Kaum trockene Augen bei Fribourgs Meisterhelden: «Das ist für Julien!»
89 Jahre mussten sie sich gedulden. Doch jetzt ist Fribourg-Gottéron zum ersten Mal Schweizer Meister. Die Geschichte hätte kitschiger kaum sein können: im letzten Spiel von Klublegende Julien Sprunger – er beendet seine Karriere nach 24 Jahren, in denen er nur für Gottéron gespielt hat – sichern die Drachen sich in einer hochdramatischen Serie, in der Verlängerung von Spiel 7 den Premierentitel.
Sprunger, aber auch Christoph Bertschy, Yannick Rathgeb, Lucas Wallmark, Marcus Sörensen, Jan Dorthe, Jamiro Reber, Simon Seiler oder Reto Berra – sie werden als Legenden in die Freiburger Klubgeschichte eingehen. Und sie können kaum fassen, was sie geschafft haben. «Schweizer Meister, das klingt sehr gut», sagt ein ungläubiger Christoph Bertschy im Interview direkt nach dem Spiel. Jeder, der diesem Klub nahestehe, wisse, was dieser Titel bedeute, erklärt der 32-Jährige, ehe er mitten im Interview in Tränen ausbricht.
Auch Meistergoalie Reto Berra stockt die Stimme, als er über die Bedeutung des Erfolgs spricht. Er habe einfach riesige Freude für alle Freiburger, die so lange auf den Titel haben warten müssen, insbesondere aber für Julien Sprunger. «Er hat das so verdient. Wie er jeden Menschen, der in die Gottéron-Garderobe kommt, empfängt, wie er mit diesen Leuten umgeht, darum geht es im Leben», schwärmt Berra.
Und auch Verteidiger Yannick Rathgeb betont: «Das ist für Julien, er hat nichts anderes verdient. Es ist das beste Geschenk, das wir machen konnten.» Der Titel sei für den ganzen Kanton, aber ganz besonders für Sprunger. Die ganze Mannschaft habe dem Captain dieses Geschenk machen wollen. Trainer Roger Rönnberg schlägt in die gleiche Kerbe: «Es geht nicht um mich. Heute geht es um Julien, Reto und den Rest der Jungs.»
Und Sprunger selbst? Der sagt zwar, er tue sich richtig schwer, die passenden Worte zu finden. Der baldige Hockey-Rentner findet die Worte dann aber doch noch:
Marcus Sörensen widmet den Titel indes den Fans: «Die Gottéron-Fans waren schon immer herausragend, seit ich vor vier Jahren hier angekommen bin. Sie haben diesen Titel verdient, wir haben es verdient.»
Präsident Hubert Waeber hat indes immer gewusst, dass es klappen wird: «2019 habe ich gesagt, bis 2025 holen wir den Titel. Dann kam die Pandemie, also sagte ich, dass wir noch ein zusätzliches Jahr brauchen, und voilà.» Den Optimismus habe er nie verloren, auch nicht, als es zum absoluten Drama in der Verlängerung kam: «Ich wusste, dass es klappt. Denn zuhause in Fribourg warten 25'000 Menschen auf diesen ‹Chübu›.»
