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Chris McSorley soll Lugano wieder zu meisterlichen Ehren führen.
Chris McSorley soll Lugano wieder zu meisterlichen Ehren führen.Bild: KEYSTONE
Eismeister Zaugg

Lugano und McSorley – nach 38 Jahren wieder ein Hockey-Weltenveränderer

Chris McSorley kehrt zurück unter Palmen. Und übernimmt mit 59 den schwierigsten Job seiner Karriere: Der hockeyverrückte Kanadier bekommt drei Jahre Zeit, die DNA des HC Lugano zu verändern.
06.05.2021, 10:1006.05.2021, 12:29

1998 arbeitete Chris McSorley letztmals unter Palmen. Er coachte das IHL-Team Las Vegas Thunder. Die IHL gibt es inzwischen nicht mehr. Dann machte sich der charismatische Kanadier auf, um das europäische Hockey zu rocken. Erst in London und ab 2001 in Genf.

Nun ist er zurück unter Palmen. In Lugano. Sein Auftrag: Lugano zu meisterlichen Ehren zurückführen. Den ersten Titel seit 2006 einfahren.

Die unbekannte Professionalität

Schon einmal hat ein Trainer die DNA Luganos verändert. John Slettvoll. Geo Mantegazza hatte genug vom Mittelmass. Der kanadische Verteidiger Réal Vincent hatte zwar Lugano 1982 als Spielertrainer in die höchste Liga zurückgeführt. Aber ein Meistertrainer war er so wenig wie der in den letzten Tagen in Lugano verabschiedete freundliche Serge Pelletier.

John Slettvoll führte Lugano zu insgesamt vier Meistertiteln.
John Slettvoll führte Lugano zu insgesamt vier Meistertiteln.Bild: keystone

John Slettvoll bekommt ab 1983 von Geo Mantegazza alle Macht und das Geld, um die Mannschaft nach seinem Willen umzuformen. Der Schwede löste eine Revolution aus. Mit intensiverem Training, überlegener Taktik, Härte und Ausdauer – kurzum: durch eine bis dahin bei uns unbekannte Professionalität – holt er in seinem dritten Amtsjahr 1986 den ersten Titel.

Und Slettvoll macht Lugano «grande». Mit weiteren Meisterschaften 1987, 1988 und 1990. Dann erfasst ihn der hockeytechnische Grössenwahn und die Dynastie des «Grande Lugano» wird im Frühjahr 1992 im Viertelfinal vom ZSC gestürzt. Bei den Zürchern an der Bande: Arno Del Curto. Der nächste Hockey-Weltenveränderer.

2008: McSorley traf mit Servette auf Slettvoll, der bei Lugano ein Comeback an der Bande gab.
2008: McSorley traf mit Servette auf Slettvoll, der bei Lugano ein Comeback an der Bande gab.Bild: PHOTOPRESS

Die Konkurrenz in der Deutschschweiz muss auf Luganos Erfolge reagieren und investieren. In Lugano wird die Entwicklung angeschoben, die unser Hockey schliesslich bis in den WM-Final bringen wird.

Mantegazza geht «all-in»

Nun versucht Vicky Mantegazza 2021 das Gleiche zu tun wie ihr Vater Geo vor 38 Jahren. Mit einem neuen Coach die DNA verändern.

Lugano hat alle Voraussetzungen, um wieder «grande» zu werden. Im Laufe der letzten Jahre ist alles versucht worden. Und so ganz nebenbei haben diese Versuche das Schweizer Eishockey erneut verändert: Vicky Mantegazza erkennt das Potenzial von Patrick Fischer als Visionär und Hockey-Weltenveränderer und macht ihn 2012 zum Cheftrainer. Das Experiment scheitert im vierten Jahr, Patrick Fischer wird Nationaltrainer und führt die Schweiz 2018 in den WM-Final.

Vicky Mantegazza (rechts, neben McSorley) will, dass Lugano endlich wieder Meister wird.
Vicky Mantegazza (rechts, neben McSorley) will, dass Lugano endlich wieder Meister wird.Bild: keystone

Und nun also Chris McSorley. Mit einem Dreijahresvertrag. John Slettvoll erfüllte seine Mission Meistertitel zum ersten Mal im dritten Vertragsjahr.

Kann das Experiment gelingen? Nur dann, wenn Chris McSorley Lugano sportlich sozusagen neu erfindet. Lugano ist seit den ruhmreichen 1980er Jahren «erfolgssüchtig»: Viele Emotionen, hohe Erwartungen, die seit 2006 nicht erfüllt werden.

Kader wird umgebaut

Aber Lugano ist seit 2006 nicht mehr «erfolgshungrig» in dem Sinn, dass längerfristig, geduldig, beharrlich und demütig auf ein grosses Ziel hingearbeitet wird. «Erfolgssucht» verlangt halt nach sofortiger Befriedigung.

Was bei McSorley auch entscheidend ist: Er braucht die Spieler, die seine Hockey-Philosophie umzusetzen vermögen. Sie sollten schnell, bissig, kräftig und taktisch folgsam und leidensfähig sein. Physisch und psychisch. Was in der aktuellen Mannschaft nicht ganz alle sind.

McSorley wird für neue Spieler alle Hebel in Bewegung setzen.
McSorley wird für neue Spieler alle Hebel in Bewegung setzen.Bild: KEYSTONE

Und er braucht noch etwas: Einen starken Torhüter. John Slettvoll hatte diesen grossen Goalie mit Thierry Andrey.

Luganos Sportchef Hnat Domenichelli ist gerade daran, die Option Cory Schneider (35) zu prüfen. Der Vertrag des amerikanisch-schweizerischen Doppelbürgers läuft aus. Die Frage ist, ob der ehemalige NHL-Titan, zuletzt im Farmteam versenkt, nach wie vor fit ist.

Cory Schneider steht bei den New York Islanders auf dem Abstellgleis.
Cory Schneider steht bei den New York Islanders auf dem Abstellgleis.Bild: keystone
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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lars mit Mars
06.05.2021 11:08registriert März 2020
Ich habe Slettvoll gehasst, weil er zur damaligen Zeit der Beste war.

Aber Thierry Andrey war nie und nimmer ein grosser Goalie. Nicht mal in Zentimetern. Das war ein klassischer Lottergoalie. Lugano wurde trotz Andrey Meister, nicht wegen.
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Liebu
06.05.2021 12:16registriert Oktober 2020
Wenn es einer schafft Lugano wieder auf die Erfolgspur zu bringen, dann Chrissie. Er lebt es jeden Tag vor, was Leidenschaft für Eishockey heisst.
Leidenschaft heisst aber eben auch leiden für ein grösseres Ziel. Genau hier kommt der wichtigste Punkt, der gar nicht erwähnt wurde.
Die Transformation funktioniert nur, wenn Vicky ihre Bürotür für die Spieler abschliesst und Chrissie vorbehaltlos den Rücken stärkt.
Nur dann, wenn die Spieler verstehen, dass er der Boss ist, wird sich etwas ändern. Ansonsten werden es nicht drei Jahre unter Palmen für ihn.
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Bulldog
06.05.2021 11:30registriert Januar 2020
Freue mich auf CMS in Lugano und traue ihmzu, dass er Lugano wieder grande macht. Auf jeden Fall wird das Niveau der Ausländer in der Schweiz wieder erheblich steigen.
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