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Weiter in Zürich: der Schwede Rikard Grönborg.
Weiter in Zürich: der Schwede Rikard Grönborg.Bild: keystone
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Das Hockeyjahr 2022 hat schon einen Sieger – ZSC-Trainer Rikard Grönborg

ZSC-Trainer Rikard Grönborg hätte bis zum 31. Dezember 2021 seinen Vertrag per Ende Saison auflösen können. Er hat es nicht getan und sozusagen einen Lottosechser eingelöst. Er ist der erste Sieger im neuen Hockeyjahr. Aber der Augenblick der Wahrheit ist nun näher gerückt.
01.01.2022, 14:4301.01.2022, 15:08

Der Vertrag ist ein Kuriosum. Er erlaubt Rikard Grönborg (53), bis zum 31. Dezember 2021 den ZSC Lions mitzuteilen, ob er übers Saisonende hinaus in Zürich zu arbeiten geruht. Oder weiterziehen möchte.

Sein Agent verdient für diese Vertragsklausel eine Auszeichnung. Sie bedeutet, dass der Trainer von sich aus Mitte Saison schon kündigen kann – oder eben nicht. Der Klub riskiert, dass er ab Saisonmitte mit einem Trainer leben muss, der in Gedanken schon an einem nächsten, besseren Ort ist.

Wenn es zählt, läuft es nicht

Die Wurzel dieser Klausel ist die den Hockey-Schweden oft eigene Selbstüberschätzung: Schön, in der Schweiz zu sein. Hier verdient ein guter schwedischer Trainer netto doppelt so viel wie zu Hause. Aber eigentlich ist die Schweiz für einen richtigen Schweden nur zweite Wahl. Das Ziel ist die NHL oder die KHL. So ist es auch beim mehrfachen Weltmeistertrainer Rikard Grönborg. Er hat seit seiner Anstellung in Zürich im Sommer 2019 immer wieder offen mit der NHL, der wichtigsten Liga der Welt, kokettiert.

In seiner ersten Saison (2019/20) hat der charismatische Schwede mit dem Gewinn der Qualifikation die Erwartungen erfüllt. Aber seither hat er alle wichtigen Spiele, inklusive den Cupfinal 2021 auf eigenem Eis, verloren. Aktuell liegen die Zürcher mit der teuersten Mannschaft der Liga-Geschichte 16 Punkte hinter Tabellenführer Fribourg-Gottéron auf Platz 6.

ZSC-Goalie Waeber kassiert gegen Gottéron ein Gegentor.
ZSC-Goalie Waeber kassiert gegen Gottéron ein Gegentor.Bild: keystone

Nun herrscht Klarheit

Rikard Grönborg hat seine Ausstiegs-Option nicht eingelöst und nun läuft sein hoch dotierter Vertrag (er ist der teuerste Trainer der Liga) bis 2023. Also bis zum Ende der nächsten Saison. Indem er die Auflösungs-Klausel nicht aktivierte, hat er nun den Batzen und das Weggli: entweder einen hochbezahlten Job bis 2023 oder bei einer Entlassung eine schöne Abfindung. Sozusagen ein Lottosechser. Er ist der erste Sieger im Hockeyjahr 2022.

Was bedeutet das für die ZSC Lions? Ist es gut oder weniger gut, dass der umstrittene Trainer nun einen Vertrag bis 2023 hat? Es ist gut. Nun ist Klarheit geschaffen worden. Der Trainer bleibt. Entweder folgt nun eine Steigerung oder eine «Rettung» der Saison in den Playoffs. Also mindestens eine Finalqualifikation.

Grönborg instruiert im Training seine Spieler.
Grönborg instruiert im Training seine Spieler.Bild: keystone

Aber eigentlich sollte der Titel gefordert werden: Meister Zug und Davos sind im Umbruch, Gottéron und die Lakers waren noch nie Meister, Biel im Playoff-Zeitalter auch noch nie, Bern steht erst am Anfang eines langen Weges zurück an die Spitze. Die ZSC Lions sind, bei Lichte besehen, auf dem Papier (nicht auf dem Eis) Titelkandidat Nummer 1.

Der Moment der Wahrheit rückt näher

Für Sportchef Sven Leuenberger ist die Sache auch einfacher: Er konnte den Trainer nicht vor dem 31. Dezember feuern. Sonst hätte er ihn bis 2023 auszahlen müssen. Er konnte noch hoffen, dass sein Trainer den Lottoschein nicht einlöst und von sich aus bis zum 31. Dezember den Vertrag per Ende Saison auflöst.

Nun ist klar: Der Vertrag läuft bis 2023 weiter. Kommt Sven Leuenberger zum Schluss, dass eine Zusammenarbeit keinen Sinn mehr macht, kann er zügig, aber ohne Hast, beim Verwaltungsrat die Entlassung des Trainers beantragen. Ob jetzt feuern oder erst nach der Saison fällt finanziell kaum mehr ins Gewicht. Schon gar nicht bei den ZSC Lions.

Der Moment der Wahrheit rückt näher. Für Rikard Grönborg, für Sven Leuenberger, für die Spieler der ZSC Lions.

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