DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Gut sichtbar, das Hakenkreuz im Rasen des Poljud-Stadions.
Gut sichtbar, das Hakenkreuz im Rasen des Poljud-Stadions.bild: Keystone

Hakenkreuz-Skandal bei Kroatien gegen Italien: «Es wurde eine chemische Substanz auf den Rasen aufgetragen»

Nach dem 1:1 im Geisterspiel gegen Italien in Split droht dem kroatischen Fussballverband wegen eines in den Rasen eingebrannten Hakenkreuzes eine heftige Strafe. Sogar der Ausschluss von der EM 2016 ist möglich.
13.06.2015, 12:0313.06.2015, 20:23

Was für ein Skandal beim EM-Quali-Spiel zwischen Kroatien und Italien: Auf dem Rasen des Poljud-Stadions in Split ist am Freitagabend beim 1:1 gegen Italien über die gesamte Partie ein riesiges Hakenkreuz zu sehen. Noch in der ersten Hälfte bemerken die Italiener das Nazi-Symbol und beschweren sich bei der UEFA. «Es handelt sich um eine schandhafte Geste, wir werden beim kroatischen Verband protestieren», sagt FIGC-Präsident Carlo Tavecchio.

Die Stadiongärtner versuchen in der Halbzeit, das Symbol zu entfernen. Ohne Erfolg. «Das ist eindeutig ein Akt der Sabotage und ein Verbrechen. Wir erwarten von der Polizei, dass sie die Verbrecher identifiziert. Es ist eine Schande, nicht nur für den kroatischen Fussball, sondern für ganz Kroatien», erklärt Tomislav Pacak, der Sprecher des kroatischen Verbands.

Entfernt werden konnte das Nazi-Symbol nicht, aber es wurde genau vermessen.
Entfernt werden konnte das Nazi-Symbol nicht, aber es wurde genau vermessen.Bild: ANTONIO BRONIC/REUTERS

«Wir entschuldigen uns bei allen Fans, die das Spiel im Fernsehen verfolgt haben, bei beiden Mannschaften und unseren Gästen aus Italien», so Pacak weiter. «Soweit wir bisher informiert sind, wurde eine chemische Substanz zwischen 24 und 48 Stunden vor dem Spiel auf den Rasen aufgetragen, damit das Symbol während der Partie zu sehen ist.»

Noch ist aber unklar, wer genau hinter dem Hakenkreuz-Eklat steckt. Der kroatische Verband hat die UEFA in Kenntnis gesetzt und auch die Polizei eingeschaltet, um den Fall aufzuklären.

Die Polizei kümmert sich nun um den Hakenkreuz-Fall.
Die Polizei kümmert sich nun um den Hakenkreuz-Fall.Bild: ANTONIO BRONIC/REUTERS

Üble Vergangenheit seit 2006

Bereits Ende März bei der Partie gegen Norwegen waren die kroatischen Fans aufgrund von rassistischen Gesängen negativ aufgefallen. Das EM-Qualifikationsspiel ihrer Nationalmannschaft gegen Italien musste deshalb auf UEFA-Anordnung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Bei einem Freundschaftsspiel gegen Italien in Livorno 2006 formten sich rund 200 Anhänger zu einem Hakenkreuz und ahmten dabei faschistische Grüsse nach. 2014 sperrte die FIFA den ehemaligen Hertha-Profi Josip Simunic vor der Weltmeisterschaft für zehn Spiele. Grund: Er hatte fremdenfeindliches Verhalten der Anhänger angestiftet und selbst einen faschistischen Gruss in die Menge gebrüllt.

Wurde für die WM 2006 gesperrt: Josip Simunic.
Wurde für die WM 2006 gesperrt: Josip Simunic.Bild: AP

Das Faschismusproblem im kroatischen Fussball ist also nicht neu. Der kroatische Verbandspräsident und Ex-Stürmer Davor Suker sagt: «Es ist eins unserer Probleme und wir arbeiten daran, es zu beseitigen.»

Die Partie hatte nach Treffern von Mario Mandžukić und Antonio Candreva 1:1 unentschieden geendet. Nach den neuerlichen Vorfällen fürchten die Kroaten nun aber noch härtere Sanktionen – bis hin zum Ausschluss von der EM 2016 in Frankreich. «Der Unsinn von ein paar Idioten kostet uns die Euro», fürchtet die Zeitung «24Sata». (pre)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Cabral-Abschied aus Basel soll fix sein +++ Zwei Ukrainer als Nachfolger gehandelt

Im neuen Jahr beginnt in Europa traditionell wieder das Winter-Transferfenster. In den Topligen des Kontinents, also in England, Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich, dauert dieses vom 1. Januar bis zum 31. Januar.

Zur Story