0:12 Toren hoffnungslos am Tabellenende der EM-Qualifikationsgruppe D, müssen in Sitten am Sonntag die Stürmer bedeutend mehr als ein paar laue Angriffsversuche liefern.

Da Xherdan Shaqiri und Haris Seferovic fehlen, Albian Ajeti noch viele …

Artikel lesen
Link zum Artikel