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Letzte Vorbereitungen fuer das Mannschaftsbild waehrend dem Fototermin der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft zum Saisonauftakt in der Swiss Arena in Kloten, am Donnerstag, 30. Juli 2015. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Früher oder später spielt fast jeder NLA-Schweizer, der seinen Stock gerade halten kann, einmal für die Nati.
Bild: KEYSTONE

Was für ein Jekami! Fast die Hälfte aller NLA-Schweizer hat schon für die Nati gespielt – davon können die Fussballer nur träumen



Nein, eine Überraschung ist es nicht. Gestern sind vor dem Einrücken ins Nati-Trainingslager für den Deutschland-Cup nochmals vier Absagen auf den Tisch von Interimstrainer John Fust geflattert. Die verletzten Fabrice Herzog, Thomas Rüfenacht, Dominik Schlumpf und Ramon Untersander müssen passen. Nachnominiert wurden die Verteidiger Phil Baltisberger, Alessandro Chiesa, Lukas Frick, Larri Leeger plus die Stürmer Dominic Lammer und Julian Walker.

Damit umfasst das Nationalteam für die Partien gegen Deutschland (Freitag), die USA (Samstag) und die Slowakei (Sonntag) nun 24 Spieler, darunter sechs Neulinge. Mal wieder ... Letzte Saison wurden über 60 verschiedene Spieler aufgeboten. Die Nationalmannschaft verkommt zu einem Jekami.

Das Nati-Aufgebot für den Deutschland-Cup

Tor (2): Benjamin Conz (Fribourg-Gottéron). Sandro Zurkirchen (Ambri-Piotta).
Verteidigung (8): Robin Grossmann (Zug). Phil Baltisberger (ZSC Lions). Timo Helbling (Bern). Romain Loeffel (Genève-Servette). Alessandro Chiesa (Lugano). Lukas Stoop (Kloten Flyers). Lukas Frick (Kloten Flyers). Larri Leeger (Lausanne).
Sturm (14): Luca Cunti (ZSC Lions). Etienne Froidevaux (Lausanne). Jason Fuchs (Ambri-Piotta). Dominic Lammer (Zug). Gregory Hofmann (Lugano). Mike Künzle (ZSC Lions). Lino Martschini (Zug). Simon Moser (Bern). Kilian Mottet (Fribourg-Gottéron). Inti Pestoni (Ambri-Piotta). Vincent Praplan (Kloten Flyers). Julian Walker (Lugano). Tristan Scherwey (Bern). Reto Suri (Zug)

Die Gründe sind vielfältig: Die absoluten Leistungsträger der Nati spielen in der NHL und sind mitten in der Saison unabkömmlich. Für den grossen Rest stellt sich immer wieder die Frage, ob man sich für die sportlich uninteressanten Turniere wie den Deutschland-Cup, die Arosa Challenge oder den Slovakia Cup überhaupt zur Verfügung stellen will.

Ein paar freie Tage können natürlich verlockender sein als ein paar Testspiele vor halbleeren Rängen. Und oft haben gar die Klubs das letzte Wort, welche Spieler der Naticoach im November, Dezember und Februar aufbieten darf und welche nicht. Meister Davos stellt für den Deutschland-Cup beispielsweise als einziges Spitzenteam – daneben noch Biel und die SCL Tigers – keinen Spieler für den Deutschland-Cup ab.

Die folgende Statistik überrascht deshalb nur bedingt, obwohl es sich fast unglaublich liest: 44,4 Prozent aller in der NLA aktiven Schweizer haben mittlerweile schon mindestens ein Spiel für die Nati absolviert. Kommen die sechs Debütanten am Deutschland-Cup zu ihrem ersten Länderspiel sind es gar 46,6 Prozent. Es leuchtet jedem ein: Für eine Leistungskultur ist dies alles andere als förderlich.

Eishockey

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123 von 277 NLA-Schweizern haben bereits in der Nati gespielt.
bild: watson

Fussball

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20 von 134 Super-League-Schweizern haben bereits in der Nati gespielt.
bild: watson

Krass der Vergleich zum Fussball: In der Super League spielen wegen der fehlenden Ausländerbeschränkung mit 134 nur rund halb so viele Schweizer, von denen aber erst 20 in der A-Nati zum Einsatz kamen. Das entspricht einem Anteil von knapp 15 Prozent.

In der Super League stellen zwei Klubs (GC und Thun) keinen und drei Vereine (Luzern, Lugano und Vaduz) nur einen aktuellen oder ehemaligen Natispieler. Krösus ist mal wieder der FC Basel: Vier (Embolo, Lang, Degen, Zuffi) der zehn Schweizer im Kader sind schon mal im Nationalteam zum Einsatz gekommen. 

Mit einem Natispieler-Anteil von 40 Prozent liegt der FCB etwa auf der Höhe des EHC Biel, das in der National League A knapp über dem Strich liegen würde. Spitzenreiter in der NLA ist der SC Bern: 15 von 20 Schweizern haben bereits im Nati-Dress gespielt. Dahinter folgen der HC Lugano und die ZSC Lions.

Die 12 NLA-Klubs und ihre Schweizer Natispieler

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Die Kader stammen von den Klub-Homepages. Ausländer und Spieler mit Schweizer Lizenzen, die bereits für eine andere Nation gespielt haben, wurden nicht berücksichtigt.
bild: watson

Die 10 SL-Klubs und ihre Schweizer Natispieler

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Die Kader stammen von den Klub-Homepages. Ausländer und Doppelbürger, die bereits für eine andere Nation gespielt haben, wurden nicht berücksichtigt.
bild: watson

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nothingtodisplay 05.11.2015 15:08
    Highlight Highlight Da hat man bei den Diagrammen aber eine sehr kluge Farbwahl getroffen ;)
  • Porcupine Tree 05.11.2015 07:28
    Highlight Highlight ich kann in der Kaderliste des SCB keine 15 Spieler ausmachen, welche bereits für die Nati gespielt haben. Max gleichviele wie beim Z und Lugano auch!
  • goldmandli 04.11.2015 17:22
    Highlight Highlight Der vergleich mit der Superleague hinkt, da zum einen, wie schon geschrieben, der Ausländeranteil viel höher ist und zum anderen, die NLA international auf einem ganz anderen Level agiert als die SL. Die qualität im schweizer Eishockey ist um einiges höher als im Fussball. Sprich: mehr potentielle Nati spieler.
    • qumquatsch 04.11.2015 20:41
      Highlight Highlight Genau! Was noch dazu kommt (und in der vorangehenden Antwort teils enthalten ist): Die Schweizer Nati im Fussball ist im Vergleich wesentlich besser als die SL, ergo spielen die Leistungsträger im Ausland. Da es im Fussball in allen (europäischen) Ligen Natipausen gibt, ist jenen auch ermöglicht an allen Spielen teilzunehmen.

      Trotz allem sind es zuviele Spieler in der Eishockeynati. Von Teambuilding kann nicht mehr die Rede sein.
  • Against all odds 04.11.2015 17:01
    Highlight Highlight Das ist, dank NHL, bei praktisch allen internationalen Spitzenteams der Fall. Der Vergleich zum Fussball hinkt allerdings, da im Eishockey keine Quali-Spiele für die grossen Turniere gespielt werden müssen. Somit beschränkt sich die Anzahl von wichtigen Spielen. Gemäss Aussage von Raffainer werden nur noch Spieler als Nationalspieler bezeichnet, welche an einer WM teilgenommen haben (wohl auch Olympia). Die Inflation heutiger Nationalspieler ist allerdings schon bedenklich und es ist schon fast eine Strafaufgabe an so unnützen Turnieren wie Deutschland-Cup oder Arosa-Challenge teilzunehmen.

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