DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
In einem Jahr spielt die Hockey-Nati zum ersten Mal seit 2009 wieder ein WM vor eigenem Publikum.
In einem Jahr spielt die Hockey-Nati zum ersten Mal seit 2009 wieder ein WM vor eigenem Publikum.Bild: KEYSTONE
Eismeister Zaugg

In einem Jahr ist die Hockey-WM in der Schweiz – nun streicht das OK den Gratis-ÖV

Das dürfte in Zürich heisse politische Köpfe geben: Das OK der Eishockey-WM 2020 will keine kostenlose Anreise mit dem öffentlichen Verkehr.
23.05.2019, 07:2723.05.2019, 14:23
klaus zaugg, bratislava

Um die Fans zur Anreise per Eisenbahn zu motivieren, durfte bei der letzten Eishockey-WM in der Schweiz 2009 in Bern und Kloten jeder, der ein Match-Ticket kaufte, gratis mit der Bahn an- und heimreisen.

Diesen Luxus leisten sich die Organisatoren der nächsten WM in Zürich und Lausanne (8. bis 24. Mai 2020) nicht mehr. OK-Chef Gian Gilli sagt: «Wer mit der Bahn zu den Spielen reist, muss das Bahnticket selber bezahlen.»

Gian Gilli musste den Gratis-ÖV schweren Herzens aus dem Angebot streichen.
Gian Gilli musste den Gratis-ÖV schweren Herzens aus dem Angebot streichen.Bild: KEYSTONE

Warum nun elf Jahre später auf die Förderung des öffentlichen Verkehrs wie 2009 ausgerechnet in Zeiten der Klima-Debatte verzichtet wird, rechnet WM-Sportchef Ueli Schwarz vor. «Wir haben lange, diskutiert, überlegt und gerechnet und sind schliesslich zum Schluss gekommen, dass wir aus Kostengründen verzichten. Wenn das Matchticket auch zur Anreise per Bahn berechtigen würde, müssten wir pro Tickets mit 10 Franken Zusatzkosten rechnen. Aber wir können die Tickets nicht noch teurer machen.»

Er gibt auch zu bedenken, dass diese 10 Franken Zusatzkosten auf allen Tickets anfallen würden. Also auch auf jene Matchbesucher, die nicht mit dem Zug anreisen. Und dann würden jene, die nicht mit der Bahn anreisen sozusagen jene «subventionieren», die mit der Bahn anreisen.

55 Prozent Auslastung nötig

Gian Gilli – er war auch 2009 schon OK-Chef – rechnet trotzdem damit, dass viele mit dem öffentlichen Verkehrsmittel anreisen. «Sehr viele, die im Grossraum Zürich oder Lausanne leben, haben ohnehin bereits Abos für die öffentlichen Verkehrsmittel und viele besitzen ein Halbtax- oder ein Generalabonnement der Bahn.»

Somit gilt: Der Kluge reist zur WM 2020 nach Lausanne und Zürich nicht unbedingt mit dem Zuge. Obwohl die Stadien in Lausanne wie auch in Zürich-Oerlikon nur einen Steinwurf von den Bahnhöfen entfernt gebaut worden sind.

Die ganze Thematik des öffentlichen Verkehrs rund um diese Eishockey-WM könnte im umweltbewussten Zürich noch zum Politikum werden. Immerhin unterstützt die Stadt ja diese WM mit einem Betrag von 1,8 Millionen Franken an Steuergeldern.

2009 waren die Hallen voll – zumindest bei den Schweizer Spielen.
2009 waren die Hallen voll – zumindest bei den Schweizer Spielen.Bild: KEYSTONE

Nun denn: Das Budget der WM 2020 beträgt 50 Millionen Franken, 14 Millionen mehr als bei der WM 2009. Gian Gilli sagt: «Um auf schwarze Zahlen zu kommen, müssen wir 307'000 Tickets für den Gesamtwert von etwas mehr als 20 Millionen Franken verkaufen.» Der soeben angelaufene Vorverkauf habe bereits 700'000 Franken eingebracht. Die Schweiz wird im Zürcher Hallenstadion spielen.

307'000 zahlende Zuschauer – eine realistische Zielvorgabe. Sie entspricht einer Stadionauslastung von 55 Prozent in Lausanne und in Zürich. Dazu werden noch rund 80'000 Gratiseintritte (Gäste, Funktionäre) kommen.

«History Makers» statt «Volunteers»

2009 kamen rund 300'000 zu den Partien in Bern (Hauptspielort) und Kloten. Obwohl die Schweiz nicht einmal das Viertelfinale erreichte. Am Ende resultierte 2009 ein Gewinn von rund drei Millionen Franken.

Das Motto der WM 2020 lautet «Let’s make History» («Lasst uns Geschichte schreiben»). Deshalb werden die freiwilligen Helfer nicht mehr, wie zu Anbeginn der Zeiten bei allen Grossveranstaltungen, «Volunteers» genannt, sondern «History Maker». «Wir wollen ja eine ganz besondere Identität schaffen», sagt Gian Gilli.

Cooly war der der grosse Star der Heim-WM 2009.
Cooly war der der grosse Star der Heim-WM 2009.Bild: KEYSTONE

Die gute Nachricht für die «History Maker» und alle weiteren akkreditierten WM-Besucher (Spieler, Funktionäre, Chronistinnen und Chronisten): Die kostenlose Akkreditierung berechtigt – anders als für die zahlenden Besucherinnen und Besucher – während der WM 2020 zum gratis Eisenbahn fahren. Immerhin. Wie heisst es doch so schön: Wer hat, dem wird gegeben. Und sei es nur die Möglichkeit, gratis mit der Eisenbahn zu fahren.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Diese Länder wurden schon Eishockeyweltmeister

1 / 11
Diese Länder wurden schon Eishockeyweltmeister
quelle: keystone / toms kalnins
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Nico Hischier beantwortet unsere ungewöhnlichen Fragen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Im legendären FCB-Spiel gegen ManUnited drischt «Steini» den Ball an die eigene Latte
7. Dezember 2011: Serienmeister Basel sorgt in der Champions League für eine Sternstunde des Schweizer Klubfussballs. Im letzten Gruppenspiel der Champions League besiegt der FCB den grossen Favoriten Manchester United mit 2:1 und zieht auf Kosten der Engländer in die Achtelfinals ein.

Es ist der Abend, an dem einer der in der jüngsten Zeit populärsten Basler Fan-Songs entsteht:

Zur Story