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Justin Sigrist scheitert an EVZ-Verteidiger Nico Gross.
Justin Sigrist scheitert an EVZ-Verteidiger Nico Gross.Bild: IMAGO / Andreas Haas

Diese Szenen gaben im 5. Playoff-Finalspiel zwischen EVZ und ZSC zu reden

Noch selten war eine Playoff-Finalserie so hochstehend und ausgeglichen wie die jetzige zwischen dem EV Zug und den ZSC Lions. In Spiel 5 setzt sich der EVZ zuhause mit 4:1 durch. An vier Szenen zeigt sich, dass Millimeter und Sekundenbruchteile den Unterschied zwischen Freud und Leid ausmachen können.
28.04.2022, 10:1529.04.2022, 06:02

Verletzung von Reto Suri

Die erste Pause war in Zug nur noch wenige Sekunden entfernt, da spielte sich die unschönste Szene des Abends ab: Zugs Reto Suri und ZSC-Stürmer Marco Pedretti kollidierten an der blauen Linie der Zuger Offensivzone. Knie traf auf Knie. Suri wälzte sich sofort vor Schmerzen und konnte das Eis nur gestützt von Teamkollegen verlassen. Auch Pedrettis Spiel war vorbei. Er musste mit einer grossen und einer Spieldauer-Disziplinarstrafe unter die Dusche.

Diesen Entscheid konnten viele ZSC-Fans nicht nachvollziehen. Aus ihrer Sicht verursachte Suri diese Kollision selbst, weil er im letzten Moment versuchte, dem Check von Pedretti auszuweichen. Fakt ist: Es steckte keine böswillige Absicht hinter der Aktion, vielmehr war es ein Unfall mit unschönen Folgen.

Bei der Kritik der Schiedsrichter sollte beachtet werden, dass sie keine Wiederholungen zur Verfügung haben, welche die Nuancen in den Bewegungen zeigen, wie sie die TV-Zuschauer sehen. Sie sahen nur eine extrem heftige Knie-auf-Knie-Kollision in Echtzeit und wie sich Suri dabei verletzte. «MySports»-Schiedsrichterexperte Tobias Wehrli sagte: «Pedretti hat kein Interesse am Puck. Es geht nicht um Absicht, sondern dass er das Risiko eingeht, den Gegner zu verletzen. Eine Fünf-Minuten-Strafe ist der richtige Entscheid.»

War der Ausschluss von Pedretti gerechtfertigt?

Gross rettet für Genoni

Im zweiten Drittel lief eigentlich vieles für den ZSC. Die Lions überstanden die zweiminütige, doppelte Unterzahlsituation nach dem Fünfer gegen Pedretti und einem Zweier gegen Yannick Weber unbeschadet. In der 31. Minute traf Denis Malgin dann einmal mehr mit einer herrlichen Aktion und brachte die Zürcher in Führung. Und in der Folge drückte der «Zett» gar auf das 2:0.

Justin Sigrist war in der 35. Minute ganz nahe an der Verdoppelung der Führung. Sein Buebetrickli-Versuch wurde aber im letzten Moment abgewehrt – nicht etwa von EVZ-Goalie Leonardo Genoni, sondern von Verteidiger Nico Gross. Es war eine dieser Szenen, die zeigte, wie wenig in dieser Serie den Unterschied über Sieg und Niederlage ausmachen können.

Sigrist verpasst das leere Tor

Apropos Justin Sigrist und knappe Dinger: Viel knapper als in der 45. Minute geht es eigentlich gar nicht. Beim Stand von 1:1 im Schlussabschnitt fiel dem 23-jährigen ZSC-Stürmer ein Abpraller von Leonardo Genoni auf den Stock. Sigrist reagierte blitzschnell, traf aber nur den Pfosten. Erst die Wiederholung zeigte: Sigrist berührte den Puck bei der Schussabgabe zwei Mal mit der eigenen Stockschaufel. Die zweite Berührung – wenn auch nur ganz sachte – war genug, um den Puck ganz leicht nach links und somit an den Pfosten abzulenken.

Andernfalls wäre der Schuss von Sigrist reingegangen und vielleicht würden wir heute stattdessen über den zehnten Meistertitel der ZSC Lions schreiben. Experte Sven Helfenstein meinte im «MySports»-Studio: «Das wäre vermutlich der Gamewinner gewesen. Wenn du jetzt diesen Kübel nicht holst, bringst du den nicht mehr aus dem Gedächtnis. Da reicht Mentaltraining nicht, da brauchst du wahrscheinlich schon Hypnose. Das ist ganz bitter.»

Ein fataler Fehlpass

So entschied am Ende nicht Justin Sigrist die Partie, sondern Dario Simion. Der Zuger profitierte dabei von der Vorarbeit von Jan Kovar – und dieser wiederum von einem fatalen Fehlpass von Chris Baltisberger. In Überzahl spielend warf der ZSC-Stürmer nach einem Abpraller beim eigenen Goalie den Puck sorglos in die Ecke. Dort stand aber nicht wie erwartet Verteidiger Maxim Noreau, sondern EVZ-Stürmer Kovar.

Bis Baltisberger, der bereits wieder die Angriffsauslösung lancieren wollte, seinen Fehler realisierte, war es schon zu spät, um Simion am Führungstreffer zu hindern. Interessante Parallele: Auch im ersten Finalspiel kam Simion bei ausgeglichenem Spielstand kurz vor Schluss zu einer Shorthander-Chance. Damals brachte ZSC-Goalie Jakub Kovar noch irgendwie den Stock an den Puck. Dieses Mal war er bei Simions Geschoss unter die Latte machtlos. Millimeter entscheiden in dieser Finalserie.

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72 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ig nid är
28.04.2022 10:51registriert April 2018
Gute Besserung Reto Suri
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Thurgauo
28.04.2022 10:34registriert November 2017
Als Pro-ZSC finde ich die Strafe gegen Pedretti gerechtfertigt. Er geht für den Check und damit das Risiko ein. Absicht war der Kniestich sicher keine. Es war schlichtweg Pech, hätte Suri den Check frontal genommen, wäre es wahrscheinlich glimpflich ausgegangen. Aber hätte, wäre, usw. kann man immer sagen.
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Sünneli31
28.04.2022 11:02registriert Mai 2018
Momentum klar auf Zuger Seite jetzt - aber es kann so schnell gehen! Was für eine Serie! Egal wer Meister wird - es wird ein Würdiger sein!!
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