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Europa League

YB-Fan bleibt trotz Fangewalt-Verurteilung Lehrer an Berner Schule

Police and players try to calm down the BDC Young Boys fans Aston Villa v Young Boys, UEFA Europa League, Group Stage, Football, Villa Park, Birmingham, UK- 27 Nov 2025Birmingham Villa Park United Kin ...
Die YB-Fans sorgten in Aston Villa für unrühmliche Bilder.Bild: www.imago-images.de

Berner Schule beschäftigt Lehrer weiter – trotz Haftstrafe wegen Fangewalt in England

Der in Birmingham wegen Ausschreitungen während eines Fussballspiels verurteilte Lehrer darf weiterhin in der Berner Gemeinde Fraubrunnen unterrichten. Der 36-jährige YB-Fan war im vergangenen November zu einer zweimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt worden.
20.02.2026, 11:3720.02.2026, 11:37

Massgebend für seine Weiterbeschäftigung seien insbesondere die Verhältnismässigkeit, sein bisher «tadelloser» Leistungsausweis sowie seine Bereitschaft zur Verantwortung und Reflexion, teilten die Gemeinde Fraubrunnen und deren Schulen am Freitag mit. Mögliche Risiken seien geprüft worden, zumal die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler an erster Stelle stehe.

Der Gemeinderat und die Bildungskommission tragen den Entscheid der Schulleitung mit, wie es weiter hiess. «Entscheide dieser Tragweite dürfen nicht unter öffentlichem Druck gefällt werden, sondern müssen verantwortungsvoll und im Interesse der Institution getroffen werden», sagte Gemeinderat Simon Glauser (SVP) laut der Mitteilung. Die Lehrperson soll eine zweite Chance erhalten, trotz ihres «gravierenden Fehlers».

Der verurteilte Lehrer distanzierte sich im Communiqué von Gewalt und gab an, die Umstände zu bedauern. Sein Fokus liege nun darauf, seine Verantwortung als Lehrperson «weiterhin gewissenhaft wahrzunehmen und das Vertrauen der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern zu stärken», liess sich der 36-Jährige zitieren.

Zwei Monate Haft nach Europa-League-Spiel

Der Fan des Berner Fussballclubs BSC Young Boys wurde im November im Schnellverfahren zu einer achtwöchigen Haftstrafe und einer Busse von 200 Pfund verurteilt. Er konnte kürzlich in die Schweiz zurückkehren. Drei weitere Männer erhielten zudem fünf Jahre Stadionverbot und mussten Geldstrafen in der Höhe von umgerechnet 1700 Franken bezahlen.

epa12553606 Riot police look on as fans of Young Boys react during the UEFA Europa League league phase match between Aston Villa and BSC Young Boys in Birmingham, Britain, 27 November 2025. EPA/ADAM V ...
YB-Fans waren in der Europa League mit Polizisten aneinandergeraten.Bild: keystone

Die Polizei nahm im Rahmen des Europa-League-Spiels insgesamt acht YB-Fans fest. Laut Polizei hatten sie einen Polizeibeamten angegriffen und Stadionsitze, Bierbecher und Münzen in Richtung gegnerischer Spieler und Sicherheitskräfte geworfen.

Der Vorfall ging sowohl in England als auch in der Schweiz durch die Medien. Im Fraubrunnen kursierte eine Petition, mit der Schulkinder und deren Eltern eine Weiterbeschäftigung des Lehrers forderten. (nih/sda)

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102 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Amarillo
20.02.2026 13:07registriert Mai 2020
Wenn diese Praxis nicht selektiv und je nach Gesinnung angewendet wird, ist nichts einzuwenden. Es braucht keine lebenslange Verbannung, wenn eine Strafe verbüsst ist. Wichtiger ist die Signalwirkung, auf die man auch in der Schweiz verstärkt setzen müsste: Wenn man plötzlich dem Arbeitgeber erklären muss, warum man die nächsten 2-3 Monate nicht mehr erscheinen kann, entfaltet dies eine viel grössere Wirkung / Abschreckung, als die üblichen Verzeigungen und Wegweisungen. Im vorliegenden Fall hat der Lehrer Glück gehabt, dass Lehrkräfte vielerorts Mangelware sind...
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Snowy
20.02.2026 12:04registriert April 2016
Es gibt zu wenig Lehrer in der Schweiz.
Gute Lehrer sowieso.

Die Eltern, Lehrerschaft und die Schüler vom betroffenen Lehrer haben sich UNISONO für den Verbleib von ihrem überaus geschätzten Lehrer ausgesprochen.

Und warum soll man ihn nun genau entlassen?
Weil der Internetmob in seiner anmassender und leidlich bekannter Selbstüberschätzung dies will?

Niemand ist unfehlbar. Das dürfen auch die Schüler lernen. Wenn ihr geschätzter Lehrer nun ehrlich vor die Klasse und die Lehrerschaft steht und Einsicht zeigt (Busse hat er ja bereits getan), ist allen mehr gedient, als mit Entlassung.
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rburri68
20.02.2026 12:37registriert Juni 2017
Richtiger Entscheid. Er wurde Bestraft, hat diese gebüsst, und nun ist auch mal gut.
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