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epa03341956 Runners get off the marks at the start of the women's 100m final during the London 2012 Olympic Games Athletics, Track and Field events at the Olympic Stadium, London, Britain, 04 August 2012.  EPA/BERND THISSEN

Sieht man Sportler vor dem Start künftig einen Spinat-Riegel verdrücken? Bild: EPA

Spinat kommt nicht auf die Dopingliste – aber ein Inhaltsstoff der Pflanze vielleicht



Spinat ist nicht ins Visier von Dopingfahndern geraten – anders als zahlreiche Medien und auch watson berichteten. Es handelte sich um eine Falschmeldung, die in der stark zugespitzten Form zuerst vom „ARD-Radio-Recherche Sport“ kam. Tatsächlich ging es in der Studie um das in der Pflanze enthaltene Ecdysteron. Das nämlich könnte schon bald auf der Liste verbotener Substanzen erscheinen.

Anlass dazu ist eine Studie von Berliner Forschern. Sie wiesen nach, dass Sportler dank Ecdysteron im Krafttraining drei Mal mehr Muskeln aufbauten als jene Athleten der Vergleichsgruppe, denen ein Placebo verabreicht wurde. Man sei zwar davon ausgegangen, dass nach zehn Wochen eine Leistungssteigerung zu sehen sei, sagte Studienleiterin Maria Parr zur ARD. «Aber dass die Steigerung so gross sein würde, das hatten wir nicht erwartet.»

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Popeye: Stark dank viel Spinat – um zu dopen müsste er aber kiloweise davon essen. Bild: giphy.com

46 Sportler wurden während zehn Wochen begleitet. Sie mussten springen, Hanteln drücken oder Kniebeugen machen. Am krassesten war der Effekt beim Bankdrücken, wo ein Gewicht liegend in die Höhe gestemmt wird. Wer täglich zwei Ecdysteron-Pillen schluckte, konnte seine Leistung im Training um 9,5 Kilogramm steigern. Wer ein Placebo erhielt, schaffte bloss 3,3 Kilogramm mehr als zu Beginn der Tests.

Die Professorin empfahl der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), die Substanz auf die Dopingliste zu setzen. Nun muss ein Expertengremium der WADA entscheiden, ob es dem Ratschlag folgt. Zunächst werden aber wohl noch weitere Tests durchgeführt, um auf Nummer sicher zu gehen.

Kein Eisen- und kein Kraftwunder

Spinat war schon einmal Inhalt einer falschen Annahme: Jahrzehntelang wurde behauptet, er besitze aussergewöhnlich viel Eisen. Dabei war der Eisengehalt von getrocknetem Spinat gemessen worden und das Resultat wurde danach auf frischen Spinat übertragen – der wegen des hohen Wasseranteils nur etwa ein Zehntel so viel Eisen enthält wie getrockneter.

Wer nun plant, Läden leerzukaufen und für die perfekte Badi-Figur Spinat zu futtern, der sollte besser Appetit haben. Laut dem «Spiegel» nahmen die Sportler während der Studie täglich 800 Milligramm Ecdysteron ein – eine Menge, für die man 6,6 Kilogramm Spinat pro Tag verdrücken müsste. (ram)

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