«War nicht bereit dafür»: Nati-Trainer Cadieux spricht über die Fischer-Entlassung
Neue Woche, neues Glück? Die Schweizer Eishockey-Nati sucht 18 Tage vor der Heim-WM die Normalität. Noch aber überschattet die Entlassung von Trainer Patrick Fischer alles.
Nachfolger Jan Cadieux war am Sonntag in der Tagesschau des Westschweizer Fernsehens «RTS» zu Gast. Dort sprach er noch einmal darüber, wie er die letzten Tage, seine ersten als Nationaltrainer erlebt hat. «Das alles hat mich sehr überrascht. Und ich war eigentlich nicht bereit dafür.»
Cadieux war zuvor Fischers Assistent. Eigentlich hätte er das Amt des National-Trainers erst nach der Heim-WM übernehmen sollen. Die beiden hatten ein sehr enges Verhältnis – und dieses besteht weiterhin. Cadieux sagt: «Die Ausgangslage ist ganz anders, als wenn ein Trainer wegen schlechten Resultaten entlassen wird. Patrick und ich sind weiter in Kontakt, wir haben auch darüber gesprochen, wie die Entlassung für ihn ist.» Auf die Nachfrage, wie der Inhalt dieses Gesprächs aussah, sagt Cadieux indes: «Das bleibt privat.»
Auch auf den Brief von Roman Josi an die Adresse des Verbands wurde Cadieux von «RTS» nochmals angesprochen. Josi forderte Präsident Urs Kessler auf, Fischer zurückzuholen. Cadieux sagt: «Ich habe überhaupt kein Problem damit. Roman hat mir vorab telefonisch seine Beweggründe erklärt. Zudem finde ich es herausragend, was Patrick Fischer in den letzten zehn Jahren mit dem Team kreiert hat. Also verstehe und respektiere ich es auch, wenn Spieler ihn verteidigen.»
Weiter sagt Cadieux: «Ich habe dem Team gesagt, wie wichtig ich es finde, dass jeder seine Meinung äussern kann. Diese Transparenz ist unerlässlich, um weiterzukommen.» Und schliesslich: «Wenn ich heute in die Garderobe schaue, dann sehe ich ein Team, das sehr geeint ist.»
Wie geht es nun weiter für die Schweizer Eishockey-Nati? Am Montag fliegt der Tross nach Schweden. In Jönköping steht am Donnerstag das Testspiel Schweden-Schweiz auf dem Programm. Am Wochenende trifft die Schweiz dann in Budweis auf Tschechien und Finnland.
Personell nimmt Cadieux einige Änderungen vor. Mit Pius Suter stösst der erste NHL-Spieler zur Nati. Noch nicht dabei sind Roman Josi, Nino Niederreiter, Nico Hischier, Timo Meier und Jonas Siegenthaler. Diese erhalten noch eine Woche Pause.
Aus der National League sind neu Denis Malgin, Christian Marti, Dean Kukan (alle ZSC Lions), Damien Riat (Lausanne) und Tyler Moy (Rapperswil) dabei. Nicht mehr berücksichtigt wurden dagegen der Verteidiger Niklas Blessing sowie die Stürmer Lorenzo Canonica, Miles Müller und Jonas Taibel. (riz/aargauerzeitung.ch)

