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Die NHL soll eine Glamour-Welt sein? Nicht bei den Arizona Coyotes

Die NHL eine Glamour-Welt? Nicht bei den Arizona Coyotes

28.10.2022, 17:5528.10.2022, 17:55

Heute Abend ist es so weit. Die Arizona Coyotes spielen ihr erstes Spiel im neuen Heimstadion. Was andernorts (beispielsweise auch bei den ZSC Lions) ein Grund zum Feiern wäre, löst in NHL-Kreisen eher Stirnrunzeln aus. Denn die Coyotes sind nicht freiwillig umgezogen. Die Stadt Glendale warf die Coyotes mit dem Ende der letzten Saison aus der Gila River Arena. Das Verhältnis war schon länger angespannt und mit angeblich zu spät bezahlten Rechnungen seitens des NHL-Teams wurde das Tuch endgültig zerschnitten.

Der Plan der Coyotes ist es nun, in Tempe einen eigenen Stadionkomplex mit Hotels, Restaurants und Läden zu bauen. Bis das allerdings spruchreif ist, dauert es noch einige Jahre. Deshalb brauchte das Team aus der Wüste eine Zwischenlösung, die es an der Arizona State University gefunden hat.

Die NHL-Mannschaft mit dem Schweizer Verteidiger Janis Moser trägt ihre Heimspiele für die nächsten drei oder vier Jahre also auf dem Campus einer Universität aus. Die «Mullet Arena» bietet Platz für rund 5000 Zuschauer. Noch nie gab es ein kleineres NHL-Stadion. In der National League ist einzig die Arena von Ajoie kleiner. In seinem Daherkommen erinnert das Stadion etwas an die Neubauten des EHC Biel oder Ambri-Piotta.

Die Coyotes investierten insgesamt etwa 30 Millionen US-Dollar, um die Anlage NHL-tauglich zu machen. Dazu gehören einerseits Massnahmen bei der Eisaufbereitung, wie auch Bildschirme und entsprechende Technik für den Videobeweis der Schiedsrichter.

Andererseits bauen die Coyotes auch einen neuen Komplex ans Stadion an, in dem künftig Krafträume und die Heim- und Auswärtsgarderoben zu finden sein werden. Diese Arbeiten werden allerdings erst im Dezember fertiggestellt sein. Bei den vier anstehenden Heimspielen in den nächsten Tagen (heute gegen Winnipeg, Montag gegen die Rangers, Mittwoch gegen Florida und Freitag gegen Dallas) müssen noch Übergangslösungen hinhalten. Und da hört es mit dem NHL-Glamour definitiv auf.

Die Heimgarderobe von Arizona erinnert eher an Regionalliga-Fussball denn an die beste Eishockey-Liga der Welt. Simple Holzbänke, alte Match-Uhren sowie aufklappbare Stühle und Tische – ein Traum für Nostalgiker.

Und auch der Umkleideraum der Gäste (Garderobe ist nicht das passende Wort) ist kaum so, wie es sich NHL-Stars sonst gewohnt sind. Weil es sonst nirgends Platz hatte, wurde kurzerhand die öffentliche Eisbahn im gleichen Gebäude mit schwarzen Vorhängen und temporären Boden und Garderobenbänkchen für die Spieler ausgestattet.

Wie gesagt, das ist nur für vier Spiele. Danach werden in Arizona auch die Garderoben etwas gehobener daherkommen. Die Auswärtsreise ins kleine Stadion wird für Fans und Spieler trotzdem eine Besonderheit bleiben. (abu)

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9 Kommentare
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Nelson Muntz
28.10.2022 19:28registriert Juli 2017
Züglet doch nach Québec City, Hartford oder Cleveland…
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