Nati-Trainer Fischer hat keine Angst vor grossen Namen: «Wir attackieren auch Kanada»
Am Donnerstag startet die Schweizer Eishockey-Nati der Herren mit dem Spiel gegen Frankreich (12.10 Uhr im watson-Liveticker) ins olympische Turnier. Patrick Fischer hat erstmals in seiner Laufbahn als Nati-Trainer alle NHL-Stars gleichzeitig zur Verfügung und bereitet sich in diesen Tagen auf das kurze und hochklassige Highlight vor. Kurz vorher hat er sich noch Zeit genommen, um in der neuesten Folge des «Roost Röthlisberger – Hockey Talk» noch einige Fragen zu beantworten.
«Wir sind bereit und freuen uns enorm», sagt Fischer. Die Mannschaft habe sich am vergangenen Mittwoch getroffen, alle Olympia-Sachen gepackt und sei dann am Donnerstag nach Mailand gereist. Es sei unglaublich schön, mal mit der bestmöglichen Mannschaft antreten zu können. Es ist schön, dass Philipp Kurashev und Pius Suter auch noch rechtzeitig gesund geworden sind und vor Olympia noch einige Spiele machen konnten, erklärt der Nati-Trainer.
Die Schweizer hätten in den letzten Jahren eine DNA entwickelt, wie sie spielen wollen. Ich bin einer, der gerne attackiert und offensiv spielt. Und mit diesem Kader ist das auch möglich, freut sich der 50-Jährige. Gleichzeitig verfüge seine Mannschaft über den nötigen Speed und die Physis, um auch auf dem kleineren Eisfeld bestehen zu können.
Aber nicht nur das Schweizer Team, auch die Konkurrenz ist bei den Olympischen Spielen, wo erstmals seit zwölf Jahren auch die NHL-Spieler wieder teilnehmen, natürlich erstklassig. Beeindrucken lassen will sich Fischer davon nicht und will erst recht nicht seine Taktik deshalb anpassen. «Wir können nicht hinten reinstehen, hoffen, dass unser Goalie alles hält und wir dann im Powerplay eine machen. Das ist nicht unser Spiel», erklärt der Nati-Trainer. Er fährt fort: «Wir werden auch Kanada ganz klar attackieren, sie unter Druck setzen und zu Fehlern zwingen.»
Das sei es, was in den letzten beiden WM-Finals jeweils gefehlt habe – die eigene DNA aufs Eis zu bringen. Da reden wir nur von ein paar wenigen Prozenten, die wir etwas zurückstehen, vielleicht weniger konsequent ins Forechecking gehen, sagt Fischer. Aber diese seien entscheidend. Natürlich könne die Schweiz auch gut verteidigen, das sei auch über längere Zeit kein Problem. Aber der Zuger betont nochmals: «Wir müssen den Schritt nach vorne machen – gegen Kanada und Tschechien genauso wie gegen Frankreich.»
Bei der Goalie-Frage (steht Leonardo Genoni, Akira Schmid oder doch Reto Berra im Tor?) habe natürlich das Wort von Torhüter-Trainer Thomas Bäumle viel Gewicht. «Ich vertraue ihm, aber wir waren uns in den letzten Jahren auch immer einig», sagt Fischer. Im Gegensatz zu der etwas längeren WM werden sie sich bei den Olympischen Spielen wohl nur zwei Goalies eine Chance geben können.
Auf die Frage, ob ein Olympia-Halbfinal aufgrund der besseren Konkurrenz sportlich wertvoller sein könnte als ein Weltmeistertitel, will sich Fischer nicht einlassen. Er sagt lediglich: «Wir wissen, dass es enorm schwierig wird, einen Olympia-Viertelfinal zu gewinnen.» Aber das gelte für alle Mannschaften in diesem Turnier.
Für den Nati-Coach ist es wichtiger, dass seine Mannschaft im Moment bleibt und jederzeit die oft erwähnte DNA aufs Eis bringt. Und Fischer sagt auch: «Wir hoffen auf unglaublich viele Schweizer Fans in Mailand, das wird uns auch helfen.»
