Eine gute Million Dollar für den WM-Titel – wenn die Junioren nicht wären
Das Wort «Preisgeld» oder «Prämie» meiden die Bosse des internationalen Eishockey-Verbandes (IIHF) wie der Teufel das geweihte Wasser. Beim Thema «Preisgeld» oder «Prämie» reden sie mit Engelszungen von «Entwicklungsgeld» («Development Money»). Es geht ja bei einem internationalen Verband tatsächlich darum, das Eishockey weltweit zu fördern. Wäre das der einzige Sinn, dann müssten die bei der WM am schlechtesten klassierten Nationen am meisten Geld bekommen. Aber so ist es nicht. Oben gibt es mehr als unten. Wie im richtigen Leben. Hier das Preisgeld – pardon: der Entwicklungsbatzen – der bisher bei der WM ausbezahlt worden ist:
- Rang 1: 1'100'000 US-Dollar
- Rang 2: 950'000 US-Dollar
- Rang 3: 920'000 US-Dollar
- Rang 4: 890'000 US-Dollar
- Rang 5 bis 8: 575'000 US-Dollar
- Rang 9 bis 12: 190'000 US-Dollar
- Rang 13 bis 16: 96'000 US-Dollar
Das war bis und mit der WM 2025 in Dänemark und Schweden so. Auf dieser Basis hat der Schweizer Verband (SIHF) die Prämien für die Spieler verhandelt. Im Grundsatz ist jeweils das Preisgeld – pardon: der Entwicklungsbatzen – als Prämie an die Spieler und den Staff weitergegeben worden.
So einfach ist es nun nicht mehr. Es gibt ab diesem Jahr eine neue Regelung: Das Preisgeld – pardon: der Entwicklungsbatzen – wird nicht mehr nur nach der Rangierung der höchsten WM-Klasse ausbezahlt. Neu wird es nach einem Schlüssel errechnet, der die Resultate sämtlicher WM-Turniere der Männer und Frauen einbezieht. Also auch die Titelturniere der Junioren und Juniorinnen. Die Resultate beim Olympischen Turnier werden nicht berücksichtigt.
Das bedeutet, dass es für die Schweizer selbst im Falle eines WM-Titels voraussichtlich keine Dollar-Million geben wird. Bei den Frauen und bei den Juniorinnen und Junioren sind die WM-Klassierungen klar schwächer als bei den Männern:
- WM-Frauen (5.)
- U18-WM Frauen (6.)
- U20-WM Männer (6.)
- U18-WM Männer (11. – Aufstieg)
Da die Gesamtsumme in etwa gleich bleibt, ist die neue Regelung ein Nachteil für die Schweiz. Es wird mehr Geld zu den Verbänden mit besseren Klassierungen bei den Junioren-Titelturnieren fliessen. Oder besser: Die neue Regelung ist eine Motivation für unseren Verband, mehr in den Nachwuchs und in die Entwicklung des Frauenhockeys zu investieren.
