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Schweizer Meister Fribourg-Gottéron – das sagen Sprunger und Co.

Torhueter Reto Berra und Julien Sprunger (HCFG) feiern den Meistertitel mit dem Pokal nach ihrem Sieg gegen Davos in der Verlaengerung im siebten Eishockey Playoff Finalspiel der National League zwisc ...
Freiburger Meisterhelden: Reto Berra und Julien Sprunger.Bild: keystone

Kaum trockene Augen bei Fribourgs Meisterhelden: «Das ist für Julien!»

Fribourg-Gottéron ist erstmals Schweizer Meister. Das sagen Julien Sprunger, Christoph Bertschy, Reto Berra und Co. zum Premierentitel.
01.05.2026, 01:0201.05.2026, 01:02

89 Jahre mussten sie sich gedulden. Doch jetzt ist Fribourg-Gottéron zum ersten Mal Schweizer Meister. Die Geschichte hätte kitschiger kaum sein können: im letzten Spiel von Klublegende Julien Sprunger – er beendet seine Karriere nach 24 Jahren, in denen er nur für Gottéron gespielt hat – sichern die Drachen sich in einer hochdramatischen Serie, in der Verlängerung von Spiel 7 den Premierentitel.

Sprunger, aber auch Christoph Bertschy, Yannick Rathgeb, Lucas Wallmark, Marcus Sörensen, Jan Dorthe, Jamiro Reber, Simon Seiler oder Reto Berra – sie werden als Legenden in die Freiburger Klubgeschichte eingehen. Und sie können kaum fassen, was sie geschafft haben. «Schweizer Meister, das klingt sehr gut», sagt ein ungläubiger Christoph Bertschy im Interview direkt nach dem Spiel. Jeder, der diesem Klub nahestehe, wisse, was dieser Titel bedeute, erklärt der 32-Jährige, ehe er mitten im Interview in Tränen ausbricht.

«Das ist für Julien. Er hat nichts anderes verdient. Es ist das beste Geschenk, das wir machen konnten.»
Yannick Rathgeb
DAVOS, SWITZERLAND - APRIL 30: Christoph Bertschy of Fribourg celebrates the victory during game 7 of the National League Final between HC Davos v HC Fribourg-Gotteron on April 30, 2026 in Davos, Swit ...
Christoph Bertschy war einer Meisterpfeiler von Gottéron.Bild: IMAGO/justpictures.ch

Auch Meistergoalie Reto Berra stockt die Stimme, als er über die Bedeutung des Erfolgs spricht. Er habe einfach riesige Freude für alle Freiburger, die so lange auf den Titel haben warten müssen, insbesondere aber für Julien Sprunger. «Er hat das so verdient. Wie er jeden Menschen, der in die Gottéron-Garderobe kommt, empfängt, wie er mit diesen Leuten umgeht, darum geht es im Leben», schwärmt Berra.

KEYPIX - Die Fribourger Spieler mit Julien Sprunger feiern den Meistertitel mit dem Pokal nach ihrem Sieg gegen Davos in der Verlaengerung im siebten Eishockey Playoff Finalspiel der National League z ...
Freiburger Meisterhelden.Bild: keystone

Und auch Verteidiger Yannick Rathgeb betont: «Das ist für Julien, er hat nichts anderes verdient. Es ist das beste Geschenk, das wir machen konnten.» Der Titel sei für den ganzen Kanton, aber ganz besonders für Sprunger. Die ganze Mannschaft habe dem Captain dieses Geschenk machen wollen. Trainer Roger Rönnberg schlägt in die gleiche Kerbe: «Es geht nicht um mich. Heute geht es um Julien, Reto und den Rest der Jungs.»

«Die Gottéron-Fans haben diesen Titel verdient.»
Marcus Sörensen

Und Sprunger selbst? Der sagt zwar, er tue sich richtig schwer, die passenden Worte zu finden. Der baldige Hockey-Rentner findet die Worte dann aber doch noch:

«Es ist unglaublich, es ist ein Traum. Die ganze Karriere habe ich so hart gearbeitet, um irgendwann diesen Tag in diesem Leibchen zu erleben. Und dann im letzten Spiel in der Overtime, das ist unglaublich. Es hat etwas gedauert, aber jetzt haben wir es geschafft. Das ganze Team hat so hart gearbeitet. Ich habe gestern Abend überlegt, dass ich letzte Saison schon aufhören wollte. Aber dann hatte ich ein langes Gespräch mit Trainer Rönnberg und er hat mich überzeugt, dass ich noch ein Jahr bleibe und noch eine Chance erhalte. Und jetzt hat es geklappt.»
Julien Sprunger.

Marcus Sörensen widmet den Titel indes den Fans: «Die Gottéron-Fans waren schon immer herausragend, seit ich vor vier Jahren hier angekommen bin. Sie haben diesen Titel verdient, wir haben es verdient.»

Präsident Hubert Waeber hat indes immer gewusst, dass es klappen wird: «2019 habe ich gesagt, bis 2025 holen wir den Titel. Dann kam die Pandemie, also sagte ich, dass wir noch ein zusätzliches Jahr brauchen, und voilà.» Den Optimismus habe er nie verloren, auch nicht, als es zum absoluten Drama in der Verlängerung kam: «Ich wusste, dass es klappt. Denn zuhause in Fribourg warten 25'000 Menschen auf diesen ‹Chübu›.»

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Die beliebtesten Kommentare
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JabbaThaHutt
01.05.2026 00:29registriert März 2023
Unglaublich die Emotionen, die man bei Bertschy, bei Berra und dann Julien Sprunger gesehen hat bei den Interviews auf dem Eis. Ich mag es dem Klub, den Fans und dem Kanton von Herzen gönnen, habe bei dieser Serie als neutraler Fan (mein Klub ist schon lange draussen) extrem mitgefiebert, einfach genial. Herzliche Gratulation an Fribourg Gottéron!
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