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NHL-Spieler Brenden Dillon vor möglichem Trade mit Tränen in den Augen

Winnipeg Jets' Nikolaj Ehlers (27) and San Jose Sharks' Brenden Dillon (4) collide as Sharks' Evander Kane (9) skates by during the second period of an NHL hockey game Friday, Feb. 14,  ...
Dillon hebt ab – und landet vielleicht bald bei einem anderen Team.Bild: AP

Tränen vor möglichem Trade – die düstere Seite der schillernden NHL

Das System mit Drafts und Trades im US-Sport hat seine unschlagbaren Vorteile: Die Ligen werden dadurch in der Regel offener und spannender. Die Schattenseiten werden jedoch gerne verdrängt.
18.02.2020, 15:4917.12.2020, 16:24

Noch eine knappe Woche haben die NHL-Teams Zeit, ihr Kader für den Rest der Saison zu verändern. Dann, am 24. Februar, schliesst das «Transferfenster». Anlässlich der Trade Deadline werden Weichen gestellt: Setzt ein Team primär auf kurzfristigen Erfolg? Steht die Playoff-Qualifikation über allem? Oder soll man bereits in der noch laufenden Saison am Team der Zukunft basteln – Stars abgeben im Tausch für hoffnungsvolle Talente und Draftpicks?

Einer der unzähligen Trade-Kandidaten ist Brenden Dillon. Glaubt man nordamerikanischen Medien, wollen die San Jose Sharks die Playoffs sausen lassen und den 29-jährigen Verteidiger abgeben, um attraktiven Gegenwert für das künftige Kader zu erhalten. Dillons Meinung zu einem Transfer interessiert die Sharks dabei nicht gross.

Trade-Update
Mittlerweile ist der Dillon-Trade Tatsache. Der Verteidiger wechselt von San Jose zu den Washington Capitals. Die San Jose Sharks erhalten im Gegenzug zwei Draftpicks (2. Runde 2020 und 3. Runde 2021).

Als er nach der 3:5-Niederlage gegen die Florida Panthers in der Nacht auf heute (Schweizer Zeit) mit den Reportern über einen möglichen Trade spricht, schiessen dem Spieler die Tränen in die Augen: «Wir werden sehen, was passiert. Ich bin gerne hier und gebe jeden Abend mein Bestes. Ein Trade liegt nicht in meiner Macht.»

Emotional: Brenden Dillon nach seinem vielleicht letzten Spiel bei den Sharks.Video: streamable

Wechsel oft ohne ein Anzeichen

Gegenwart sichern oder Zukunft planen – das ist der Zwist, in dem sich die General Manager der 31 NHL-Teams befinden. Die Spieler, um die es dabei geht, sind für sie oft nur Eishockeyspieler mit einer Rückennummer und mit unzähligen Statistiken. Dass es bei einem Spielertransfer auch um den Menschen abseits des Eisfeldes geht, ist zweitrangig. Der Spieler erfährt bloss irgendwann, dass er nicht mehr gebraucht wird. Oft auch aus dem Nichts.

So war es vor einem Jahr bei Nino Niederreiter. Einige Stunden vor einem Spiel kam der Churer vom Training nach Hause und wollte gerade ein Nickerchen machen, als ihn der General Manager anrief und ihm mitteilte, dass er am Abend nicht mehr kommen müsse. Niederreiter sei getradet worden, er gehöre ab sofort den Carolina Hurricanes. Also packte er seine Siebensachen und flog schon wenige Stunden später zum neuen Arbeitgeber, der seinen Vertrag übernahm.

Niederreiter als Spieler der Wild (links) und der Canes.

Weiter, immer weiter

Mit Kevin Fiala wurde auch ein anderer Schweizer Stürmer in der vergangenen Saison transferiert. Hals über Kopf musste er Nashville verlassen, um ohne ein Training mit den neuen Kollegen gleich seinen Einstand bei den Minnesota Wild zu geben. «Das ist nicht einfach», sagte Fiala, für den Nashville nach drei Jahren zur Heimat geworden war, damals. Aber auch: «Der Trade ist das Beste für meine Karriere. So muss ich das sehen.» Es bleibt einem als kleines Rädchen in der grossen NHL-Maschine wohl nicht viel anderes übrig, als positiv zu bleiben und sich Oliver Kahns Motto zu verinnerlichen: «Weiter, immer weiter!»

Brenden Dillon ist – Stand jetzt – weiterhin ein Spieler der San Jose Sharks. Falls er in den nächsten Tagen an ein anderes Team abgegeben wird, kann er wenigstens darauf hoffen, bei einem potenziellen Stanley-Cup-Sieger unterzukommen. Der Berner Verteidiger Mark Streit landete vor drei Jahren kurz vor Transferschluss bei den Pittsburgh Penguins – und durfte einige Monate später seinen Namen als erster Schweizer Feldspieler überhaupt in die Trophäe eingravieren lassen.

Trades und Gerüchte

Fixe Trades im Februar

  • Jason Zucker von den Minnesota Wild zu den Pittsburgh Penguins, im Tausch für Alex Galchenyuk und Calen Addison.
  • Tyler Toffoli von den Los Angeles Kings zu den Vancouver Canucks, im Tausch für Tim Schaller, Tyler Adden und einen Zweitrunden-Pick.
  • Blake Coleman von den New Jersey Devils zu den Tampa Bay Lightning, im Tausch für Nolan Foote und einen Erstrunden-Pick.
  • Andy Greene zu den New York Islanders, im Tausch für David Quenneville und einen Zweitrunden-Pick.
  • Trevor Moore und zwei Picks zu den Toronto Maple Leafs, im Tausch für Jack Campbell und Kyle Clifford.
Pittsburgh Penguins' Jason Zucker (16) celebrates his goal with Sidney Crosby (87) during the second period of the team's NHL hockey game against the Montreal Penguins in Pittsburgh, Friday, ...
Nicht schlecht, wenn du plötzlich an der Seite von Sidney Crosby jubeln darfst: Neu-Pinguin Jason Zucker (rechts).Bild: AP

Aktuelle Gerüchte

  • Die Ottawa Senators werden ziemlich sicher Jean-Gabriel Pageau abgeben. Der Stürmer könnte bei vielen Teams das Puzzlestück sein, das noch fehlt, heisst es.
  • Die New York Rangers werden vermutlich Chris Kreider abgeben. Als Kandidaten gelten die Colorado Avalanche und die Pittsburgh Penguins.
  • Die Zeit von Kyle Palmieri bei den New Jersey Devils könnte schon bald vorbei sein.
  • Die Montreal Canadiens könnten versuchen, Ilja Kowaltschuk nach seinem jüngsten Hoch abzugeben. Auch Tomas Tatar ist einer, der Montreal vielleicht verlassen muss.
  • Mikael Granlund wurde letztes Jahr für Kevin Fiala nach Nashville getradet. Die Predators könnten ihn nun wieder abgeben – auch Nick Bonino und Craigh Smith gelten als Kandidaten.
  • Mit Craig Anderson (Ottawa Senators), Corey Crawford (Chicago Blackhawks) und Alexandar Georgiev (New York Rangers) könnte sich auch ein Goalie als Rolex auf dem Transferwühltisch entpuppen.
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