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Eismeister Zaugg

Zugs Fehlstart provoziert Fragen – zu weich und ein Goalie-Problem?

Zugs Torhueter Leonardo Genoni, links, geht vom Eis und Zugs Torhueter Luca Hollenstein, rechts, kommt aufs Eis beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem Lausa ...
Die Goalies des EV Zug: Leonardo Genoni (l.) geht vom Eis, Luca Hollenstein wechselt ein. Bild: KEYSTONE
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Zugs Fehlstart provoziert Fragen – zu weich und ein Goalie-Problem?

Zug hat die ersten zwei Spiele verloren. Eigentlich nur ein kurzes Ruckeln im Maschinenraum und kein Grund zur Ursachenforschung. Oder sehen wir erste, ganz feine Anzeichen eines Problems?
17.09.2023, 13:5317.09.2023, 14:25
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Zum ersten Mal seit elf Jahren haben die Zuger die beiden ersten Spiele der Qualifikation verloren: Im Herbst 2012 zum Saisonauftakt 0:3 auf eigenem Eis gegen Lugano und in der zweiten Runde folgte eine Niederlage (2:5) in Ambri. Nun sind es zum Auftakt die Niederlagen gegen Kloten (3:6) und in Biel (1:2). Im Blick zurück ist dieser missglückte Saisonstart kein Grund zur Sorge: Die Zuger haben die Qualifikation im Frühjahr 2013 auf dem 3. Platz beendet und im Halbfinal war erst das 7. Spiel in Bern Endstation.

Trainer Dan Tanges ist in Biel einerseits zufrieden. Er sagt, die Mannschaft sei gegen Kloten wohl in der Erwartung eines leichten Sieges nicht bereit gewesen, habe nun aber eine Reaktion gezeigt. Er hat punkto Einsatzbereitschaft, Präsenz in den Zweikämpfen, Leidenschaft, Präzision und Tempo nichts mehr zu bemängeln. Und recht hat er: Diese Partie war eine der besten überhaupt, die in den letzten Jahren im September zu sehen waren: intensiv, schnell, dramatisch. Andererseits ist er eben doch nicht zufrieden. «Wir haben verloren.» Ein grosser Trainer ist nach einer Niederlage nie zufrieden. Dan Tangnes ist ein grosser Trainer.

Und nun zur interessanten Frage sowohl für die Boshaften wie für die Gutmeinenden: Warum hat Zug trotz formidablem Auftritt in Biel verloren? Die Gutmeinenden sagen: Für einen Titanen wie Zug ist es wichtig, das letzte Spiel der Saison zu gewinnen. Nach Niederlagen im September fragt im nächsten Frühjahr niemand mehr. Der missglückte Saisonstart ist bloss ein Betriebsunfall und nicht der Rede und schon gar nicht der Polemik wert. Die Zuger haben in Biel gerockt und es ist bloss ein Schönheitsfehler, dass sie nicht auch zum Sieg gerollt sind. Wer in Biel eines der schnellsten Teams der Liga mit 35:22 Torschüssen zu dominieren vermag, hat weder Tod noch Teufel zu fürchten.

Die Spieler von Kloten mit Misch Ramel, links, und Miro Aaltonen, rechts, feiern das Tor zum 3:4 beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EV Zug und den Kloten Flyers am Fre ...
Klotens Spieler feiern das Tor zum 3:4. Bild: KEYSTONE

Die Boshaften und die Nörgeler, die es immer besser wissen, weisen auf zwei Punkte hin. Erstens auf die Perfektion des Spiels, die in lichten Momenten an das Hockey der Sowjets in den 1980er Jahren mahnt. An die «Big Red Machine», die über Jahre das Welteishockey dominierte und die dazu in der Lage war, ab und an selbst die kanadischen NHL-Profis vom Eis zu fegen. Aber der Perfektion der Zuger fehlt eine Prise einschüchternde Härte.

Dan Tangnes sagt zwar, Härte sei auch ein mentaler Faktor. Also Kopfsache und nicht bloss eine Frage von Grösse, Wucht, Kraft und Wasserverdrängung. Und doch ist es ein Faktor: Zug hat 5 wichtige Feldspieler, die 185 Zentimeter oder grösser sind. Bei Meister Servette sind es 10. Zug hat 9 regelmässig eingesetzte Feldspieler, die 85 Kilo oder schwerer sind. Servette 13.

Tempo und Technik mögen viel wichtiger sein als Grösse und Gewicht. Aber das Resultat einer guten Kombination von Tempo, Technik und Postur ist ein Meisterteam. Zug war in Bezug auf Grösse und Gewicht beim letzten Meistertitel 2022 die Nummer sieben der Liga. Jetzt sind die Zuger die Leichtesten der Liga und bei der Grösse nur noch die Nummer zwölf. Servette ist die Nummer fünf bei der Grösse und die Nummer sechs beim Gewicht.

  • Stürmer
  • Verteidiger
  • Torhüter
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Nation Flag

Aktuelle
Note

  • 7

    Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.

  • 6-7

    Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.

  • 5-6

    Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.

  • 4-5

    Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.

  • 3-4

    Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.

  • Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.

5,2

09.22

5,2

09.23

5,2

01.24

Punkte

Goals/Assists

Spiele

Strafminuten

  • Er ist

  • Er kann

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