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17.11.2015; Lugano; Eishockey NLA; HC Lugano - SC Bern; Janick Schwendener (M, Bern) und Timo Helbling (R, Bern) gegen Fredrik Pettersson (L, Lugano) (Michela Locatelli/freshfocus)

Helbling hilft gegen Lugano Goalie Schwendener.
Bild: Michela Locatelli

Der SCB-Rumpelriese Timo Helbling muss einen neuen Klub suchen

Nationalverteidiger Timo Helbling (34) spielt die beste Saison seiner Karriere. Dennoch muss er Ende Saison den SC Bern verlassen. Kommt er bei Ambri-Piotta unter?



Er ist einer der vergessenen Nordamerika-Pioniere unseres Hockeys: Timo Helbling wechselte schon im Sommer 2000 nach Amerika. Er hat in den Junioren- und Farmteamligen und in der NHL (11 Spiele/1 Assist) insgesamt mehr als 300 Partien gespielt, dazu auch noch eine halbe Saison in der höchsten finnischen Liga. In der NLA wird er noch im Laufe dieser Saison sein 600. Spiel bestreiten.

Bei der letzten WM gehörte Helbling zu den besten Schweizer Abwehrspielern. Beim SC Bern ist er so gut wie nie und er hat jetzt schon mehr Skorerpunkte (15) als je zuvor in einer ganzen NLA-Qualifikation. Gegen Biel (4:3) assistierte er gestern Abend zum vierten, matchentscheidenden Treffer von Martin Plüss. Hinter seinem Teamkollegen Eric Blum, Severin Blindenbacher und Romain Loeffel ist er der viertproduktivste Schweizer Verteidiger der Liga.

Timo Helbling ist produktiv und altersmilde geworden: Er hat schon fünf Saisons mit mehr als 100 Strafminuten hinter sich – doch jetzt wird es kaum für viel mehr als 50 Minuten reichen. Er hat diese Saison erst 22 Minuten auf der Strafbank verbracht. Der Rumpelriese (190 cm/100 kg) ist sanft geworden.

26.09.2015; Bern; Eishockey NLA - SC Bern - ZSC Lions; 
Timo Helbling (Bern)
(Urs Lindt/freshfocus)

Aus dem bösen Bären ist ein sanfter Riese geworden.
Bild: Urs Lindt/freshfocus

Helbling verhandelt selber

Ein Verteidiger mit diesem Leistungsausweis, mit dieser Wasserverdrängung und mit dieser Erfahrung müsste eigentlich begehrt sein. Aber Timo Helbling ist beim SCB nicht mehr erwünscht. «Der Sportchef hat mir gesagt, dass für mich wegen des Zuzugs von Kamerzin nächste Saison kein Platz mehr ist», verrät Helbling. «Ich muss mich nach einem neuen Klub umsehen.»

Der Solothurner ist gerade daran, sein Wirtschaftsstudium abzuschliessen. Der Umstieg ins richtige Berufsleben wird kein Problem sein. «Aber ich will unbedingt auch nächste Saison spielen. Ich fühle mich so gut in Form wie noch nie.»

Die Verhandlungen überlässt er erstmals nicht mehr seinem Agenten Rolf Simmen. «Ich war mit ihm immer sehr zufrieden. Nun habe ich mit ihm abgemacht, dass ich den nächsten Vertrag von A bis Z alleine aushandeln werde. Damit ich auch diese Seite des Hockeygeschäftes kennenlernen kann.» Spieleragent sei ja auch eine Option für das Leben nach der Karriere.

30.07.2015; Kloten; Eishockey - Team Schweiz; Fototermin Schweizer Eishockey Nationalmannschaft; 
Timo Helbling (Claudia Minder/freshfocus)

Helbling steht abseits der rutschigen Unterlage auf festen Füssen.
Bild: Claudia Minder/freshfocus

Nächster Halt: Ambri?

Eigentlich verrückt: Gute Verteidiger sind rar und gesucht und trotzdem kann Timo Helbling nicht einfach Offerten sichten. Er muss einen neuen Arbeitgeber suchen. «Überall hin kann ich ja wohl auch nicht mehr», sagt er halb zum Spass, halb meint er es ernst. Er war schon bei Davos, Kloten, Lugano, Zug und Fribourg. Eine Rückkehr zu einem seiner bisherigen Arbeitgeber ist also nicht sehr wahrscheinlich. Eine Absage gibt es bereits aus Langnau. Sportchef Jörg Reber sagt: «Ich bin an Helbling nicht interessiert.»

Wohin also? Timo Helbling besitzt den Optimismus eines Nordamerikaners und viel Selbstironie. Die Verhandlungen habe er noch nicht begonnen. Wir gehen die Liste der Klubs von A bis Z durch und er sagt schliesslich: «Mit dem Hans hatte ich es bei Gottéron immer gut.» Nun ist Hans Kossmann Trainer in Ambri und braucht für nächste Saison Verteidiger. Also: Timo Helbling nach Ambri?

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • länzu 06.12.2015 13:42
    Highlight Highlight Es ist definitv so, dass in der SCB-Führung keine Sportkompetenz vorhanden ist. Man behält lieber noch einen G. Radegger, vergoldet Untersander, lässt die Junioren schmoren und mustert einen verlässlichen Back aus. Im Sturm werden dann wohl wieder vor allem Oldies geholt, die nie einen Zenit hatten und falls doch, diesen längstens überschritten haben. Und Reichert darf eine weitere Saison bleiben, obwohl auf dem Eis wirkungslos. Aber, er ist ja so gut in der Kabine. Diesen Spruch kann ich sowenig mehr hören wie mannschaftsdienlichund einsatzfreudig....
  • Tikkanen 05.12.2015 21:28
    Highlight Highlight ...erste Fehlentscheidung von Chalet. Bis zu seinem Rauswurf werden leider noch viele folgen😢
  • CheGue 05.12.2015 16:33
    Highlight Highlight Hayek! Statistiken sind bei weitem nicht alles! Boxplay und Powerplay lassen grüssen!
    • Grinder 05.12.2015 19:01
      Highlight Highlight Geb dir recht ein Back wird noch in andere Dingen beurteilt. Aber schauen wir auf die Stats aller SCB Verteidiger so sehen wir, das er Stand Heute am meisten Spiele bestritt mit Gerber, am zweit meisten Punkte holte, und als einer von drei Verteidiger eine Plus hat in der Plus Minus Statistik.
      Strafen Technisch hält er sich auch massiv zurück wenn man sich den Helbling von früher in Erinnerung ruft.
      Also aus meiner Sicht gibt es absolut keine Argumente die eine nicht Verlängerung des Vertrages rechtfertigen vorallem im Vergleich mit unseren anderen Backs...
  • Porcupine Tree 05.12.2015 15:35
    Highlight Highlight verstehe ich nicht. wir haben in bern mit z.b. jobin, randeggers und krüger z.t. deutlich schlechtere verteidiger.
    • MARC AUREL 05.12.2015 18:59
      Highlight Highlight Krüger ist kaum schlechter als Helbling, sogar besser.. Er hat bis jetzt sehr stabil gespielt und gute offensive Akzente gezeigt..
  • Grinder 05.12.2015 12:40
    Highlight Highlight Kann da die SCB Führung nicht verstehen. Helbling mit abstrichen spielt besser als erwartet, schade dachte unter Chatelain wollte man hinten vielleicht endlich wieder mal grösser und böser werden, aber zu den Big Bad Bears wird es wohl also noch eine Weile nicht kommen, Helbling wäre der einzige gewesen der es zumindest ein wenig hätte Rumpeln können, mit zwei bis drei Ergänzungen in diesem Bereich hätte ich da etwas Land in Sicht gesehen.
    Die Gegner werden also auch in Zukunft gerne nach Bern kommen und sich die Punkte relativ schmerzfrei einheimsen können.
  • Züzi31 05.12.2015 11:21
    Highlight Highlight Hauptsache nicht nach Zürich. Der am meisten überschätzte Spieler der Liga. Aber gut hat er doch noch verstanden, dass er seiner Mannschaft mit all den komplett unnötigen Strafen jeweils geschadet hat.
    • CheGue 05.12.2015 12:46
      Highlight Highlight Pflichte ihnen zu fast 100% zu! Vielleicht nicht der meistüberschätzte sondern EINER der meistüberschätzten Spieler! Sechs Stationen in der Schweiz sagen ja fast alles aus! Frage mich, wieso Klaus Zaugg so viel auf ihm hält?! Wenn schon Bericht, dann vollständig! Wie war das in Davos in der Verlängerung?!

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