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Fribourg Gottéron ist Meister und der SC Bern hofft noch auf einen Titel

Die Fribourger Spieler mit Christoph Bertschy feiern den Meistertitel mit dem Pokal nach ihrem Sieg gegen Davos in der Verlaengerung im siebten Eishockey Playoff Finalspiel der National League zwische ...
Christoph Bertschy feiert den Meistertitel mit dem Pokal nach dem Sieg gegen den HCD.Bild: keystone
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Gottéron ist Meister – wer tröstet jetzt den SC Bern?

Die emotionalen Auswirkungen von Gottérons erstem Titelgewinn auf die Berner Hockeykultur sind nicht zu unterschätzen. Sie erschüttern den harten Kern der SCB-Fanszene.
01.05.2026, 06:3201.05.2026, 09:58

Bisher wärmte selbst in den dunkelsten Stunden eine letzte Gewissheit die Herzen der wahren SCB-Fans: Aber Gottéron wird nie Meister! Wir? Wir sind schon oft Meister geworden. Sie? Ewige Hoffnungsträger. Ewige Zweite. Ewige Folklore. Müssen wir selbst dann nicht ernst nehmen, wenn wir mal ein Spiel oder eine Playoff-Serie gegen sie verlieren. Meister werden sie nie.

Doch nun ist das Undenkbare geschehen: Gottéron ist zum ersten Mal Meister geworden. Das Ende der Welt, wie wir sie kannten, ist nahe.

Video: watson

Zwischen Bern und Gottéron gibt es eine Rivalität, die sich jeder rationalen Erklärung entzieht und weder geographisch, politisch, kulturell noch sportlich richtig erklären lässt. Und doch ist sie da. Der frühere SCB-Manager Marc Lüthi hat einmal gesagt, Langnau sei der kleine Bruder, den man eigentlich gern hat, Biel ein freundlicher Nachbar. Aber Gottéron der wahre Rivale.

In Bern galt bisher: Das Schicksal mag dem SCB bescheren, was es will, komme da, was wolle: Solange Gottéron nicht Meister wird, ist die Welt in Ordnung.

Dabei ist diese Rivalität voller Ironien. Tristan Scherwey, SCB-Kultfigur und Kämpferherz, stammt aus der Talentschmiede Gottérons. Berner Helden (Philippe Furrer, Patrick Howald) fanden im Herbst ihrer Karriere Zuflucht in Freiburg. Und dann ist da noch Mark Streit, eine Ikone unseres Hockeys, unser erster NHL-Captain. Seine Karriere verdankt er auch ein wenig Gottéron. Weil er in Bern als untauglich für die höchste Liga taxiert wurde, startete er seine Karriere bei Gottéron. Und umgekehrt sind Gottérons Leitwolf Christoph Bertschy und Playoff-Held Jeremi Gerber auch bei den SCB-Junioren ausgebildet worden.

Es gibt einen regen Austausch auf Klubebene. Aber die SCB-Fans kultivieren die kurioseste Rivalität unseres Hockeys. Wenn das Leibchen eines Spielers unters Dach gehängt wird, geschieht das mit einer Zeremonie vor einem Meisterschaftsspiel. Für Philippe Furrer – heute SRF-Hockey-Experte – musste ein Legendenspiel organisiert werden: Die Fans hatten Protestaktionen angekündigt, wenn dieser Mann vor einem Meisterschaftsspiel geehrt wird. Er hatte auch für Gottéron verteidigt und das Legendenspiel zu seinen Ehren boykottierten sie. Eine Episode ist offenbar verbürgt: Es soll einen SCB-Fan geben, der auf dem Weg zur Arbeit einen Umweg von rund einer Viertelstunde in Kauf nehme, um nicht durch den Kanton Freiburg fahren zu müssen.

Jetzt ist alles anders.
Gottéron ist Meister.

Kein sportlicher Rückschlag, der sich statistisch einordnen lässt. Keine verpassten Playoffs. Sondern der Verlust einer Gewissheit. Die wahren SCB-Fans sind ratlos wie ein Hund, dem die Hundehütte weggenommen worden ist.

Wer tröstet die SCB-Fans jetzt? Bis ein SCB-Titelgewinn Trost spendet, könnte es noch eine Weile dauern.

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HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Hockey-Meister
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HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Hockey-Meister
HC Davos: 31 Titel, 6 seit 1986; zuletzt Meister: 2015.
quelle: keystone / ennio leanza
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